Deutscher Pfaffenspiegel 2016

Posted on August 30, 2016

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Ev. Pfarrer aus Merkelland lehrt englische Frauen mores

    Kirche in WDR 3, 4, 5 ,|30.08.2016,  mit Pfarrer Eberhard Helling:

WDR: Hilfreich und aufbauend. Das Richtige für den Start in einen neuen Tag – mit Gottes Hilfe. Ein kurzes Atemholen mit guten Gedanken zwischen Programm und Nachrichten.

Ein deutscher Pfarrer benutzt eine alte englische Postkarte aus den 20er Jahren als Vorlage für seine linksideologisch triefende Radiopredigt, um seine Fantasien gegen vornehme englische Damen auszuleben, denen er mit jakobinischen sowie biblischen Wunschvorstellungen zu Leibe rücken will – ein untergründiger Appell an deutsche Befindlichkeiten der ominösen Art.

„Guten Morgen, ich liebe diese Karten mit alten Fotos und einem Spruch darauf. Meine momentane Lieblingskarte zeigt ein Foto aus den 20er Jahren, wahrscheinlich aus England, Ascott, Pferderennen. Im Vordergund sieben ausgesprochen elegante Damen, in der Mode ihrer Zeit gekleidet. Sie sind sich alle ihrer Bedeutung bewusst, so schauen sie in die Linse, überlegen, abgeklärt, keck. Wie auch immer, diese Damen schauen alle in verschiedene Richtungen, als ob sie der Ausgang des Rennens gar nicht interessiert. Ganz links im Bild ist ein Junge zu sehen, auch er elegant, im Tweetanzug, aber er wirkt nicht so souverän wie die Damen neben ihm, er starrt in eine Richtung, er verfolgt das Rennen wie gebannt, kaut an den Fingernägeln seiner linken Hand, obwohl er Handschuhe trägt, kein souveräner Eindruck, der Junge muss noch viel lernen.
        Über diesem Bild auf meiner Karte prangt der schöne Satz: «Erfahrene Profeten warten die Ereignisse ab.» Die Damen beteiligen sich nicht an diesen dummen Wetten, wer als erster durchs Ziel geht. Sie können hinterher immer sagen: «Ich habs doch gleich gewusst.»  Wie sich wohl die biblischen Profeten auf diesem Bild aus der Welt der High Society machen würden? Profeten in Ascott, beim britisch-königlichen Pferderennen? Nicht ganz undenkbar.
        Denn von den Profeten Jesaja und Jeremia wissen wir aus der Bibel, dass sie zu den höchsten Kreisen Zugang hatten. Doch etwas unterscheidet sie von den sieben Damen.
        Denn Jesaja und Jeremia haben den hohen Herrschaften ihre Verlogenheiten und ihre blinden Flecken sehr deutlich vorgehalten.
        Ob nun zu den höchsten Kreisen gehörig, oder, wie der Profet Amos, als einfacher Schafzüchter, die Profeten der Bibel haben immer wieder eine bittere Erfahrung machen müssen: Es ist so ganz anders gekommen, als sie es gesehen oder vorhergesagt haben, wenn sie den Untergang vorhersagten, weil die Menschen gottvergessen waren, weil die Reichen sich in unverschämter Weise an den Gütern dieser Welt bedienen, dann ist es doch zum Verrücktwerden, wenn nichts geschieht.
        Der Profet Jona ist an dieser Erfahrung irre geworden. Gott hatte ihm den Auftrag gegeben, der Stadt Ninive den Untergang vorherzusagen. Und jetzt, jetzt lässt Gott Gnade vor Recht ergehen, er verschont die Stadt, warum? Weil Gott das Leben will.
        Ob das dem Profeten passt oder nicht. Es stimmt schon. Erfahrene Profeten warten die Ereignisse ab. Denn Gott ist lebendig, und er lässt sich nicht an die Untergangsszenarien binden, die in seinem Namen in die Welt gesetzt werden.
        Erfahrene Profeten warten die Ereignisse ab, weil sie gelernt haben, dass Gott sich immer wieder noch einmal neu entscheiden kann. Echte Profeten allerdings erkennt man daran, dass sie wirklich etwas zu sagen haben, auch wenn alles gegen sie spricht. Auch wenn es anders kommt, als sie es vorausgesagt haben. Sie treffen immer einen Nerv.
        Ein Profet in Ascott – er hätte den Damen gezeigt, wie jämmerlich wenig die Bediensteten verdienen und dass sie bei den Pferden schlafen müssen. Und dann hätte er die Damengesellschaft aufgefordert, das Bett für die Bedienstete fertig zu machen.
        Wenn der unsichere junge Herr das gesehen hätte, dann hätte er wirklich was gelernt.“

Was der Junge lernen muss, dieser Hoffnungsträger, das sollen die Hörer bei Pfarrer Helling lernen. Die Damen aus England, die sich ihrer Bedeutung bewusst sind, sind also aus dem Land, das sich gerade von den Merkelmenschen verabschidet hat, denen muss man es zeigen! Der deutsche Pfaff appelliert an das deutsche Ressentiment gegenüber der englischen älteren Demokratie, die auch in den 20er Jahren fundierter war als die deutsche und sich noch heute nichts von der deutschen Führung diktieren lässt.
     
Was sich vordergründig wie eine «kritische» Einstellung zur aristokratischen Elite ausgibt, ist untergründig eine Mischung aus Frauenfeindlichkeit, Ressentiment gegen Grossbritannien, Klassenhass und Sozialneid.

Pfarrer Helling wünscht die Damen der guten Gesellschaft gründlich zu demütigen, die die Verhältnisse nicht geschaffen haben, in denen sie aufwuchsen, was der Pfaffe ihnen als eine  Art Erbschuld anlastet – sie haben schliesslich keine Länder erobert, keine Weltkriege angezettelt. Was er da rauslässt als Wunschvorstellung, ist ein pubertärer Revoluzzertraum: Er wünscht den Damen, dass sie ihre Bediensteten bedienen und den Stallmeistern das Bett machen müssen. Eine sexualfaschistische Fantasie eines kleinen deutschen Möchte-Gern-Paschas, der sich für sozialkritisch hält und seine Ressentiments an ihm völlig unbekannten und zudem verstorbenen Frauen ausagiert, denen er postum eine Lektion erteilen möchte.

Was dem deutschen Pfaffkopf da vorschwebt, ist alles andere als die angebliche Abschaffung von Privilegien, sondern ihre Umkehrung; er möchte die Pferdeknechte als Herren haben! Es ist nicht mal ein Traum illusorischer Gleichheit, sondern nackte Umkehrung der Ungleichheit, die nur mit anderem Personal auftreten soll. Der Pfaff hat halt das Herr-Magd-Verhältnis im Kopf, das er für revolutionär hält.

        „Erfahrene Propheten warten die Ereignisse ab“
       
An welche Ereignisse denkt der Pfarrer da, der die Profeten bemüht, um den verstorbenen Damen aus Ascott die Leviten zu lesen, denn da die Deutschen es nicht geschafft haben, die englische Monarchie zu demütigen, werden nun die biblischen Profeten vom Pfarrer bemüht, der den feinen Damen den Untergang ihrer Kaste wünscht. Eine sexistische Proletenfantasie.

Er kühlt sein Mütchen nicht etwa an den vergewaltigenden Männerhorden, die zur Zeit das eigene Land heimsuchen und dort sexualvandalieren und ein naheliegenderes und besseres Beispiel für  Herrschaftsverhältnisse bieten, denn die kulturlosen  Männerhorden sind dem Pfaffen heilig. Feindbild des deutschen Kirchenmanns sind die eleganten Damen, gegen die sich seine zügellose Fantasie richtet. Ein jeder englische Marshall dürfte mehr Kultur haben als dieser deutsche Grobian, der sich im Geiste als Pferdeknecht austobt. Der Proletenpfaff erlabt sich an der Vorstellung, dass die Damen die Bediensteten bedienen müssen –  dass die Frauen den Männern das Bett machen müssen, vielleicht auch noch sonst im Bett hinhalten dürfen? Eine Jakobinerfantasie, angereichert mit deutschem Schmuddelonkelgebräu. Die sebstbewussten Damen müssen eine Abrechnung bekommen. Ausgraben kann er sie dazu ja nicht, er schickt sie stattdesen vors Profetengericht. Wie lautet die Anklage? Er weiss ja nicht mal, wer die sind.

Was ihm besonders ins Auge sticht: dass die Damen so souverän wirken. Denen gehört eine Lektion, denkt der deutsche Plumpijan und kommt sich dabei besonders sozialkritisch vor.
So kamen sich auch die Rotarmisten vor, als sie bei Kriegsende hordenweise über deutsche Mädchen und Frauen herfielen, denen sie die Segnungen des Kommunistischen Paradieses beibrachten. 
       
Da Hitlers Armee es nicht geschafft hat, die Briten in die Knie zu zwingen, stellt der Pfarrer sich vor, dass die biblischen Profeten es nachträglich schaffen, ein nachträglicher Endsieg sozusagen. Die biblischen Profeten würden es den Damens schon zeigen, fantasiert der Pfaff.
Er stellt sich vor, wie sich die Profeten den Damen gegenüber «verhalten» würden, denen sie ihre «Verlogenheiten vorhalten würden», so wie ein Schafhirte den höchten Kreisen. Da er sich schlecht selber an den Verstorbenen schadlos halten kann, ruft er die Profeten zu Hilfe.
     
Was unterscheidet die von den englischen Damen?! Eine heimtückische Frage. Was soll das für ein Masstab sein? Vielleicht die Tatsache, dass die engl. Damen nicht im Namen eines Gottes auftraten? Aber was bitte unterscheidet den Hersteller der engl. Postkarte von ihrem deutschen Interpreten? Der deutsche Pfaff versteht nämlich den englischen Witz nicht, mit dem die Engländer sich auch über sich selber lustig machen. Er ergeht sich stattdessen in der Vorstellung, dass die biblischen Profeten die englischen Damen beschämen. Wohlweislich zaubert er keine alte Postkarte aus Willems Zeiten hervor mit preussischen Militärs in vollem Wichs, vielmehr möchte er der englischen Demokratie und Monarchie noch nachträglich jene Niederlage beibringen, die Deutschland nicht geschafft hat, diesmal also mit Hilfe von Jesaja und Jeremia, die das alte deutsche Ressentiment gegenüber der Anglosphäre mit biblischer Autorität anreichern, Autorität gegenüber der britischen Aristokratie. Denn für die steht diese Postkarte mit den Damen-Figuren aus den «höchsten Kreisen». Denen gehören die Leviten gelesen von den patriarchalen Profeten, die schon früh gegen Frauen wetterten, hat sich der Pfarrer gedacht. Wenn nicht von Junker und Schulz, so von Jeremia und Jesaja.
       
Woher will der deutsche Pfaff eigentlich wissen, dass die Damen verlogen gewesen sind, die weder Länder erobert noch besetzt und auch nicht Millionen Männer in die Schützengräben gejagt haben? Wurden sie vielleicht gefragt? Zur Zeit von WKI hatten die noch gar kein Wahlrecht. Oder hat der Herr beim Anblick der so auffallend selbstbewussten Frauen, die nach seiner ansicht gemassregelt gehören, etwa an die englischen Suffragetten gedacht? Noch in den 20er Jahren waren  nämlich auch die ach so eleganten Damen bürgerlich rechtlos.  

Es ist vieles zum Verrücktwerden, stimmt. Wenn z.B. die moslemische Bevölkerung der präzivilisatorischen Welt sich wie die Karnickel vermehrt, wenn die afrikanischen Männer  verantwortungslos Kinder zeugen, ohne Rücksicht auf die Frauen, die Sexualsklavinnen der Moslemwelt, Kinder, die sie nicht ernähren können, wenn sie immer jüngere Mächen mit Aids verseuchen durch massenhafte Vergewaltigungen; wenn diese Männer hordenweise ihre Länder verlassen Richtung Europa, statt sich um ihre Familien und ihr Land zu kümmern, Männer, die sich   Kinder als Ehefrauen halten, sprich Millionen geschändeter geschundener Mädchen, ja das ist zum Verrücktwerden, aber das juckt den Pfaffen nicht. Denn er weiss was Gott will.   
       
Was für ein Leben mag Gott wohl wollen? Das Leben der Moslemfrauen- und Kinder? Das Leben mit den Folgen der Bevölkerungsexplosion? Der Pfarrer weiss natürlich, wo Gott hockt. Der Gott, der die Testosteronbomber erschuf, der Gott, der die Vergewaltiger und Pädophilen erschuf…, dieser Gott, sagt der Pfarrer, wolle das Leben. Was für eines?  
       
Der Gott, der die gewaltbrodelnden Männerhorden in die Welt gesetzt hat, der Gott, der Frauen und Kinder ihnen ausgesetzt hat, dieser Gott scheint ja Grosses vorzuhaben. Pfarrer Helling könnte doch den Kindbräuten zusammen mit Herrn Kleber erklären, was Gott so alles mit ihnen vorhat. Im Gegensatz zu den dummen Damen, die nicht mal das Pferderennen  voraussagen können. Und nicht als Profeten aufreten. Da schwelgt einer in linkspopulistischer  Herrenmenschenfantasie. Ob Pfarrer Helling auch das Bett seiner Haushälterin selber macht?    

Tja, das hätte ein junger englischer Gentleman vom deutschen Proleten lernen sollen, dass die Frauen den Männern das Bett machen sollen! Aber es wäre ja auch denkbar, dass der junge Herr im Gegensatz zum deutschen Pfaffen geschichtskundig (geworden) wäre und wüsste, dass die englischen Damen noch in den 20er Jahren kein Wahlrecht hatten, als Frauen in Finnland, Norwegen, Dänemark und Island schon gleichberechtigt waren. Und sicher wüsste der junge Herr, der eine gute Ausbildung erwarten durfte, dass an einem Pferderennen 1913 die Frauenrechtlerin Emily Davison umkam, als sie sich auf die Rennbahn vor das Pferd des Königs stürzte. Oder sollte ausgerechnet dieses Ereignis den deutschen Pfarrer zu seinem frauenfeindlichen Kommentar zur Postkarte vom Pferderennen inspiriert haben?
     
Erst der erste Weltkrieg, als die Männer auf die Schlachtfelder zogen, brachte die Wende für die englischen Frauen, die – auch als feinere Damen – nicht mal Bürgerrechte hatten. Warum kümmert sich Herr Helling nicht um die Bediensteten am Hof von Willem zwo vor 1914? Denen schickt der Pfaffe keine Profeten ans Grab. Aber die alte englische Demokratie und konstitutionelle Monarchie, die das Dritte Reich überlebt hat, ist offenbar das grössere Ärgernis für die deutschen Proletenprofeten.

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