So geht Demokratie

Posted on Januar 18, 2017

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Yes, she can

Während EU-frommen Systemmedien waidwund aufheulen, dass die britische Premierministerin den demokratisch beschlossenen Ausstieg aus der EU ohne  Wenn und Aber knallhart durchzuführen gedenkt,  und auch aus den Schweizer EU-frommen Blättern ein irritiertes Knurren zu vernehmen ist, weil GB allen vormacht, wie Abstimmungsergebnisse respektiert werden,  gegen die man allerlei Szenarien an die Wand malt, die den Untergang von GB  ankündigen sollen, ist dagegen der  Kommentar in der Basler Zeitung nicht von düsteren Drohungen durchzogen wie das Islam-Sprachrohr Al Ghuardyan, sondern würdigt die klare Ansage, die einmal mehr demonstriert, dass die Briten sich nicht erpressen lassen. Es ist die einzig angemessene Tonart, die May gegenüber der Arroganz der EU-Führungsriege anschlägt.     

http://bazonline.ch/ausland/hinaus-ins-weite/story/14530587

(…) May und ihre Regierung überlassen die Deutungshoheit nicht denen, die behaupten, Weltoffenheit und eine Pro-EU-Haltung seien synonym (man kennt diese Gleichsetzung nur allzu gut aus dem Schweizer Diskurs, und es sagt vielleicht einiges über den Unterschied zwischen Grossbritannien und der Schweiz, dass es den Schweizer EU-Gegnern nie gelang, diese Sichtweise grundsätzlich zu erschüttern).(….)

(…)  «Take back control» lautete einer der eingängigsten Slogans der Brexit-­Befürworter – und die Kontrolle, die gemeint war, betraf Grossbritanniens Grenzen. May könnte dies wohl nicht einmal dann ignorieren, wenn sie es wollte. Auch das ist in Grossbritannien anders als in der Schweiz: Das Ergebnis eines Volksentscheids wird nicht auf eine Weise interpretiert, die es für die Regierung möglichst bequem macht, diesen umzusetzen, sondern die ­Regierenden nehmen das Verdikt der ­Bevölkerungsmehrheit durchaus ­wörtlich. Wache Medien und kritische Hinterbänkler, die sich 2020 vor ihren Wählern werden rechtfertigen müssen, lassen ihnen keine andere Wahl. (…)

(…) Grossbritannien ist offenbar entschlossen, in Brüssel nicht als Bittsteller aufzutreten: Das Selbstbewusstsein, das May gestern demonstrierte, speist sich nicht zuletzt aus einem Glauben an die Überlegenheit des eigenen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells: Die EU sei daran gescheitert, mit Europas Vielfalt angemessen umzugehen.

Einstige Brexit-Gegnerin

Theresa May zeichnete das Bild eines Landes, das nicht etwa auf sich selbst zurückgeworfen ist, sondern im Gegenteil nun die Chance hat, sich der Welt zu öffnen. So euphorisch wirkte die Premierministerin phasenweise, dass man beinahe vergessen konnte, dass sie einmal zu den Brexit-Gegnern gezählt hat. (Basler Zeitung)

18.01.2017

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Auch wenn es den deutschen unterbelichteten Krautern nicht in den Kram des alten Herrenrechtsdünkels passt, auch nicht den „konservativen“ Kreaturen, die es nicht lassen können,  wie die Strassenköter bei jeder Gelegenheit gegen Frauen in hohen Positionen anzupinkeln, um ihre antifeministische Duftmarke zu hinterlassen, um die sich dann wieder andere von dieser Sorte  ansammeln –  Theresa May ist schon die zweite britische Regierungschefin, die der EU die Stirn bietet  (noch ist Thatchers „No no no“ nicht vergessen), und in Frankreich könnte noch Marine le Pen die Trinkerriege um Juncker&Konsorten  zur Räson bringen…  

https://www.nzz.ch/international/brexit/eu-reaktionen-auf-mays-grundsatzrede-was-wollen-sie-geben-wenn-sie-so-viel-nehmen-ld.140462

Die Witzfiguren der bröckelnden EU reagieren wie aufgescheuchte Hühner. Der Bademeister aus Würselen prophezeit, der Handel mit der EU werde nicht funktionieren –  und vergisst, welche Interessen Deutschland am Export nach GB hat. Die Wut ist gross, dass  die Britin sich nicht erpressen lässt und den totalen Bruch längst einkalkuliert hat.  Alle diese Würstchen klammern sich an die Wunschvorstellung, dass England ohne die EU-Bankrott-Wirtschaft untergeht.

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