L’infame und der Deal mit dem Islam

Posted on Juli 4, 2015

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Der Brückenbauer lädt ein

Alle Kriminellen herzlich willkommen.

Der jetzige Pontifex setzt als Brückenbauer zum Islam die Politik des Koranküssers Wojtyla fort und besiegelt auch die unheilige Allianz von Kairo 1994 pro Massenvermehrung.

Das barbarische Männergewaltrecht des Islam findet nicht zufällig in der totalitär gestrickten Linken, die vom Kollektiv der Umma fasziniert ist, dem das weibliche Individuum geopfert wird, wie im klerikalen Männerbundsystem der traditionell frauenverteufelnden Kirche (die moderne Hexenhammerversion heisst «Abtreibung ist gleich Holocaust», Papst Wojtyla) die internationalen Verbündeten, die das Religionskomplott gegen die säkulare Gesellschaft komplett machen. Von beiden Lagern der Islamophilie, dem linken wie dem kirchlichen, wird die Aufklärung über den Islam systematisch dämonisiert, als rassistisch und fremdenfeindlich denunziert und kriminalisiert.

Was die politische Klasse an Islamumarmungsorgien vorführt, wenn etwa die Kanzlerin mit Gauck und Mazyek vor dem Brandenburger Tor schunkelt, um zu demonstrieren, dass der islamische Terror nichts mit dem Islam zu tun hat, das findet seine Begleitmusik in der Islam-Schwärmereien an evangelischen Kirchentagen und in den päpstlichen Umarmungsritualen, mit denen die Invasoren aus allen Machogewaltkulturen in Lampedusa begrüsst werden.

Mit dem Jesuitenpapst ist der mächtige Propagandaapparat der katholischen Kirche von der Politik des «Dialogs» zur Politik des Deals mit dem Islam avanciert. Die Kirchenpolitik hat sich schon auf der Bevölkerungskonferenz von Kairo 1994 als unheilige Allianz der Linken und des Vatikans mit dem Islam gegen Frauenrechte offenbart. Dass diese Allianz auf dem Konsens in Sachen Massenvermehrung beruht, ist für konservative Islamkritik kein Thema, auch nicht für die links Islamophilen. In linken Kreisen galt Geburtenkontrolle in der Dritten Welt als Genocid, und noch verteufelt die Linke Initiativen zur freiwilligen Geburtenkontrolle in Drittweltländern! Siehe die Proteste aus dem linken Lager gegen die CH-Ecopop-Initiative, die das Problem der ungebremsten Massenvermehrung ganz anders angeht als der katholisch antifeministische Komplex, der die islamische «Demografie» sprich Vermehrung mit Gewalt mit der Restauration der alten Gebärzwangsgesetze konkurrenzieren will. Die Tatsache, dass in allen säkularen zivilisierten Gesellschaften die Geburtenrate wesentlich niedriger ist als in moslemischen und unterentwickelten Ländern oder in den Staaten mit katholischem Gebärzwangsgesetzen, lastet die kath. Camorra den Frauen an, die nicht soviel gebären wollen, wie sie sollen. Die Frauenverteuflung an kath. Mordparolen-Demos weist Hexenhammerzüge auf. Dass auch die wutschnaubendsten Frauenverteufler aus diesem Lager selber nicht unter den Drittweltverhältnissen nach kath. Moralteologie leben wollten, wie sie die konsequente Umsetzung des Kirchenrechts zur Folge hätten, gehört zum Heuchelprofil des Milieus.

Die Verketzerung der Kirchenkritik wird gern mit dem Hinweis auf die Gefahr des Islam begründet, der das Christentum bedroht. Dabei blendet man aus, wie sich die Bilder der Verteufelung der politischen Gegner gleichen. Gerade die kath. Mordparolen gegen Frauen, in denen die Motive zur Abtreibung als Heimtücke, Habgier und niedere Beweggründe, wie sie der Mordtatbestand noch immer voraussetzt, unterstellt werden, offenbaren ein krasses Defizit an Rechtsbegriffen, ja stellen eine heimtückische skrupellose Unterstellung dar. In keinem demokratischen Recht der Welt wird Abtreibung als Mord qualifiziert. Jeder human denkende Mensch weiss, dass die Abwendung einer Notlage kein heimtückischer Mord ist, und dass die moraltheologische Definition des Embryos nicht demokratisch rechtsverbindlich ist. Das weiss auch die tückische Camorra der Frauenverteufler, die nur mithilfe eines Gottesstaates ihre Frauendämonisierung noch als Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung durchsetzen kann.

Vor dem Hintergrund der kirchlichen Frauenverteuflung bietet der Deal der Kirche mit dem frauenverachtenden Islam, den der Jesuitenpapst mit der Appeasementpolitik vorexerziert, keinerlei Überraschung. Nur harmlose Gemüter sind erstaunt, wie der Papst sich mit der Schariareligion arrangiert.

Nicht einmal die islamische Christenverfolgung bringt den Ponitfex zu einem offenen Wort wie etwa einer Enzyklika zum Thema Islam. Die Weltverseuchung durch den islamischen Gewaltkult ist kein Thema, wie Raymond Ibrahim es kritisiert:

http://www.meforum.org/5351/pope-christian-persecution

Das erinnert an das Schweigen von Pius XII zum NS-Regime und zur Judenverfolgung. 

Auch dazu wissen Apologeten immer, dass das päpstliche Schweigen zu den Judenmorden der Schonung der eigenen Herde gegolten habe.  Es gab noch andere Interessen, wie die Verbindung mit den lateinamerikanischen Militärdiktaturen. (Nach Kriegsende wurden NS-Verbrecher durch den Vatikan nach Argentinien geschleust).

Wie die Kirche im NS-Staat einen potentiellen Verbündeten gegen den Kommunismus sah, so ist der Islam für sie ein möglicher Verbündeter gegen die Gottlosigkeit, der, wie ein Kardinal es so klassisch formulierte: «Gott zurückbringt nach Europa». Die Gottlosen sind also das Feindbild, nicht der Islam. Da trifft die demografische Weisheit der katholischen sich mit der Zwangsvermehrungsideologen mit der Frauenversklavungsreligion. Ein Konkurrenz-Programm zur Massenvermehrung.

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Konservative vom kath./antifeministischen Komplex mögen keine Erinnerung an die blutige Kirchengeschichte der Ketzerverfogungen, auch nicht an Hexenhammer und Hexenbulle, mit welch letzerem sie so manches gemeinsam haben. Das sei vorbei, heisst es, jede Erinnerung an die Geschichte wird mit dem Islam gekontert, als sei jede Kenntnis der Kirchengeschichte proislamisch oder eine Rechtfertigung von Christenverfolgung eine billige Unterstellung.

Dass eine der monotheistischen Religionen alle anderen tödlich bedroht, ist noch kein Grund, die Gründe der Kollaboration nicht zu beleuchten. Es gibt immerhin Gemeinsamkeiten in der Ketzerverfolgung, die nicht nur in der Dämonisierung der Islamkritik im kirchlichen Lager (Kriminalisierung der Kritik auch der Asylpolitik als «rassistisch» usw.), sondern auch in der Verteuflung der Frauen als Massenmörderinnen (!) wieder auflebt, die man nicht nur für alle Veränderungen der Lebensverhältnisse durch die Industriegesellschaft und Flexibilisierung der Arbeit verantwortlich macht, sondern auch für den Untergang des Abendlandes (siehe Fjordmann und Maskulisten-Gefolge).

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Zur Erinnerung an bewährte Formen der Verketzerung von Abweichlern, woran die heutigen Medientribunale gegen Kritiker der verordneten Islamophilie erinnern (denen alsbald die Verhaftung der Blasphemiker nach Geheiss der OIC folgen dürfte), sei hier ein Muster von kirchlicher Wiederbelebung bzw. Fortsetzung des inquisitorischen Ungeistes vorgestellt, der von einem kirchenbeauftragten Historiker unter dem Vorwand wissenschaftlicher Forschung gerechtfertigt wird wie folgt.

https://vimeo.com/24470767

Diese Aufwertung der Inquisition kommt just in Time, parallel zur islamischen Verfolgung der Apostaten, Dissidenten, Kritiker der Religion.

Unter dem Titel «Die Geheime Inquisition. Verfolgung Andersdenkender» bietet dieses Video eine schlau verschleierte Version von Inquisitionslogik, die der neuseeländische Historiker Peter Godman, wie der Name schon sagt, ein Agent der Glaubenskongregation, qualifizierter Apologet und Folterinterpret, als Reinwaschung der Scheiterhaufenspezialisten und als Schönfärbung ihrer Methoden auftischt. Die Agentur des Offiziums belehrt die tumben Laien:

  • «Der Legende nach widersteht Bruno heroisch dem Tribunal. In Wahrheit leugnet er sogar, der Verfasser seiner eigenen Werke zu sein. Als die Inquisitoren nicht weiterwissen, soll Bruno gefoltert werden. die entscheidung darüber hat allein der Papst zu fällen. Er sagt: Nein. Argumente, nicht Folter, sollen Bruno besiegen. In den sieben Jahren die der Prozess währt (inklusive Folter) «werden sich die Ankläger und ihr Opfer immer ähnlicher. Man beachte Brunos letzten Satz vor seinem Richter: Als sie das todesurteil verkündeten, antwortete Giordano Bruno: «Ihr solltet euch mehr fürchten das Urteil zu sprechen, als ich mich fürchten muss, es zu empfangen. « Das heisst, die Gestalt eines Kardinalinquisitors würde auch zu Bruno sehr gut passen».

Aha, das Opfer ist nicht anders als die mörderischen Täter. Das Opfer ist der Verbrecher!

  • «Mit wissenden Augen und Verstand, begnadet duch die Güte Gottes, bin ich in das Amt des vorsitzenden Richters berufen. Zu jede Zeit will ich nicht ungerecht sein gegen jene, die mein Gericht anrufen, noch werde ich undankbar sein gegen die göttliche Gnade, die mich nicht blind gemacht hat, sondern zum Führer unter den Blinden, und die alle meine Kraft einzusetzen von mir forderte, die leuchtende Wahrheit zu verteidigen. »
  • Das scheinen die Worte eines Inquisitors zu sein, doch sie stammen von Giordano Bruno. Am Ende des Prozesses sehen sich Ankläger und Opfer zum Verwechseln ähnlich. O-Ton Gottmann.

Die korrupte Apologetenlogik ist von der Islamapologie bekannt: in islamhörigen Medien werden Islamkritiker den Islamischen Terroristen (genannt Fundamentalisten) gleichgesetzt, wie es mit Hirsi Ali geschah, die der linke Prolet Burma als Fundametalistin der Aufklärung bepöbelte. Pascal Bruckner hat das erwidert.

Mit welchem Wort hätte der Beschuldigte sich angemasst, seine Widersacher zu ermorden?

Der Unterschied von mörderischer Macht und Ohnmacht ist dem Gottmann wohl nicht klar.

Bzw. er tut so, als kenne er ihn nicht. Dann heisst es noch scheinheilig:

  • Bruno hat sein lebenslanges Versteckspiel aufgegeben, tapfer veteidigt er seine Lehren und bezahlt mit dem Todesurteil, unterzeichnet von Santori und kardinal bellarmain, den die Kirche heute als Heiligen verehrt.

Wovor musste er sich denn verstecken? Klingt so, als habe der Lügner schliesslich seine Lügen aufgegeben. Die Erhebung zur Ehre der Altäre folgt alten Mustern des klerikalen Männerclubs; auch der Kinderschänderschützer Wojtyla wird als Heiliger verehrt.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Unheiliges-Schweigen/story/19007053

Es folgt dann im Video die raffinierte die Rabulistik von Ratzinger, der sowohl das nicht reagierende Gewissen der Mörder von Giordano Bruno beklagt als auch die Heiligkeit und «Jesusnähe“ des Papstes beschwört, so dass man ganz gerührt wird ob soviel Christlichkeit. Die sacra rota ist noch für so manche Aufbereitungen der hl.Inquisitionslogik gut. Man beachte den Blick des Inquisitors Godman an dieser Stelle, wo er die Augen etwas schief verdreht, als könne er den Zuschauern nicht in die Augen sehen.

Die Verketzerung Giordano Brunos wird fortgesetzt, unter dem Vorwand des Bedauerns. Ratzinger macht das noch schlauer als Godman. Hörenswert! https://vimeo.com/24470767

Es sind immer ähnliche Figuren, die die Ketzer, Kritiker und Dissidenten der Religionspolitik als «Fanatiker» (Fundamentalisten) diffamieren und auch deren Ermordung zu relativieren verstehen. Sie liefern den Laien-Apologeten die aberwitzigsten Argumente gegen die sog. Nicht-Fachtheologen, analog den Islamapologeten, die sich auf den Koran auf Arabisch zu berufen pflegen, den angeblich niemand lesen könne – Methoden, mit denen im Milieu der katholischen Vulgär-Apologie selber solche Nichttheologen operieren, die sich durch recht gelungene Ansichten auszeichnen, wie die, niemand sei befugt, sich zur Kirchengeschichte zu äussern, der nicht kath.Theologe sei!… Apologeten sind bekanntlich Fachkräfte zur Beurteilung des Ketzergeistes. Auch im Fall Galilei nimmt das nachträgliche Rufmord-Spiessertum der Beanstandung des angeblich zu luxuriösen Lebensstils des Gelehrten groteske Formen an.

Na, zum Glück können heute auch Laien die lange verbotenen Schriften lesen.

Eine gute Besprechung des Buchs von Godman inklusive Kritik seiner obskuren Manie der Verharmlosung und Legitimation der Inquisitionspraktiken lieferte Willi Winkler:

http://www.gavagai.de/hhd114.htm

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Jan Hus

Am 6. Juli wird dieser Ketzerverbrennung von Jan Hus in Konstanz zu ihrem 600sten Jahrestag gedacht. Die Akten des Konstanzer Konzils sind nicht erhalten, weshalb Jan Godman auch die Verbrennung nicht noch mit Zitaten als Akt der kirchlichen Vernunft erklären konnte. Der Kirchendiener, der als erster die Ehre hatte, das Vatikanische Archiv einzusehen, hat einen Ruf an die Sapienzia in Rom angenommen, wo er seine Weisheiten über die Berechtigung der Ketzerprozesse erweitern kann.

Die Apologeten-Arroganz zieht sich auch durch die Kommentare zum 600sten Jahrestag der Verbrennung des böhmischen Vorläufers der Reformation, Magister und Rektor der Carolina, Jan Hus, der vom Konzil zu Konstanz als Ketzer verurteilt wurde und dort den Feuertod erlitt. Hier ein Beispiel dieser Arroganz gegenüber dem Vorkämpfer des Reformation:

http://www.reformiert.info/artikel/z%C3%BCrich/jan-hus-starb-f%C3%BCr-die-freiheit-des-wortes

Die Verfasser, zwei deutsche Burschen, die vom hohen Ross ihres Besserwisserdünkels auf den tschechischen Märtyrer blicken, von dessen Aufenthalt in Konstanz und Erscheinen vor dem Konzil nur wenige Dokumente vorhanden sind, was die Brisanz des Gerichtsfalles und die Bedeutung des schändlich behandelten Magisters Hus in keiner Weise schmälert, subsumieren kurzerhand das heute gepflegte Andenken an Hus, zu dessen Hinrichtungsstätte neben Tschechen auch viele deutsche Protestanten pilgern, unter «Historischer Kitsch».

In der Version eines billigen Krimiautors Henry Gerlach:

  • «Hus war ein Fundamentalist. Mit Toleranz hatte er nichts zu tun.»
  • Hinter ihm ist ein Historienbild aus dem 19. Jahrhundert auf die Wand gemalt. Es zeigt den radikalen Theologen in Ketten, zuversichtlich sein Haupt dem göttlichen Licht zugewandt, das durch die Gefängniszelle dringt. Für Gerlach ist dies geschichtsklitternder Kitsch.

Was soll an der Darstellung der Kerkerhaft Geschichtsklitterung sein. War Herr Gerlach vielleicht dabei? Der Mann, der sich über die Inhaftierung unter grausamen Umständen glaubt lustig machen zu müssen, ist seinerseits als Profiteur der Vita von Hus umtriebig tätig wie folgt:

Der Kunsthistoriker hat ein Kompetenzzentrum für das Konstanzer Konzil aufgebaut und zusammen mit seiner Frau einen Konzilkrimi geschrieben. Er ist sozusagen die moderne Form des Privatgelehrten, der auch in historische Gewänder schlüpft, um als Stadtführer bei Besuchern Appetit auf Geschichte zu wecken.

Worauf will der ungemein kompetente Herr eigentlich «Appetit“ wecken? Auf die

  • Laszive Hafendame?

Oder die postume Entlarvung des Ketzers? Was will der Kompetenzbrocken wohl sagen? Dass Hus die Prostitution nicht zu schätzen wusste? Ist es das, was einen Puffkompetenzbold umtreibt?

  • Am Anfang der Hus-Exkursion steht Gerlach vor dem mächtigen Kaufhaus am Hafen, das heute noch Konzilsgebäude heisst und eine wechselvolle Geschichte vorzuweisen hat. Hier, in dem ehemaligen Warenlager, fand 1417 das Konklave zur Papstwahl statt. Im 19. Jahrhundert nutzte die Bahn das Gebäude als Güterbahnhof. Heute kann man den Saal für Familienfeiern mieten, im Obergeschoss finden Konzerte statt. Ein Steinwurf entfernt, am Ende des Landestegs, plustert sich die riesenhafte Gestalt der Imperia auf. Die mächtige Statue mit zentnerschwerem Steinbusen, geschaffen 1993 vom Bildhauer Peter Lenk, grüsst lasziv die Konstanz-Passanten. Sie steht als Symbol für den Aufmarsch der Prostituierten, die mit ihren Liebesdiensten den Kardinälen und Königen, Grafen und Bischöfen während der vier Konzilsjahre 1414-1418 zu Diensten standen. Genau diesen Sündenpfuhl prangerte Hus an, predigte stattdessen das christliche Armutsideal und rüttelte damit am Thron der Mächtigen – mit fatalen Folgen für ihn. Bibel allein.

Der Ton ist schulmeisternd, wenn er über Hus wie über einen nicht ernst zu nehmenden Fanatiker, Eiferer herablassend urteilt, ganz im Sinne des Konzils. Wie eifrig wird man denn, wenn man nicht mal angehört wird und das Urteil von vornherein feststeht?

  • Das Konzil selbst tagte im Konstanzer Münster. Gleich hinter dem Eingang, zwischen den Kirchenbänken, konturiert sich ein dunkler Fleck. Henry Gerlach zeigt darauf und sagt: «Hier, so will es die Legende, soll in Hus nach seiner Verurteilung der Teufel gefahren sein.» Dreimal versuchte Hus unter dem gotischen Gewölbe des Doms seine Lehre zu verteidigen: Nur die Bibel und nichts als die Bibel machte er als einzige Autorität in Glaubensfragen aus. Nicht den Papst und nicht die kirchlichen Gerichte, sondern Jesus Christus allein sei die Quelle aller Wahrheit. Im Eifererton.

Woher wissen die Verfasser und Gerlach das?! Waren sie dabei oder woher haben sie das  Klischee vom «Fundamentalisten»? Der Krimiautor macht sich wichtig, wirft sich als der  Beurteiler und Verurteiler von Hus auf, der alles besser weiss, deutscher Dünkel in Reinkultur. Ein ebensolcher Kirchenkonformist wie dieser Godman, nur in Vulgärausgabe.

  • Es war während Gerlachs Ausführungen deutlich spürbar: Ein Mensch wie Hus, kompromisslos zum Märtyrertum bereit, das widerspricht seinem Lebenskonzept.
  • «Man muss Hus im lateinischen Original lesen. Der Ton des Eiferers ist kaum zu überhören», sagt er. Und er verteidigt die zwölf Kardinäle, die 1415 Hus zum Tode verurteilten. Rein verfahrenstechnisch sei der Prozess regelkonform verlaufen.

Wie dieser Krimischreiber die Konzilsverbrecher, die Hus auf den Scheiterhaufen brachten, auch noch zu gerechten Richtern verkitscht, das ist deutsche Sülze über der Brutalität pur. Ein Brechmittel. Und dann noch die Gnade dieser Machtmenschen, die ihn „retten“ wollten.  Das nennt man Interesse am Seelenheil der Verbrennungskandidaten!

  • Möglichkeiten seien Hus angeboten worden, den Flammentod als Ketzer zu vermeiden.

Wie grosszügig von diesen Herrschaften!

  • Etwa vom Schirmherr des Konzils, dem römisch-deutschen König Sigismund, der ihm freies Geleit versprochen hatte und allein schon wegen des vorhersehbaren Konflikts in Böhmen keinen Märtyrer produzieren wollte. «Aber Hus wollte über die ihm gebauten goldenen Brücken nicht gehen.»

«Goldene Brücken»! – nachdem man ihn, entgegen dem Geleitbrief, über einer Kloake eingekerkert hatte! Was für Begriffe von Meinungsfreiheit hat dieser billige kirchenservile Krimischreiber, der sich mit Stadtrundgängen als Husexperte aufspielt! (Vrgl. die weitaus kompetentere, erhellendere und fairere Schilderung von Florian Stark in der Welt.)

http://www.welt.de/geschichte/article143105305/Machtkalkuel-praegte-den-Schauprozess-gegen-Jan-Hus.html

Ein Leserbrief, der den beiden Burschen und dem «Magister Gerlach» den Star sticht:

Walter Kopp | 30. Juni 2015

  • Das irritiert: „Der Ton des Eiferers (Jan Hus) ist kaum zu überhören.“ Inquisitoren, die dogmatisch grössten Fanatiker vom 13.-18 Jhr, welche als Konstanzer Konzil die 30jährige Leiche von John Wycliff ausgraben hiessen, sie zu verbrennen, seine Werke der Häresie bezichtigten und ihn als Ketzer verdammten, wird ein „regelkonformer Prozessverlauf attestiert“.
  • Der „Hexenhammer“ bzw. die „Hexenbulle“ sind desgleichen Produkte dieser geistig verblendeten Irrläufer aus den Reihen von Dominikaner und anderer katholischen Orden. Magister Gerlach und die beiden Verfasser Delf Bucher & Stefan Schneiter sollten sich mit den unmenschlich grausamen Ermordungen Andersgläubiger durch Folter, Verbrennungen, Ertränken, Erhängen, etc. mittels historischen Quellen auseinandersetzen, bevor sie vergangene Wirklichkeit hermeneutisch um- und fehldeuten. Glaubensverfolgung und Ketzermorde retrospektiv als Historienprozesse zu verklären, ist wohl der 1542 päpstlich gegründeten Glaubenskongregation zum „Schutz der Kirche vor Häresien“ zu verdanken.

Was die Herren Gerlach & Konsorten da von sich geben, ist eher eine Leichenschändung und Kranzniederlegung vor den Konzilsrichtern, die hier beweihräuchert werden. Ekelhaft.

Der Deutschlandfunk brachte (am 2. Juli) ein Interview mit dem Arnd Brummer, Autor von: «“Jan Hus. Warum ein frommer Katholik auf dem Scheiterhaufen endete». Brummer, ehemaliger Katholik, heute Protestant, betonte im religionsfürchtigen DLF, es sei nicht unbedingt die kath. Kirche gewesen, die Hus verurteilt habe, sondern es seien die Querelen an der Prager Universität von Prag gewesen, die zu der Verurteilung geführt hatten. Ach ja, und unter welcher Kirchenaufsicht wurde Hus denunziert, wer liess ihn verhaften? Das erinnert mich so an die Hexenprezesse der domini canes, die heute auch alle nichts mit der Kirche zu tun haben, nur mit der weltlichen Gerichtsbarkeit, und – die neuste Masche – ein Ergebnis des Hexengleaubens der Bevölkerung gewesen seien, an der die Hexenbulle unschuldig war oder wie? Auch die Inquisition wird zu einem ordentlichen Gerichtsverfahren stilisiert. Siehe den Kompetenzmanager und Krimischreiber Gerlach &Co, der Hus postum belehrt, dass seine Richter gerecht gewesen seien. Oder Godman, der weiss, dass Giordano Bruno nicht anders als seine Inquisitoren war.

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Der erste tschechische Film über Jan Hus, der neulich von Arte gesendet wurde, ein sehr eindrückliches Werk von Jiri Swoboda, sehr sorgfältig und sensibel inszeniert, wurde mit ähnlichem deutschen Dünkel in der Welt von einer Barbara Möller von oben herab abgetan – als ästhetisch nicht up to date; der Regisseur, der diesen ersten tschechischen Film über Jan Hus präsentierte, wurde von Frau Möller angepflaumt als einer, der nicht über seinen «Tellerand» hinaussehe!, nur weil diese deutsche Dünkeldame vielleicht lieber etwas Poppiges gesehen hätte? Die Liebesgeschichte sei «Gänseblümchen», meinte die Erotik-Ästhetik-Expertim,  sprich Kitsch. Frau Möller weiss offenbar genau, wie Liebesgeschichten im Film auszusehen haben, vielleicht vermisst sie eine knackige Bettgeschichte, wo sich die Nacktärsche nur so tummeln, nicht wahr. Die subtilen Szenen, die die unausgesprochene Liebe in leisen Gesten, kaum Berührungen darstellen, geht über den Möller-Tellerrand hinaus.

http://www.welt.de/kultur/medien/article143339252/Luesterne-Priester-wollten-Jan-Hus-brennen-sehen.html

Gegenüber dieser Schnoddrigkeit war die Besprechung von Heike Hupertz in der FaZ eine angemessene Würdigung dieses Werks, das auch dem kompetenten Drehbuch der tschechischen Historikerin gerecht wurde, die schon einiges über Hus geschrieben hat, und eine Art Film zu schätzen weiss, die vielfach als ausgestorben“ beklagt worden ist:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/arte-zeigt-den-zweiteiler-jan-hus-13677668.html

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Der Brückenbauer lädt aus

Papst exkommuniziert Chefin von „Wir sind Kirche“

Von Lucas Wiegelmann

„Wir sind Kirche“. Die internationale Bewegung wurde 1996 in Österreich gegründet nach dem Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, in die Wiens Erzbischof Kardinal Hans Groer involviert war.

Papst Franziskus hat die österreichische Vorsitzende der katholischen Reform-bewegung „›Wir sind Kirche› exkommuniziert.(…) Die Exkommunikation ist die strengste Strafe, die die Kirche verhängen kann. Die pensionierte Religionspädagogin Heizer (67) und ihr Mann hatten regelmäßig in ihrem Privathaus im österreichischen Absam (Tirol) Messen gefeiert, gemeinsam mit anderen Gläubigen, allerdings ohne geweihte Priester. Das ist nach katholischer Lehre nicht zulässig.

Als die Praxis vor drei Jahren öffentlich wurde, leitete der Bischof von Innsbruck, Manfred Scheuer, ein Untersuchungsverfahren ein, das nun mit der Exkommunikation endete. Das Ehepaar Heizer erkennt das Verfahren nicht an und hat es abgelehnt, die abschließende Exkommunikationsurkunde entgegenzunehmen.

(…) der Innsbrucker Bischof Scheuer bedauerte die Entwicklung und sprach von „Selbst-Exkommuni-kation“: „Ich empfinde es als Niederlage, dass es uns nicht gelungen ist, das Ehepaar Heizer zum Umdenken zu bewegen und so das Verfahren zu vermeiden. Denn die Feststellung einer Selbst-Exkommunikation ist kein Sieg, sondern immer eine Niederlage für die Kirche.“

Woran erinnert mich das doch? Man verbrennt zur Zeit nicht, man baut Goldene Brücken?

  • Die Exkommunikation widerspricht dem öffentlichen Bild vom dialogfreudigen, barmherzigen Papst Franziskus. Am Ende aber gab das Kirchenrecht offenbar den Ausschlag. Laiengottesdienste berühren einen Grundsatz der katholischen Kirche, die Unterscheidung von Laien und Klerikern.
  • Die „Wir sind Kirche“-Funktionärin Heizer macht sich für verschiedene Reformforderungen wie Frauenordination oder Abschaffung des Verhütungsverbotes stark. Als Radikale gilt sie nicht. Berühmt wurde sie 1995 als Mitinitiatorin des Kirchenvolks-Begehrens in Österreich, das eine Erneuerung der Kirche forderte und die katholische Reformbewegung der Laien weltweit prägte. (…)
  • Der Vorsitzende von „Wir sind Kirche“ in Deutschland, Christian Weisner, sagte der „Welt“: “ Das vermeintliche schwere Vergehen, das Martha Heizer vorgeworfen wird, begehen täglich auf der Welt Hunderte von katholischen Gruppen.
  • Es ist eine Folge des Priestermangels, dass Gläubige manchmal auch ohne geweihten Priester gemeinsam Gottesdienst feiern. Statt das zu bestrafen, sollte man diese Form des Laienengagements begrüßen und sich darüber freuen.“

Heizer selbst teilte in einer Stellungnahme auf der Website ihres Vereins mit, sie sei „geschockt“ von der Entscheidung. „Es entsetzt uns ungemein, dass wir uns in der gleichen Kategorie wie priesterliche Missbrauchstäter wieder finden. Besonders erbittert es uns, dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert worden wäre. Es wird also mit unterschiedlichem Maß gemessen.“

Wieso geschockt? Klerikale Kinderfreunde werden halt nicht exkommuniziert, sie werden geehrt und in den Kardinalsrang erhoben in vollem Wissen von ihrem unholden Treiben mit den Knaben. Und der Schutzpatron der Kinderschänder wird als Heiliger verehrt. Es ist doch bekannt, dass die Frau nicht kultfähig ist im klerikalen Schwulen- und Pädophilen-Biotop. Das Verhütungsverbot ist diesem Club der kinderlosen Kinderfreund ganz besonders heilig. Die Kirchenmänner hüten es wie ein Gottesgeschenk. Ja was erwarten die Frauen denn von einem hochfeudalen Männerclub, der Mütter vergewaltigten Mädchen im Fall der Abtreibung exkommuniziert, wie die lateinamerikanischen Kirchenfunktionäre. Wer fällt denn in diesem Verein bloss auf die Inszenierung des Jesuitentheaters vom gütigen Franziskus rein! Mulier vult decipi…

April 2014 wurde Johannes Paul II. von Papst Franziskus heiliggesprochen

Unheiliges Schweigen

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Unheiliges-Schweigen/story/19007053

Meier findet es «schlimm, dass auch Franziskus die Schattenseiten seines Vor-Vorgängers nicht wahrhaben wolle».

Warum sollte er? Michael Meier sollte doch wissen, was für eine Organisation das ist.

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