Köppels (Alb)Traum

Posted on Juni 12, 2015

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Teufelsaustreibung im Zürcher Männerhaus

Das Weib ist bitterer als der Tod

Und wieder ist ein Mann durch Weibe Tücke gestürzt worden  –  wie Blatter durch die US-Justizministerin. Ein Fall für Köppel.

Köppels (Alb)Traum oder ein Mann sieht rot

  • Denn bitterer als der Tod ist das Weib, ihr Herz ist ein Fanggarn, ihre Arme sind Stricke, zum Tode geht ihr Haus hinab. Keiner, der zu ihr eingeht,  findet die Pfade des Lebens wieder.

Die Mentalität der Altpatriarchen gedeiht wie gesagt üppig im Dunstkreis des Schweizer Männerhauses. In der Weltwoche findet das alte Ressentiment der Mannen, die sich noch nicht von der Frauenbewegung (die längst vorbei ist) erholt haben, einen nahrhaften Dung, auf dem auch Immergrünlinge wie der Dauerpubertand Hollstein spriessen. Der bubihafte Chefredaktor Köppel (das Köppeli) lebt dort seine gynäphoben Obsessionen in immer neuen Bizarrerien aus, mit denen er sich als ein Mini-Weininger einem Publikum präsentiert, das sich vermutlich amüsiert, wenn es sich nicht zu den Leidensgenossen aus dem risikofreudigen Geschlecht zählt. Köppel geniert sich so wenig wie sein heiss verteidigter Grüner Grüsel Geri Müller, sich am Arbeitsplatz zu entblössen – er gibt sich die Blössen intellektuell und kommt sich dabei vermutlich als bedeutender Denker (!) der Geschlechter-Verhältnisse vor, wenn er seine peinlich puerilen Ergüsse im Blatt ausbreitet und eine Frauenfurcht offenbart, dass frau sich an den Kopf fasst und fragt: was haben die Frauen diesem armen Mann angetan?

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/stadtammann-mueller-und-armeechef-nef-sind-die-faelle-vergleichbar-128268101 Köppel über nef:

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2008-30/artikel-2008-30-tricky-saemi.html

Die Liebe ist eine Höllenmacht, verkündete er schon feierlich zur Affäre Nef, und beschuldigte in diesem Fall sogleich die Frau, der der Armeechef damals ein ganzes Rudel von Männern auf den Hals hetzte via getürkte Kontaktmails, der «Vergeltungsmassnahmen», weil sie sich zu wehren versuchte. Also auch dort, wo – anders als im Fall Müller -, die Frau vom Mann terrorisiert wurde, war Köppel sofort auf seiten des Mannes, als Opfer der «Höllenmacht», die in seinem Unterbewusstsein weiblich ist, was an moralischen Infantilismus grenzt bzw. eine klägliche menschliche Unreife verrät. Was treibt diesen Mann bloss um, der an der Wahnvorstellung zu leiden scheint, dass Frauen schon die ganze Redaktion (98%Mann) okkupiert haben. Was geht in diesem puerilen Köppel vor, der solchen Wert darauf legt, dass keine Frau, die schwanger werden kann, Firmenschefin wird. Sorge um das Firmenwohl?

Was Köppels Kenntnis und Verständnis der Frauenbewegung, die er auf Neid von Frauen ohne Mann auf solche mit Mann reduziert, zeugt das von einer Sonderschulreife in Sachen Menschenrechte und Frauengeschichte. Weiter scheint der Mann mit dem glatten BubiGesicht und den platten Pennäler-Weisheiten noch nicht zu sein. Sein jüngster Erguss unter dem Titel «Begehren» erfüllt alles, was das satirische Gemüt der Leserin begehren kann:

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2008-30/artikel-2008-30-tricky-saemi.html

Es ist derselbe Warn- und Wehruf wie zur Affäre Nef, den das erbarmenswerte Männchen nun wiederholt zur Affäre Geri, wo er wieder die Hölle beschwört. Und in dieser Hölle ist das Weib der Teufel, der Mann ist nur ein armer Teufel, der nicht anders kann, als seinem Trieb nachgeben. Da sitzt er im Büro wie in seinem Bett und kann nicht anders. Erbarmen mit dem Manne. Das Risiko Frau ist zu gross für das risikofreudigen Geschlecht, dass sich im WW-Männerhaus in Sicherheit gebracht hat vor den teuflischen Einflüssen der Weiblichkeit.

Zu den biblischen Weisheiten über die Gefahren, die dem Manne von Frauen drohen, kommt ein unschweizerisches Pathos, wenn dem Manne der Kamm schwillt vor Wut über die Frau, die den Geri reinlegte, der aber überquillt vor Verständnis für einen Mann, der seine Ex-Freundin verfolgte und ihr fremde Männer ins Haus hetzte. Wenn zwei gleich irrational handeln, dann ist der Mann ein Opfer, die Frau eine Täterin in Köppels Welt. Ein Mann sieht rot.

  • Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen. (Köppel oder Bibel?)

Man stelle sich vor, mit welchen gewaltigen Mächten die Weltwoche-Redaktion zu kämpfen hat, vor denen sie sich in Sicherheit bringen muss. Sie lauern mit Stricken und Fallen, diese Frauen, und wollen das Männerhaus ins Verderben reissen. Die Redaktion scheint aber doch Gottes Gefallen gefunden zu haben, sie ist dem schlimmen Schicksal entronnen, das den Schweizer Bundesrat ereilt hat mit schon drei Frauen drin! Das Ende der Schweiz ist nahe. Hier in extenso:

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2014-36/editorial-begehren-die-weltwoche-ausgabe-362014.html

  • Man sollte eine gewisse Toleranz entwickeln für Männer, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen.
  • Gespräche an einem Abendessen: Es gibt zwischen Männern und Frauen ein Naturgesetz: Der Mann muss die Frau begehren. Die Frau wiederum lebt davon, dass der Mann sie begehrt. 

Nanu, da müssen die Lesben aber was übersehen haben, und alle Frauen, die gottenfroh sind, wenn sie geschieden sind, soll es geben, und nicht zu wenige…

  • Männer begehren irrational, mitunter krankhaft. Frauen bleiben vernünftig, selbst wenn sie intensiv begehrt werden.

Deshalb gibt’s so viele Konvertitinnen, die auf die Moslem-Machos reinfallen, interessant, was dieser Mann doch alles denken kann. Und merke: der Mann ist nie berechnend, drum setzt er so gerne sein gesamtes Vermögen aufs Spiel, um es unter die begehrten Frauen zu verteilen, woher auch die grosse Verarmung der Männer kommt, die nach der Scheidung alle zum Sozialamt müssen; woran man wieder sieht, wie perfide das Volksvermögen an die Frauen verteilt wird. Und dann wollen sie auch noch hoch bezahlte Stellen haben! Mannes Tragödie:

  • Sein genetisch eingepflanztes Vermögen, die Frau unbedingt zu wollen, ist die grosse Schwachstelle des Mannes, seine Achillesferse, die empfindliche Lücke im Panzer.

Keiner, der zu ihr eingeht, findet die Pfade des Lebens wieder.

  • Der begehrende Mann ist nicht mehr zurechnungsfähig.

Da ist was dran. Dann gehören die aber alle schnellstens entmüdigt und unter weibliche Vormundschaft gestellt, oder? Wer will so einem Wesen noch einen verantwortungsvollen Posten überlassen! Z.B. Armeechef, oder Firmenchef?!

  • Er befindet sich in einem Rausch, der durch Lockstoffe ausgelöst wird, die ihm die Frau subtil übermittelt. Es kann kein echtes Begehren geben ohne die Frau, die dem Mann Signale gibt, die ihn annehmen lassen, sein Begehren könne erwidert werden.

Aha, immer wenn ein Mann eine Frau haben will, die ihn nicht will, hat sie ihm die Signale dazu gegeben, sie meint also ja, wenn sie nein sagt; auch wenn sie vergewaltigt wird, nicht wahr.

Ist der Mann auf der Redaktion eigentlich noch zurechnungsfähig oder welche Signale hat ihm ein ebenfalls schwer frauengeschädigter Kollege gegeben, diesen Stuss zu produzieren?

  • Der Mann ist am verwundbarsten, wenn er begehrt. Nie ist die Macht der Frau, nie ist die Ohnmacht des Mannes grösser.

Jetzt wissen wir endlich, wie die Frauen die Männerkriege verhindern können, bei dieser Macht, die sie haben, ein Kinderspiel. Aber damit keine glaubt, die Männerkriege seien von Männern verursacht, kommt im Kommentarbereich flugs ein Nikolaus (17 oder über 77?) wie ein fleissiges Äffchen herbeigeeilt und belehrt die Leser: an den Kriegen sind die Frauen mindestens so wie die Männer beteiligt, da sie sie nicht verhindern. Sie billigen sie. Wie die Juden die Pogrome? Na, gut zu wissen, woher das Programm der IS-Horden stammt.

  • Was rätselhaft erscheint, ist nur eine List der Natur. Der Mann muss begehren, um seinen Paarungstrieb zu erfüllen, damit die Spezies überlebt. Deshalb ist dieser Trieb bei ihm so nerven- und gehirnbetäubend stark. Das Begehren oder besser: das Begehrtwerdenwollen der Frau ist kalkulierter, überlegener, weniger Zeugungs-, mehr Machttrieb…

Ich hab’s doch immer geahnt, die Frauen sind das machtbesessene, der Mann das von Frauen kalt berechnend beherrschte, das untertane Geschlecht! Jetzt fragt frau sich doch, auf welchem Knabeninternatsklo, auf welchem Pennäler-Pissoir hat der Köppel das aufgelesen?

  • der erst dann ins Irrationale, für den Mann Zerstörerische umschlägt, wenn die Frau vom Mann enttäuscht wird.

Oh! Im Zustand der Hörigkeit, der so viele Frauen in die Arme von windigen Exemplaren ihres Geschlechts führt, ist sie die kühl Kalkulierende… rational! Zum Beispiel bei diesen zahlreichen desaströsen Heiraten mit Machotypen, von der jede Frau, die nicht gerade voll benebelt ist, dringend abrät. Köppels Psychologie ist nicht nicht mal pueril, sie ist einfach infantil. Er geht nur von sich aus, keine Spur Einfühlungsvermögen in die andere Seite. Stattdessen der ideologische Bodensatz aus dem Altvätervorrat von Museumsbeständen des früheren Schweizer Eherechts, das der Türkei so gut gefiel, dass sie es gleich übernahm. In der Schweiz hat das zwar nicht mehr im geltenden Recht, aber in den Kellern des patriarchalen Unterbewussten wie die Fossilienteile in Spirtus aufbewahrt überlebt. Ein seltsames Leben, das da in Köppels Kopf spukt, eine Art von geradezu paranoidem Wahn, der auf Ressentiments beruhen muss und die Dinge auf den Kopf stellt (Projektionen nennt man das): Machttrieb, von dem die Männergeschichte wahrlich überreichlich Zeugnis ablegt, ist also beim weiblichen Geschlecht angesiedelt, während der Mann den Frauen, die sein Geschlecht schon zu Milliarden ermordet hat, hilflos ausgeliefert war. Wurden sie vielleicht umgebracht, weil sie ihre Mörder nicht begehrten? Ihr Selbst-Bewusstsein nicht von ihnen bezogen?

Etwas vom besten ist der folgende schwülstige Schwachsinn:

  • Jeder Mann muss Techniken entwickeln, wie er mit seinem Begehren zurechtkommt. Die meisten Männer bringen sich rechtzeitig in Sicherheit, indem sie sich vor der extremen Hitze, die von der begehrten Frau ausgeht, verkriechen.

Rette sich wer kann. Denn bitterer als der Tod ist das Weib. Ihre Arme sind Fangarme, ihr Herz ist ein Netz. Zum Tode geht ihr Haus hinab. Keiner, der zu ihr eingeht, findet die Pfade des Lebens wieder. Erbarmen mit dem Köppel. Erbarmt sich denn keiner? Kein Kabarettist weit und breit? Köppels Prosa erreicht jetzt biblische Dimensionen, höret den Rufer in der Weltwoche, wie er warnt vor dem übelen Wibe, ehe er untergeht, ein Todgeweihter, wahrlich ich sage euch, der nur noch für kurze Zeit den Fallstricken entkommt, die die Hölle ihm bereitet! Ich fürchte, dem Manne kann nicht geholfen werden: 

  • Nicht alle haben die Kraft, sich dem zermürbenden Kampf zu stellen, an dessen Ende entweder der eigene Untergang oder eben die Eroberung der so heissersehnten Frau steht. Männer, die erfolglos begehren, es aber trotzdem versuchen, sind wie Motten, die am Licht verglühen.

Jetzt ist der Geschlechterprofet im Rotlicht gelandet. Was für ein Finale! Wieso muss mann untergehen, wenn mann nicht bekommt, was mann will? Soll das aus der Bibel sein oder aus den St. Pauli Nachrichten? Dort wimmelt es von diesen Lolas, wie sie das Layout der Weltwoche-Unterwäsche bevölkern. Oder woher hat er diese Serien von neckischen Nackedeis und tussigen Pussis, dieses Lifefstyle-Layout im Playboyformat, in dem ein ambitionierter Snob mit Aufsteigersyndrom, der die Erfolg-Reichen und Korrupten bewundert, gern durchblicken lässt, in welcher Promi-Bar er wieder mit welchem Promi angestossen hat, der seine Bedeutung bereichert, à la «Als ich neulich mit dem Nobelpreisträger xy in der Berliner Bar …» oder so ähnlich.

  • Frauen wollen, ja sie müssen begehrt werden. Sie setzen alles daran, begehrt zu werden. Man darf ihnen das nicht übelnehmen. So wie der Mann unter Umständen seine ganze Existenz am Schmelzpunkt des totalen Verlangens bündelt, so richtet sich die Frau mit allen Fasern darauf aus, begehrt zu werden.

Man darf’s ihm wirklich nicht übelnehmen. Jetzt dämmert mir auch, wo er das herhat! Hat Köppel noch nie eine Frau erlebt, die ihn begehrt? Vielleicht stellt er sich das so vor – sie begehrt mich zwar nicht, aber sie will mich doch, sie will… das klingt irgendwie nach den Ratschlägen, die Frauen im alten England ihren Töchtern gegebenhaben sollen, wenn die zwar den Mann im Bett nicht wollten, aber so tun mussten als wollten sie – «do it for Britiain», hiess dieser Rat der Mütter. Köppel wirkt irgendwie wie einer, der zwar irgendwo merkt, dass eine ihn nicht will, aber aus irgendwelchen anderen Gründen so tut, als wolle sie und sich begehrenswert gibt. Na ja. 

  • Das Begehrtwerden durch den Mann ist die stärkste Droge, ist das stärkste Aufputschmittel der Frau. Mathematisch formuliert: Das weibliche Selbstvertrauen ist die Summe des männlichen Begehrens im Quadrat. Je heftiger das Begehren des Mannes, desto überproportional grösser ist die existenzielle Zufriedenheit der Frau, ihre Geborgenheit im Leben.

Mit anderen Worten: der Mann ist das Leben der Frau! Wo kommen da bloss alle die Frauen her, die aus dem Leben mit dem Mann entweichen und sich scheiden lassen? Die Zahl der Frauen, die sich trennen, wenn sie sich ihrer selbst bewusst werden, übertrifft die der Männer, wie man hört, und so manche kommt erst nach der Trennung wieder zu sich selbst (falls sie sie überlebt).

Was ist denn mit den Frauen, die sich vom Mann trennen wollen, von dem sie immer noch begehrt werden? Z.B. vom Armeechef. Fallen sie alle aus Köppels Naturgesetz, oder welcher Frauenchef hat das erlassen? Wenn dem so wäre, dann wäre jede Frau ja glücklich über jeden Mann, der sie will und es gäbe keinen, den sie nicht will, wenn er sie nur begehrt! Der Köppel hat noch nicht kapiert, dass die Hormon-Beneblung des menschlichen Hirn nicht wählerisch ist, und zwar auf beiden Seiten. Aber was für den Mann als Entschuldigung gilt, wird bei Köppel zur Beschuldigung der Frau. Da scheint einer von einer geradezu mittelalterlicher Gynäphobie besessen zu sein und begreift nicht mal, dass auch Frauen Männer jenseits der Grenzen der Vernunft begehren und sich dabei total irrational verhalten und in ihr Unglück rennen. Die Ergebnisse füllen die Filmarchive.

  • Frauen wollen sehen, dass der Mann sie begehrt. Sie sind süchtig nach Beweisen männlichen Begehrens. Er begehrt mich, also bin ich.

Falls sie den Mann begehren. Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir hier am Quell der Projektion – Köppel scheint sich selber zu beschreiben. Es wirkt wie die Verarbeitung von Zurückweisungs-Erlebnissen. Der Mann, den keine Schweizerin wollte oder wie? Warum bildet sich einer ein oder redet sich ein, dass Frauen, die ihn z.B. nicht wollen, von ihm begehrt werden wollen. Wohl weil er ahnt, dass sie das nicht wollen, wird diese Vorstellung zum Wahn, eine Wunschprojektion? Dabei entgeht ihm: Vermutlich gibt es ebensoviele Frauen, die Männern zu gefallen suchen, wie Männer, die Frauen imponieren wollen.

Frauen, die ihr Selbstbewusstsein primär und prägend von der Mutter beziehen, – also die in der Kindheit geliebt worden sind -, sind in aller Regel wählerischer in bezug auf Männer als die in der Kindheit weniger geliebten, die auf windige Zuwendungsarten hereinfallen. So erklärt sich, dass z.B. früh Misshandelte oft auch später wieder auf gewalttätige Männer reinfallen bzw. keine Ansprüche stellen. Im übrigen hat das Selbstbewusstsein einer Frau sehr viel tiefere Wurzeln als die relativ späte Bekanntschaft mit Männern – eine einfältige Psychologie.

  • Interessanterweise können Männer, die aus Selbstschutz aufs Begehren verzichten, besser mit diesem Mangel leben als die Frau, die nicht mehr begehrt wird.

Auch das ist wieder so eine knäbische Weisheit aus der vergreisten Herrenclub-Perspektive, wo die Männerbundstruktur, in der mann natürlich sozial besser abgefedert ist als alleinbleibende Mütter, deren Arbeit sich wenig auszahlt, für die eigene Natur hält. Es gibt bekanntlich in einer patriarchal imprägnierten Gesellschaft weit mehr karrierefördernde Männerclubs als sozial mächtige und finanzträchige Frauenvereine. Welches Geschlecht aufgrund von Natur nach einer Trennung besser allein leben kann, das sei doch noch dahingestellt. Verheiratete Männer leben bekanntlich länger als die, die «sich in Sicherheit gebracht» haben. Umgekehrt erholen sich viele Frauen nach der Scheidung von einem Mann, den sie nicht mehr wollen, und sie kommen in der Regel besser allein zurecht als ein Mann, der an weibliche Anerkennung und Umsorgung gewöhnt war.

  • Männern, die nicht begehren, geht es besser als Frauen, die nicht begehrt werden. Aus diesem Missverhältnis resultiert letztlich der unverständlich scheinende Hass, den Frauen gegen Männer kanalisieren können, von denen sie nicht mehr begehrt werden.

Die Rache von Frauen an Männern, von denen sie verlassen wurden, ist nicht so unverständlich; die weibliche Bindungsfähigkeit, die mit der Beziehung zu den Kindern zusammenhängt, auch wenn die nicht akut ist (aber in den Genen), macht das Verlassenwerden – generell gesprochen, Ausnahmen genehm – wohl allgemein bedrohlicher als umgekehrt. Die sozialen Existenzbedingungen sind schliesslich nicht die gleichen, aber das ist nicht nur Natur. Und umgekehrt ist der Hass mindestens so gross und die Rache oft tödlich, z.B. wenn der Vater nach Trennung der Frau von ihm die gemeinsamen Kinder umbringt. Das ist aber kein Thema für diese Pissoir-Philosophie mit ihrer einäugigen Misogynie.

Wenn Köppel hier von Hass spricht, meint er, wie ich stark vermute, den sog. «Männerhass» der ihm verhassten Feministinnen, die ja die «reichen Männer» mit den schönen Frauen beneiden sollen, oder? Soll das das Motiv sein für die Forderung nach gerechtem Lohn, nach Bildungszugang, Berufschancen und wofür so alles die erste Frauenbewegung kämpfte, – und notabene Schutz vor Gewalt, was die zweite thematisierte? Was hat der Köppel bloss im Kopf.

Seine altpatriarchalen Frauenbevormundungsgelüste offenbart der Mann aber in aller Klarheit mit seiner Ansicht zum Abtreibungsrecht, die dem Gesetz aus der Zeit vor dem Frauenstimmrecht entspricht, als die Herrenmenschmoral in der Schweiz noch von keinem Frauenrecht getrübt war. Abtreibungsverbot als Inbegriff der köppelschen Herrenfreiheit und Liberalität?

Nirgends wird die antiquiert herrenrechtliche Vorstellungswelt des Weltwoche-Chefs klarer als hier. Der Mann, der weder vom Männergewaltrecht gegen Frauen noch von der Geschichte des Emanzipationsbewegung gegen Herrenrechtsallüren einen Begriff hat, einer von der Spezies, die unter Frauenhaus wahrscheinlich Freudenhaus verstehen und Feminismus für eine Art Modelwettbewerb halten, dieser Mann sieht natürlich rot, wenn die exkl. patriarchale Weisheit der ehemaligen politischen Männerhäuser von weiblichen Interessen durchkreuzt wird. Das liegt in der Natur des Herrenrechts. Feminismus war und ist das rote Tuch für die Schweizer Altpatriarchatsbuben, die das türkische Eherecht beibehalten wollten; Frauen waren und sind verhasst, die sich gegen Rechts-Zumutungen richteten wie Enteignung und Entrechtung der Frauen nach dem altem Schweizer Eherecht. Es ist noch nicht solange her, dass der Leibeigenschaftsstatus der Frauen der Schweiz, der der Türkei gerade recht war, und der von Frauenrechtlerinnen über Jahrzehnte anfochten wurde (von Linken als «bürgerlich» verschrieen, von rechten Männern u. Kirchenmännern verteufelt) aufgehoben wurde, wozu sie das Wohlwollen der gnädigen Herren brauchten.

Von alledem hat Köppel keinen Begriff, wenn er die Frauen über ihre «Natur» belehren möchte (Köppel als Frauenkenner, grins) und dabei hinter den durchschnittlichen Antifeministenstandard des 19.Jahrhuhnderts zurückfällt, der von John Stuart Mill und Harriet Taylor schon analysiert und angefochten wurde. Das Freiheitsverständnis des englischen Philosophen (On liberty) erstreckte sich auch auf die Rechte weiblicher Wesen, es war nicht so beschränkt wie das eines patriarchalen Schweizer Knorzes, der Frauen wieder das hart erkämpfte Recht auf Abtreibung streitig machen möchte. Bei John Stuart Mill weht ein anderer Geist als der Muff und Mief aus dem Zürcher Männerhaus.

Ich kenne noch eine CH-Uni ohne eine einzige Frau in der Professorenschaft, vor 1971, sowie eine UB, deren Direktor grundsätzlich keine Frau als Lektorin zuliess. Das Thema Gewalt gegen Frauen, Gewalt im Haus und auf der Strasse, Kinder-Unterhalt für allein stehende und geschiedene Mütter, das alles ist für das atavistisch patriarchale Bewusstsein, das keinen Dunst von Rechten und Geschichte der Frauen hat, nichts als Sucht nach Begehrtwerden von Männern; besonders nach denen, von denen frau sich endlich trennen wollte und nicht so leicht konnte, solange das Eherecht noch ihr Vermögen der Verwaltung des CH-Mannes unterstellte. Vielleicht meint Köppel ja das alte Schweizer Männerrecht mit «Naturgesetz», das die Frauen in der Tat vom Mann abhängig machte?

Diese Zeiten sind nun um, und die Weltwoche hat es noch nicht verdaut, dass Frauen nicht nur im Bundesrat sitzen, sondern auch einen Mann verlassen können, wann s i e wollen, obwohl der Mann sie vielleicht noch begehrt. (Auch Hollstein hat es noch nicht verwunden, dass eine Frau ihn verlassen konnte, weshalb das Männerhaus von Zürich auch seinen Wehklagen einen Zufluchtsort bietet, der linke Soziologe vereint mit rechten Antifeministen.) Köppel hat ein prämodernes Menschenbild im Kopf, eine unreflektierte Frauenphobie, sie ihre eigenen Motive nicht erkennt und statt sie zu reflektieren in Mythisierung von ganz anders erklärbaren Geschlechter-Konfliken verfällt.

  • Jeder Mann muss wissen: Nichts ist gefährlicher als das nachlassende Verlangen nach einer Frau, die man einst begehrte.

Nochmal: Das Männchen kann sich nicht vorstellen, wie viele Frauen gottenfroh sind, wenn der Mann sie endlich in Ruhe lässt, noch nicht gemerkt? Die unerwidert Begehrenden, die unglücklich «Liebenden» gibt es auf beiden Seiten der sexuellen Zerfleischung. Hormonschübe sind nicht geschlechts-spezifisch. Soeben hat er noch das Nichterwidertwerden männlichen Begehrens als den Untergang des Mannes als Motte beschrieben, und nun soll es wieder umgekehrt sein? Nun soll die Frau, die er nicht mehr begehrt, sein Verderben sein? Also entweder geht er am eigenen Begehren ein, der Fallenlegerin auf den Leim, oder aber an ihrem – in jedem Fall ist die Frau der Ruin des Mannes, wie im Jahr 1487, als die Hexenbulle von einem Innozenz erschien.

Das sind also die grössten Gefahren auf der Welt – nicht die Kriege der Männer, die Massenmorde, die Genozide. Nein, den grössten Schaden auf Erden richtet das Weib an. Das hatten wir doch schon, bei Salomon, bei Tertullian, bei Cyrill. Und last not least bei Mohammed. Die Frau ist das Brennholz der Hölle, gell.

  • Köppel: Die Liebe ist eine Höllenmacht. Damit sind die Qualen gemeint, die der erfolglos begehrende Mann durchleidet. Aber es sind auch die Torturen angesprochen, welche die Frau gegen den Mann anwendet, der sie nicht mehr begehrt.

Will sagen der Mann ist das Opfer der weiblichen Höllenmacht, und die ist weiblich in Köppels Unbewusstem. Denn höllische Torturen muss der Mann auf Erden durchleiden, der dem Weibe, diesem bekannten teuflischen Wesen, nicht rechtzeitig aus dem Wege geht. Sich in Sicherheit bringt. Ohne Frauen wäre die Welt viel sicherer! Ein Paradies, in dem die Jungfrauen nichts verlangen.

I have a dream. Eine Welt, aus der die Frauen verschwunden und nur noch die Männer übrig sind. Auch die Kinder sollten in Sicherheit sein, z.B. auf einem anderen Planeten. Keine mehr vorrätig für die Frauen- und Kinderhändler und ihre Kunden, keine. Ich stelle mir vor, wie sich die Herren gegenseitig ganz ohne Störung durch Frauen… es ist nur ein Traum, wenn auch ein sadistischer.

  • Männer, die sich auf Einladung der Frau vor der Frau öffnen, ja entblössen dürfen, können nicht damit rechnen, selber über den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem sie die gefährliche Dialektik von Begehren und Begehrtwerden beenden. Nur Dummköpfe glauben, sie seien in der Lage, die Kräfte zu kontrollieren, die sie durch ihr Begehren in den Frauen entfesseln. Der Mann, der sich einfach davonschleicht, wird von den Energien eingeholt, die er freisetzte. Nicht der Mann, die Frau beherrscht charismatisch die Unterwelt der Intimität. Männer, die das Gegenteil vermuten, werden irgendwann durch die Wirklichkeit brutal eines Besseren belehrt.

Was rappelt denn da im Kopf vom Köppel? Was für eine Logik! Danach wird jeder Mann, der eine Frau nicht mehr begehrt, von der U n t e r w e l t, die das Teufelsweib beherrscht (!), nicht wahr, eingeholt. Die Sprache verrät den Mann, der von Dämonen besessenen sein muss, die alle weiblich zu sein scheinen. Auf welchem Blocksberg sind wir hier? Jede Betrogene wird eine rasende Medea? Wo bleiben die väterlichen Kindesmörder nach Scheidung?

Was er hier beschreibt, ist eine pathologische Konstellation, die er zur Norm der Weiblichkeit erklärt; kennt der Mann nichts als krankhafte Zustände in Sachen Eros, die er der Frau anlastet, während er den Mann damit entlastet?

Was für ein panisches Frauenbild hat der Mann, der eine Frau nicht von der anderen unterscheiden kann, wie die Puffkunden. Eine Chatterin, die sich an einen grün verluderten unappetitlichen Typ von Hamasfreund klammert und ihm dann schaden will, kann er nicht unterscheiden von einer Frau, die vom Ex-Freund verfolgt wird, der i h r schaden will, weil sie das Interesse an ihm verloren hat.

Das hätte Köppels abstruse These vom Schadenszauber, mit dem die Frauen die Männer verderben (er nennt es nicht so, aber er meint es), längst als Unsinn widerlegt, aber er ist völlig verbissen in die Idee, dass es die Frau ist, die Männerwelt ruiniert, sodass man sich fragt, ob das Sicherheitssystem der Weltwoche auch ausreicht? Er identifiziert sich mit Typen, die in ihren doch wohl selbstverschuldeten Sex-Skandalen stecken geblieben sind, wie diesem Schimpansentypus, den eine französische Journalistin, die er überfallen hatte, nicht mehr anzeigen konnte wegen Verjährung, oder wie? Köppel ist natürlich auf seiten des geldschweren Bonzen und skrupelfreien Prostitutiertenbenutzers DSK. Für Köppel ein Mann, der durch eine Frau, in diesem Fall ein Zimmermädchen, ins Unglück gestürzt wird. In welcher Welt lebt der Mann im Zürcher Männerhaus?

  • Männer, die Frauen sitzenlassen, sind schäbig. Frauen aber, die im Mann das Begehren wecken, um dieses Begehren nachher zur Waffe gegen den entwaffneten Mann umzuschmieden, brechen das Naturgesetz, das Männer und Frauen im Innersten verbindet.

Es gibt kein Entrinnen aus der Hölle. Wetten, dass er weitermacht. Denn die Männer leiden ja Höllenqualen, die von Frauen verursacht werden und deren Beendigung sie nicht in der Hand haben, wenn sie nicht rechtzeitig geflohen sind. In den Panikraum der Weltwoche z.B. Wie die Höllenqual, ein Amt mit ca. 260 000.- SFR im Jahr aufgeben zu sollen, das muss ja höllisch sein, viel höllischer als mit Kleinkind vom Sozialamt leben zu müssen. Jaja, Männer können zwar schäbig sein, aber Frauen sind «mehr als gemein» (!), sie sind mehr als Gesetzesbrecherinnen, sie sind Naturgesetzesbrecherinnnen! Das verkraftet kein Kabarettist mehr. Ob der Giacobbo das schafft, den Köppel mal auf die Bühne zu bringen?

  • Es ist mehr als eine Gemeinheit, es ist streng genommen ein Verstoss gegen die Natur, wenn eine Frau die verwundbarsten Stellen des Mannes freilegt, ihn zur Hingabe verlockt, ehe sie seinen Paarungstrieb, seine grösste Schwäche, aggressiv gegen den Mann wendet, um ihn beispielsweise öffentlich blosszustellen. Die Rache der enttäuschten Frau kann grausam sein.

Besonders reizvoll an dieser Selbstentblössung ist die Vorstellung, dass die Frau das (von Köppel erlassene) «Naturgesetz» bricht (!!!), wenn sie ihrem Rachebedürfnis nachgibt, also doch ihrerseits irrational triebhaft handelt.

Folgt sie damit nicht einem Bedürfnis ihrer Natur? Was sie «bricht», ist ein Männerverdikt, das Köppel für die Natur hält. Wenn sie im Mann Begehren weckt (auch ohne es zu merken), das sie nicht befriedigen will, ist sie die bösartige Verführerin, und fertig ist das Hexenbild. Ein Mann, der die Frau verführt in der Absicht, sie zu verlassen, und nicht daran denkt, sich zu binden, ist nicht abgrundtief «gemein» wie die Frau, nur halt etwas schäbig.

Wer leidet hier an Wahnvorstellungen? Gibt’s niemanden in der Redaktion, der noch durchblickt und einen Exorzismus mit dem Köppel machen könnte?

Köppel weiss, welches Naturgesetz (!!!) die Frau nicht brechen darf. Es lag schon immer in der Natur der Herrenmenschen, ihre Gesetze zu Natur- oder Gottes-Gesetzen zu erklären, woran die Frau sich zu halten hatte, zum Beispiel das Männergesetz Abtreibungsverbot. Die Köppelnatur ist in der Tat von jener der Frauen sehr verschieden. Aber zum Glück ist sie nicht die Maxime einer allgemeinen Gesetzgebung für Frauen. Nicht mehr seit dem Frauenstimmrecht.

Erst argumentiert er mit den Trieben, gegen die der Mann nicht ankommt, dann wird der Herr hochmoralisch, wenn die Frau dem Rachebedürfnis nachgibt und damit angeblich gegen sein «Naturgesetz» verstösst, das Köppel erfunden und zu einem solchen erklärt hat, wie nur ein Moslem seine Männermachtgelüste als den Willen Allahs ausgibt. Dieser kabarettreife Männerhäusler kapiert gar nicht, was er hier so ungeniert exhibiert im Rattenschwanzgefolge des verluderten Grünen Geri.

  • Sie hat sich lebenspraktisch, aber auch als wirksames Instrument der Zähmung und Zivilisierung des Mannes bewährt. Männer lassen sich von den Frauen auch deshalb steuern und erziehen, weil sie um die Macht der weiblichen Sanktionsarsenale wissen.

Ach wie gut, dass einer endlich den Frauen verrät, was sie bisher nicht wissen konnten. Sonst hätten sie ihre Macht schon im 19. Jahrhundert in der Schweiz für die Einführung des Frauenstimmrechts gebraucht, nach der Gründung des Bundesstaats. Aber bis Köppel erschien, muss ihnen diese gänzlich verborgen geblieben sein.

  • Männern, die sich gegenüber den falschen Frauen entblössen, ist nicht zu helfen. Sie scheitern kläglich in der Wildnis. Handkehrum sollte die Gesellschaft eine gewisse Toleranz entwickeln gegenüber Männern, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen. Der Mann ist schwach in seiner Eigenschaft als begehrendes Tier, weil ihn die Natur so gebaut hat. Frauen, die das ausnützen, sind keine Heldinnen. Sie missbrauchen nur die Macht, die ihnen die Natur in die Wiege legte.

Ganz im Gegensatz zu Männern, die ihre Macht nie missbrauchen, machen die Frauen das. Wie kommt es bloss, dass die Chatterin gescheitert ist mit all ihrer Macht, gegen die der Mann mitsamt der Polizei angeblich nicht angekommen ist? War die vielleicht doch nicht so gross? Der Mann Müller ist jedenfalls weiterhin im Amt, und die Weiblein, die ihn weiterhin umwimmeln, wissen warum. Es kann nicht die Attraktivität des Typs sein, es muss die Aura des Amtes sein, die einen Frauentyp, dem es vor gar nichts graust, anzieht wie das Violettlicht die Mücken.

Weiberherrschaft und Herrenfreiheiten

Für Deutschland entdeckt Weltwoche-Kolumnist Broder, der auch schon vom WW-Männerhaus-Syndrom der salomonischer Altersweisheit befallen scheint, ähnlich Unheilschwangeres. Eine Frau regiert Deutschland! Das muss verloren sein. Nicht wegen der Islaminvasion, die von Europas regierenden Männern initiiert (der Islamdeal mit Genscher&Co) und von allen miteinander, nicht gerade aufgehalten wird… und eine Frau steht dem Verteidigungsministerium vor, ja das kann nicht gutgehen in Zeiten so erfolgreicher kriegerischer Männerunternehmen wie IS oder Boko Haram. Denn Frauen an der Macht sind nicht vertrauenerweckend, das wusste schon Scholl-Latour, als er seine spanische Generals-Physignomie verächtlich zusammenzog und ausspuckte: „Weiberherrschaft» (gemeint war Katharina die Grosse; war halt nicht Iwan der Schreckliche o. ä. Typen, die Scholl-Latour wie göttliche Helden und Heilige verehrte, wie die Mudjahedin oder Jassin, der sein Auge gnädig auf ihm ruhen liess). Nein, kein Pot Pol, kein Idi Amin, kein Kim Jong, kein Ahmadinedschad, kein Mursi, halt nur eine Merkel. Ich habe die zwar nicht gewählt und würde das auch nie tun, aber ich denk, da gab es ja noch andere Zeiten, sagen wir vor rund 80 Jahren, da war keine Frau in Deutschland an der Macht, wenn ich das richtig sehe; auch 1914 gab es in keinem Land Europas eine regierende Frau. Als Thatcher noch im Amt war, fanden die Linken sie sehr viel schlimmer als die argentinische Folterjunta. Ein Schweizer Linker bezeichnete mir gegenüber mal Golda Meir «eine Massenmörderin». (Name mir bekannt). Nicht Arafat, versteht sich, der war ein Freiheitsheld. Als Indira Ghandi noch in Indien regierte, ging das Gerücht um im Spiegel, sie habe die Ganga (dt. den Ganges) vergiftet, mit Atommüll oder so (typisches Frauenpodukt). Und von der Leyen, nicht gerade mein Vorbildfall als siebenkindrige Roboterin, wird witzigerweise nicht wegen ihrer sieben Kinder (muss doch eine Idealzahl sein für die schwarze Fundifront gegen kinderlose Frauen) gelobt, sondern als inkompetent hingestellt, weil sie Familien-Standards für die Truppen-Unterbringung einführen will, die in der US-Armee schon selbstverständlich sind.

In der Schweiz ist es die Weltwoche, die sich an den Frauenrechten abarbeitet, die dem Männerhaus nicht geheuer sind. Das Frauenbild von Köppel&Co, an dem nicht nur er leidet, stammt nicht aus dem 19. Jahrhundert, sondern mehr aus der Zeit der Bulle des Innozenz gegen die femina, die «weniger Glauben hat» (an die Männerreligion) und vor der der Mann sich hüten muss; es ist nicht nur von wahnhaften Zügen durchwirkt, für die die Hure Babylon als Weltenverderberin Modell gestanden zu haben könnte, – ein Bild, das die Weltwoche zwanghaft fast in jeder Ausgabe mit ihren obligaten lasziven aus Pelzen und Kissen und Unterwäsche lockend hervorlugenden neckischen Mizzis und Pussis und was für Exemplaren der Weiblichkeit aus der Sicht von Bordellkunden zu belegen sucht; es ist nicht nur von Selbstmitleid und Wehleid à la Hollstein durchtränkt, sondern auch mit einer zünftigen Portion Frauenrechtsfeindschaft geladen, die sich selbst (und wem sonst noch?) zu beweisen sucht, dass Frauen auf Zerstörung der Männer sinnen.

Köppel beschwor nichts geringeres als die Freiheit, die stirbt, wenn der Mann nicht mehr den Hosenladen im Büro aufmachen darf. Wer hätte das gedacht, dass die Herrenfreiheit im Hosenladen beginnt und endet? Wo das Männerhaus von Zürich den Ton angibt, da wird der Geist von «On Liberty» aufgegeben.

Es gibt keine Männerbestialitäten der Welt, deren «Ursachen» (alles ausser den Männern selber) uns nicht ein «Experten»club differenziert wegerklärt. Vor der Kulisse der zur Zeit wieder an allen Weltenden und Ecken explodierenden bestialischen Gewalttaten, mit denen Männer sich auch weltweit in einem Krieg gegen Frauen austoben, vor diesem laufenden Film ihrer Greuel halte ich es für eine ganz besonders bemerkenswerte Erkenntnis der Weltwoche, dass es die Frauen sind, die den Männern die Hölle auf Erden bereiten. Köppels Albtraum. Ein Zeitdokument von hohem Erkenntniswert!

Dass die Männerkriege triebgesteuert sind, bei allen ihren Rationalisierungen und Rechtfertigungen, habe ich noch nie bezweifelt, aber dass die Triebkräfte, die den Mann steuern, weiblich sind, das möchte ich nun doch bezweifeln.

Regine van Cleev

https://widerworte.wordpress.com/2014/08/29/freiheitskampfer-koppel/

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