Ein radikaler Versteher der „Verlierer“

Posted on November 14, 2015

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Enzensberger legt das Ei des Kolumbus

oder  der Mogul mogelt

Ein Kommentar zu den „Schreckensmännern“

(dieser Text erschien zuerst auf meiner inzwischen gelöschten Website http://isismond.a12a.de )

Im Spiegel 45/06 /Debatte sind die neusten Erkenntnisse des deutschen Starliteraten Enzensberger zum Terror nachzulesen. So als hätte noch nie jemand darüber geschrieben.

Unter dem Titel „Der radikale Verlierer“ liefert der deutsche Salonintellektuelle und Kubareisende, Herausgeber altlinker Kursbücher in postmodernem Design, eine weitere Totale aus dem Genre der altbekannten General-„Ursachen“-Erklärungen zu allen Formen von Gewalt, vom Ehefrauenmord bis zum islamischen Terror, den er aber, schlau schlau, nicht so nennt.

Alle Gewalt – ob Mann gegen Frau oder Amokläufer gegen Mitschüler, ob krimineller Einzeltäter oder Nazihorden oder auch „islamistische“ Terroristen – , geht vom „radikalen Verlierer“ aus. Wie lautet doch das Märchen der linken Märchenonkel? Aller Terror aus der Welt des Islam ist durch die „Armut“ verursacht.

Enzensberger liefert nur eine weitere Variante dieses linken Märchens, indem er eine Allround-Ursache für alle Gewaltakte findet, die er mit seiner Kreation des „radikalen Verlierers“ benennt, so als habe hier einer endlich herausgefunden, woher alle Gewalt auf Erden kommt. Der Gockel hat wieder das Ei des Kolumbus gelegt. Aber das  Ei  ist faul. Oder wird der transatlantische Tausendsassa senil? Schon die schlichte Vorstellung, dass der Ehemann, der seine Frau erschlägt, ein „radikaler Verlierer“ sein soll, gehört wohl zu den Marotten, die immer noch in den Linken Köpfen unserer alten Kriminellenfreunde und neuen Terrorversteher motten. Da soll keiner auf die Idee kommen, dass nicht der Mann, sondern die erschlagene Frau die radikale Verliererin ist. Vielleicht sollen auch die moslemischen Vergewaltigergangs radikale Verlierer sein gegenüber den moslemischen Frauen, denen sie beibringen, wo ihr Platz ist, oder wie meint der Herr? Die generelle Stilisierung aller Gewalttäter zu Verlierern ist ein Lieblingstrick der alten Linken, das sie bis ins Greisenalter nicht aufzugeben bereit sind.

Es ist alles beieinander, was mann da so an totaler Welterklärungen zu bieten hat, von den Erniedrigten und Beleidigten, die sich für ihre  Demütigung rächen wollen, bis zur Feststellung, die Islamisten hätten ihre Terrormethoden vom Westen. Interessant, dass ihm dazu als erstes „westliches“ Land Russland einfällt. Es handelt sich nur um eine Variante von Bernard Lewis, nach dem alle Diktaturen der islamischen Welt auch aus Europa stammen, seinen totalitären Regimen abgeschaut sind, – wie der Mord an den Armeneniern wohl dem Holocaust? Religionsdiktatur des Islam unbekannt. Auch für Enzensberger, der nur die Blüte der islamischen Kultur zu preisen weiss, also die Zeit der Schädelminarette und des Dhimmitums der Ungläubigen. Das Werk der jüdischen Historikerin Bat Ye ’Or sorgsam  ignorierend, wandelt Enzensberger wie alle linken Islamophilen in den Spuren der Nazisse Sigrid Hunke als Quell seiner Erkenntnisse über die Kulturblüte Europas unter der Sonne Allahs.

Für ihn wie für die moslemischen Islamapologeten verdankt Europa dem Islam eine glanzvolle Kultur. Dass es sich dabei um das eigene europäische Erbe der Antike handelt bzw. das was nach der Zerstörung des byzantischen Reiches durch den Islam noch übrigblieb und gerettet wurde,  lässt  der Schläuling geschickt weg, so als stammten die jüdischen Übersetzungen des Aristoteles direkt aus dem Koran. Für Enzensberger gehört vielleicht auch Maimonides, der vor der Blüte des Islam mit seiner Familie flüchten musste, zum Glanz der islamischen Kulturleistungen. Die auffälligerweise nur dort florierten,  wo sie weit vom Herd des Islam, seinen arabischen Kernlanden entfernt waren, die bis heute keine humane Zivilisation hervorgebracht haben als das Prasitendasein der Ölquellenbesitzer. Die Moslems sind in dieser Lesart wohl die Schöpfer der griechischen Philosophie. Nun, da Allahs Sonne nicht mehr über dem Abendland scheint, das sich von ihr erholen musste, fühlen sich die Moslems also als Verlierer. Ein Kulturschock, von dem der Islam sich seit seiner Entstehung im 7. Jh. nicht erholt zu haben scheint, oder warum muss er seither den Dschihad gegen den Rest der Welt führen? Oder möchte  Enzensberger vielleicht sagen, vor dem Kolonialismus war der Islam friedlich und hat sich auf seine tolerante Art bis Europa verbreitet und auch der einst christlichen Türkei zur kulturellen Blüte etwa der Knabenlese verholfen?

Die Blütenlesart des Islam könnte wie gesagt von Sigrid Hunke sein.

Enzensberger kennt zwar die zivilisatorischen Defizite der arabischen Länder, unterschlägt aber wohlweislich den offenkundigen Grund dafür, den er im UN-Bericht nachlesen könnte, der die kulturellen Ursachen sogar benennt. Er mogelt sich um die gesamte Geschichte und bis heute gültige Doktrin des Islam herum, der als Wüstenkriegerreligion auf der geschichtlichen Bühne erschien und von allem Anfang an eine Ideologie der siegenden Eroberer und nicht der Verlierer war. Die Söhne Allahs sind laut Koran zum Siegen über die Ungläubigen bestimmt, und dieser Wahn wurde auch durch ihre erfolgreichen Beutezüge keineswegs eingedämmt, die die Moslems  nicht zu Verlierern machten, und ist bis heute im Islam als religiöser Motor des Terrors wirksam. Die Erobererreligion ist eben keine Ideologie der radikalen Verlierer, sondern  schöpft ihre massiven Gewaltimpulse aus der Siegesgewissheit eines den männlichen Grössenwahn nährenden Religionswahnsystems, dessen Gründer sich als radikaler Sieger erlebte und verstand.

Schon zu Lebzeiten des „Propheten“ dieser Erobererhordenreligion waren dieser ihre vielfachen Siege über ihre „Feinde“ vergönnt, die  Verlierer waren die Ungläubigen, die ihr im Wege waren. Verlierer dieser Religion sind die Dhimmis,  über die die „Gläubigen“ als Sieger herrschten. Der Terror gegen die Ungläubigen wurde lange vor dem Auftreten der westlichen Terroristen praktiziert, vom Abschlachten der KritikerInnen bis zum äusserst beliebten Köpfen der besiegten Gegner, heute der Geiseln der modernen islamischen Terrorbrüder. Das Köpfen haben sie nicht von den westlichen Vorbildern gelernt, so wenig wie das Steinigen oder das Hände Abhacken. Auch die Versklavung mussten sie nicht erst lernen, die lehrte schon ihr „Prophet“.

Es ist der ursprüngliche Eroberungswahn des wahren Islam, der noch heute im modernen islamischen Terrorismus virulent ist, nur mit den  technischen Methoden des Westens angereichert. Der „Islamismus“ ist der angewandte modernisierte Islam. Seine Gewaltimpulse stammen aus der Religion, die Enzensberger schlicht unterschlägt.

Wenn er schreibt: „Unabweisbar stellt sich somit die Frage nach den endogenen Ursachen des arabischen Niedergangs“, so als kennte man die nicht, dann offenbart er entweder seine profunde Unkenntnis des Islam, der eben die „endogene Ursache“ i s t, oder aber er dient sich ihm an in Kenntnis der Strafen, die den Ungläubigen drohen, die nicht auf dem Wege Allahs folgen.

Was sogar die UN-Studie über die Rückständigkeit der muslimischen Länder herausfand, ist wesentlich dem Islam zuzuschreiben, der überall, wo er herrscht, für soziale Misere sorgt. (Vgl. dazu auch Hirsi Ali, die den Zusammenhang zwischen Frauenunterdrückung und auf dem Fusse folgender sozialer Misere ebenfalls benennt, was aber  Enzensberger nicht bekannt zu sein scheint, weshalb er über die „Ursachen“ der Gewalt rätselt.) Der Bildungsnotstand beginnt schon mit der Frauenversklavung, die selber ein genuin männerrechtliches Gewaltphänomen ist, deren Folgen wie Bevölkerungsexplosion und Verelendung, genannt „Wachstum“, mann dann nicht begreift.

Ein totalitäres Religionsregime, das die weibliche Hälfte der Bevölkerung versklavt, kann nur soziales Elend produzieren, aber dafür ist der intellektuelle Grossmogul blind, der keine Islamkritik kennt. Er rätselt nun an den Ursachen für die arabische Zurückgebliebenheit.

Solange sie (die Frage nach den Ursachen GC) nicht beantwortet ist, bleibt der enorme wissenschaftliche, technische und industrielle Rückstand der arabischen Welt unerklärt und unerklärlich“, meint er geradezu treuherzig.

Wenn man den Islam ausklammert, ist die Rückständigkeit der islamischen Welt allerdings unerklärlich. Ein Rätsel für Enzensberger, das er aber für uns löst, indem er die kulturelle Basis des Elends der islamischen Länder ignoriert und die Folgen des atavistischen Religionsterrors als deren Ursache präsentiert. Die religionsbedingte Misere und Rückständigkeit soll nun das Verlierersyndrom sein, das den Terror erklärt. So kann man die Dinge mühelos auf den Kopf stellen. Die „Kränkung“ durch die Überlegenheit des Westens, wirtschaftlich, politisch, kulturell, wird damit zur Ursache der  Unterlegenheit und des Zurückbleibens einer von Grund auf zivilisationsfeindlichen Kultur. Zwar beschreibt Enzensberger die wesentlichen Aspekte der Rückständigkeit, bringt sie aber nicht mit dem Islam in Verbindung, der die Rückständigkeit eben begründet und perpetuiert. D.h. der linke intellektuelle Mogul mogelt und unterschlägt den kulturellen Faktor, dessen Bedeutung er nach Huntington & Harrison (Der Kampf um Werte) wohl kaum  widerlegen kann. Dafür verschweigt er ihn der Einfachheit halber, um ihn durch seine Erfindung des „radikalen Verlierers“ zu ersetzen, der alles und nichts erklärt und die Gewalttäter zu primären Opfern umstilisiert.

Womöglich treibt ihn der Ehrgeiz, Huntington auszustechen, denn es fällt den deutschen Intellektuellen unendlich schwer, die Überlegenheit der amerikanischen Wissenschaftler zuzugeben, besonders wenn es noch Juden sind. Das kränkt die Linke.

Dass weder die Prototypen des islamischen Terrors wie Bin Laden oder Mohammed Atta aus einer Verliererkaste stammen, noch jeder Frauentotschläger im patriarchalen Heim als Verlierer anzusehen ist, diesen Gedanken erspart sich der intellektuelle Allrounder, der ein  Weltproblem mit der linken Hand löst.

Es ist Enzensberger zwar bekannt, dass die Probleme der arabischen Welt hausgemacht sind, aber da es nicht die Gene sein sollen, wie er auch anmerkt, müssen es ja die kulturellen Faktoren sein. Nur: er lässt sie wieder aus und bietet an ihrer Stelle deren Folgen als ihre Ursache.

„Der radikale Verlierer“, der zum Gewalttäter wird. So als sei es nicht eine Religion der Gewalt, die auch ihre eigenen „radikalen Verlierer“ züchtet.

Kein Wort über die Religion selbst, die die Entwicklung der islamischen Gesellschaften chronisch behindert und stagnieren lässt. So als schreibe jemand über das Dritte Reich, seine Aufrüstung, seine Kriegsziele, seine Untaten, ohne den Nationalsozialismus zu erwähnen. Dessen erste radikale Verlierer, die Juden, freilich nicht zu Terroristen wurden…

Enzensberger ist nämlich auch einer jener deutschen intellektuellen Terrorversteher, wenn auch verbrämt, die Broder als einer der ersten so genannt und erkannt hat, und er möchte vielleicht nicht wahrhaben, dass nicht er, HME, die Terrorbrüder richtiger einschätzt, sondern HMB. Drum hat HME das Verständnis für den Terror radikalisiert zur ganz neuen Erkenntnis über den „radikalen Verlierer“, aber der neue Verliererversteher ist nur ein neu bemäntelter alter Terrorversteher.  Eine Kurskorrektur hat nicht stattgefunden.

Regine van Cleev

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https://widerworte.wordpress.com/2014/09/06/menschen-in-den-blutigen-pfoten-der-menschenschlachter/

 

 

 

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