Männergewalt gegen Frauen weltweit

Posted on Juni 10, 2015

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Frauenproteste gegen Frauenmorde 

Hunderttausende protestieren gegen Frauenmorde in Argentinien

4.6.15  Zehntausende Menschen demonstrierten am Mittwoch vor dem Nationalkongress in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegen Gewalt an Frauen

  • Buenos Aires – Nach einer Reihe von Frauenmorden haben in Argentinien hunderttausende Menschen gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen demonstriert. Auch in Chile, Uruguay und Mexiko fanden Kundgebungen statt.
  • In Buenos Aires versammelten sich am Mittwoch mehrere hunderttausend Frauen, Männer und Kinder vor dem Parlament. Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner und Fussballstar Lionel Messi unterstützten die Proteste.
  • Die Grosskundgebung in Argentiniens Hauptstadt stand unter dem Motto «NiUnaMenos» («Nicht eine weniger»). Die Demonstrierenden hielten Schilder mit Aufschriften wie «Macho-Kultur tötet» oder «Genug Todesfälle» in den Händen. Auf eine schwarze Wand wurden hunderte Zettel mit Namen von Gewaltopfern geklebt.
  • Mehrere grausame Gewalttaten gegen Frauen hatten in Argentinien eine Debatte über die allgegenwärtige Gewalt entfacht. Einer Kindergärtnerin wurde vor den Augen der Kinder von ihrem Ex-Mann die Kehle durchtrennt.

Die Kehlendurchschneider sind bei einem Teil der Killeraffenspezies auffallend ähnlich. Die brutale Machokultur in Lateinamerika ist zwar nicht voll religiös verbrämt wie das islamische Männergewaltrecht, die Frauen-Unterwerfung hat aber ähnliche mörderische Züge. Viele Moslems halten Frauenmorde, genannt «Ehrenmorde», für legitim:

  • Die Frauenmorde marktierten einen «sozialen und politischen Wendepunkt», sagte Fabiana Túñez von der Organisation Casa del Encuentro. Angesichts einer Macho-Kultur würden Frauen in Argentinien bislang als «eine ‚Sache, die man beherrschen muss’» betrachtet. Die Politik müsse endlich mit einem nationalen Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen vorgehen.
  • Auch Fussballstar Messi zeigte sich solidarisch. «Es reicht mit den Frauenmorden. Von Barcelona aus schliessen wir uns den Argentiniern an, um laut ‚NiUnaMenos‘ zu rufen», schrieb der Spieler des FC Barcelona auf seiner Facebook-Seite. Auch Studenten-organisationen, mehrere politische Parteien und die katholische Kirche unterstützten de Proteste.

Bei den Demonstrationen gegen das barbarische totale Abtreibungsverbot ist die Kirche bekanntlich auf der Gegenseite, gnadenlos gegen Frauen und Mädchen.

Argentinien:  Ein Fall von vielen: Chiara, 14, schwanger, ermordet

  • Eine 14-Jährige wird von ihrem Ex-Freund (16) erschlagen, weil sie schwanger ist.
  • Chiara (14) verschwand am 10. Mai 2015. Ihre Leiche wurde kurz darauf im Garten der Familie ihres Ex-Freundes entdeckt. Die Autopsie zeigte später, dass das Mädchen in der 8. Woche schwanger war. Chiara war von mehreren Personen zu Tode geprügelt worden. Kurz nach der Entdeckung der Leiche stellte sich der 16-jährige Ex-Freund der Polizei. Er sei der einzige Täter, gestand der Junge. Die Ermittler kauften ihm das nicht ab. Sie nahmen die Mutter, den Stiefvater und die Grosseltern des Teenagers fest. Alle wohnen im selben Haus. Die Theorie der Ermittler: Die Familie des Ex-Freunds wollte Chiara zum Schwangerschaftsabbruch zwingen. Als sie sich weigerte, brachten sie das Mädchen um. Fast täglich wird eine Frau ermordet.

Solche Berichte kennen wir auch aus dem Moslemmilieu, wo sich ganze Familien am Frauen-Morden beteiligen und den jüngsten Sohn vorschicken.

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Abtreibung in Lateinamerika – Das unerschütterliche Tabu

Brasilien:

Exkommunikation für Abtreibung nach Vergewaltigung einer Neunjährigen.

Chile:

Elfjähriges Vergewaltigungsopfer darf nicht abtreiben

In Chile ist ein 11-jähriges Mädchen durch eine Vergewaltigung schwanger geworden. Eine Abtreibung wäre dennoch strafbar – nicht nur in Chile.

Chile ist eines von sieben Ländern in Lateinamerika, in denen die Abtreibung strikt verboten ist. D.h. da gibt es keine Trennung von Staat und Kirche, es herrschen noch die Kirchengesetze aus der Zeit der latein-amerikanischen Diktaturen. Gesetze, die sich etliche nationalkonservative Antidemokraten in Deutschland herbeiwünsche als Konkurrenz zur moslemischen «Demografie».

  • Ob verboten oder nicht, Abtreibungen sind längst ein Teil der lateinamerikanischen Realität. Die Abtreibungsrate liegt laut dem amerikanischen Institut Guttmacher mit 32 auf tausend Frauen deutlich über jener in Europa, wo 12 von tausend Frauen abgetrieben haben. Alleine in Brasilien kommt es jährlich schätzungsweise zu einer Million illegalen Schwangerschaftsabbrüchen, in Argentinien sind es etwa halb so viele, in Chile rund 150 000.
  • Hohe Risiken
  • Je grösser die rechtlichen Einschränkungen, desto höher sind die mit der Abtreibung verbundenen Risiken. Die Eingriffe erfolgen versteckt und deshalb meist unter prekären Bedingungen. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation stuft mehr als 90 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche in Lateinamerika als risikoreich ein. Jährlich werden Hunderttausende von Frauen wegen Komplikationen bei der Abtreibung in Spitäler eingeliefert. Für viele endet der Eingriff mit dem Tod. 

Vergewaltigung in Paraguay: Zehnjährige darf nicht abtreiben

12. Mai 2015

Sie ist erst zehn Jahre alt – und im fünften Monat schwanger: Ein Mädchen aus Paraguay soll nach einer Vergewaltigung ein Kind zur Welt bringen. Der Fall spaltet das südamerikanische Land zutiefst

Der Zusammenhang zwischen den hohen Abtreibungszahlen in Lateinamerika und der dort grassierenen Männermachogewalt ist offenkundig. In diesen klassischen Machokulturen ist Vergewaltigung auch junger Mädchen (siehe die Teenagerflüchtlinge nach den USA) an der Tagesordnung und wird mit Abtreibungsverbot fortgesetzt. Die Inhumanität der Kirchenmänner ist die Fortsetzung der Vergewaltigungen mit den Mitteln des Kirchenstrafrechts.

Auch in konservativen Foren in Deutschland gibt es diese Herrenmenschen, die offen für argentinische Gesetze sind. Was so ein deutscher autoritärer Stumpfkopf ist, der möchte wohl Drittweltverhältnisse in Deutschland?

Die beinharten katholischen Frauenbevormunder operieren mit Horror-bildern, suhlen sich in Fötencollagen, aber hüten sich, Bilder z.B. aus lateinamerikanischen Leichenschauhäusern zu präsentieren, wo man die zahllosen abtreibungstoten Frauen fotografieren könnte. Auch die Kinder der toten Mütter sind den Herrschaften, die ein Abtreibungsverbot wie unter den Nazis für deutsche Frauen zurückwünschen, total egal, ebenso wie alle Opfer einer gewaltträchtigen Machokultur und einer feudalen Kirchenmännermoral.

Die Abtreibungskriminalisierer in deutschen konservativen Foren klammern die sexuelle Gewalt in den Machokulturen aus, tabuisieren das Männergewaltrecht und krimnalisieren die Mütter vergewaltigter Mädchen, wie die Kirchenbonzen, die sie exkommunizieren, wenn sie ihrem Kind helfen wollen. Diese Barbarei ist mit der islamischen Kinderehe vergleichbar, in der Millionen von Mädchen zum Gebären gezwungen sind nach den legalisierten Serienvergewaltigungen der Zwangsehen.

Beim Thema Abtreibung verwandeln sich auch islamkritische «konservative“ Foren in eine Art Zwinger mit wutschnaubenden Kampfhunden, die gegen Frauenrechte antoben. Da fragt sich, was diese deutschen Antifeministen eigentlich gegen die Frauenversklavung des Islam einzuwenden haben. Sie hätten auch gar nichts dagegen, wenn sie nicht selber an die Reihe kämen mit einem Religionsrecht, das auch Männer bedroht und dessen gewalttätige Stosstrupps auch die Männer der Kuffar attackieren und ermorden.

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Es sind die gewaltträchtigen Machokulturen und die Männerrechts-Diktaturen, in denen Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind (wie in Lateinamerika, oder legal wie nach islamischem Zwangseherecht), die sich nicht nur jeder Geburtenkontrolle widersetzen wie die katholischen Länder Lateinamerikas, sondern die Massenvermehrung mit Gewalt zum Programm erhoben haben, wie die islamischen Länder.

Hier noch ein Blick auf eine > Schweizer Initiative (Ecopop) zur Geburtenkontrolle global

Freiwillige Familienplanung auch für die Armen – das gefällt nicht allen.

Das gefällt weder den patriarchalen Katholiken noch den linken Machos, denen das Schicksal von Millionen sexualversklavter Frauen völlig wurscht ist. Der linke Mainstream machte mobil gegen die Ecopop-Initiative. Moderatorinnen, die selber über alle Verhütungsmittel verfügen können, machten sich zum Sprachrohr der linken Gewaltvermehrungsideologie, islamkonform, kirchen-konform. Jedes Jahr werden 80 Millionen Frauen ungewollt schwanger.

Für die Marxianer ist das der Kapitalismus, für die patriarchalen Religionen Gottes Wille. Auch Linkspopulisten toben im Kommentarbereich gegen die Geburtenkontrolle in den Entwicklungsländern und trumpfen dort auf: die Ursache sei «die Armut». Die soll zufolge diesen Bumsköpfen wohl auch die Ursache der millionenfachen Vergewaltigungen von Indien über Afrika bis Lateinamerika sein. Das maskuline Gewaltpotential ist für die linken Gewalt-Verherrlicher tabu.

Das Feindbild der unausgegorenen CH-Jusos ist die «bürgerliche» Ehe. Zwei Schweizer Jusoschnösel, noch grün hinter den Ohren, die «den Kapitalismus» abschaffen wollen, huhuhaha, in altstalinistischer Tradition, wollen zunächst die Ehe abschaffen zwecks «Befreiung der Frauen». Wofür? Für’s öffentliche links legalisierte Puff, oder vielleicht für die islamische Polygamie? Ich weiss nicht, wieviele Weiber das im linken Machosumpf mitmachen, hier die Spitze:

http://www.blick.ch/news/politik/um-frauen-zu-befreien-juso-will-die-ehe-abschaffen-id3836306.html

Die Pausbacke Molina und der Bärtchenbursche, die Witzfigur Wermuth, sind ja wie gerufen, um die letzten Ehemänner, die noch Familienverantwortung für ihre Kinder zu übernehmen bereit sind, von ihren leidigen Pflichten zu entbinden, die sie mit Abschluss der Ehe eingehen. Die beiden Grünschnäbel müssen sich nur noch die Vollbärte wachsen lassen, dann kann man sie nicht mehr von den Bieler Salafistenburschen und allen Polygamisten unterscheiden. Die Pausbacke Molina und der Bartbruder Wermuth wollen den Frauen einen Gefallen tun, wie bitte? Was ist das für eine Lachnummer! Polygamie gefällig? Oder vielleicht Pädophilie? Dasselbe linke Lager ist bekanntlich auch dagegen, dass Pädokriminelle nicht mehr beruflich mit Kindern zu tun haben dürfen – und im linken Kindergarten werden die Kinder «befreit» von aller Scham und trainiert für die Toleranz gegenüber dem grossen öffentlichen Puff. Prostitution muss doch sein, jedem nach seinen Bedürfnissen. Die linken politischen Zuhälter und Puffmütter sind mit von der Frauenverkaufspartie.

Das sind doch diese Sexualbefreier, für die die «bürgerliche» Ehe schon immer das letzte war, und zwar auch nach den Eherechtsreformen des letzten Jahrhunderts, mit denen die patriarchale Vormundschaft des «Familienoberhaupts» abgeschafft und die Gleichberechtigung der Ehepartner eingeführt wurde. Für die grünen linken Burschen und die entsprechenden unausgeorenen Gören aber war die elterliche Verantwortung für die Kinder aus einer Ehe überhaupt kein Begriff, und witzigerweise soll nun ausgerechnet die Institution, die von der linken Jugendbewegung verachtet wurde, das höchste erstrebenswerte Gut für die Homosexuellenlobby sein. Kennen wir nicht noch die Sexualbefreier aus der grünen Pädoszene?

Nicht nur linke Machos, auch in konservativen Foren wie gesagt gehören die unappetitlichsten Puffböcke, von denen keine Frau, so sie noch alle Tassen im Schrank hat, freiwillig etwas wissen will, zu den weihrauchumwedelten Idolen – eine Sorte von Puffbrüdern wird dort umjubelt, die sich noch als Moralonkel aufspielen, analog den klerikalen Kinderfreunden als Spezialisten für Sexualmoral, und die das Puffmilieu noch mit dem türkischem Eherecht kombinieren… Will sagen Vergewaltigung in der Ehe soll straflos sein und Abtreibung verboten, – die Zuhälterkunden grunzen dort rum als Protagonisten der Patriarchalmoral. 

Und wie es Frauen gibt, die auch Vergewaltiger frisch ab Knast heiraten, so gibt es auch in den Puffbruderforen Frauen, die gerne für den Puffbbock im Puff hinhalten möchten – oder wollen sie nur, dass andere Frauen dazu zur Verfügung stehen? Auch das Weibergewedel mit dem Weihrauch stinkt.

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Ein Blick zurück nach Deutschland 

Auch in Deutschland war die Abtreibung nach Vergewaltigung noch lange nach der Nazizeit strafbar, nach Kirchenrecht und Gesetz des NS-Staats-Gesetz (für deutsche «rassereine» Frauen), dessen Abtreibungsverbot beibehalten blieb, nur ohne Todesstrafe diesmal. Und es gibt wieder bzw. noch immer aus beiden Lagern der patriarchalen Bevölkerungspolitik, dem rechts-national-konservativen und dem kirchlichen, Bestrebungen, das Totalverbot wieder einzuführen, so wie es heute noch in den latein-amerikanischen Ländern gilt, die das Kirchenrecht aus der Zeit der ehem. Diktaturen beibehalten haben, bzw. wie im NS-Staat, der die Zwangs-mutterschaft verherrlichte, das was die JF «vitale Vermehrung» nennt.

In konservativen Foren mehren sich die Stimmen, die argentinisches Recht in Deutschland haben wollen – für Frauen versteht sich; die Herrenmenschen selber möchten natürlich alle Freiheiten behalten, die nur die Demokratie ihnen ermöglicht.

Was die lateinamerikanischen Kirchenfürsten an Grausamkeit gegenüber den vergewaltigten Mädchen verüben, war bis zur Reform des Paragraphen 218 in Deutschland ebenfalls Gesetz. Und die gleiche Roheit und Inhumanität kommt noch immer zum Ausdruck in den wütenden Attacken der Antifeministen, die nach dem alten Abtreibungstotalverbot lechzen. Immer dieselben kalten H….Schnauzen.

Zur Erinnerung an die frühere Debatte in Deutschland um ein Abtreibungsrecht nach Vergwaltigung, die Jahre vor der Neuen Frauenbewegung geführt wurde, eine Debatte, die die Linke damals weniger interessierte:

In dem Frankfurter Heften, hsg. von dem katholischen Intellektuellen jüdischer Herkunft Eugen Kogon («Der SS-Staat»), in denen auch Kritikerinnen des alten patriarchale Eherechts zur Wort kamen wie die Juristin Hildegard Krüger, erschien 1962 ein Artikel eines katholischen Anwalts zum Abtreibungsverbot nach Vergewaltigung, das der Kirchenfunktionär gemäss der Doktrin seiner Organisation als rechtens verfocht. In der Märznummer 1963 aber wurden zwei Leser-Repliken aus humanistischer und feministischer Sicht veröffentlicht, in denen die Kompetenz der urteilenden Instanz (ein reines Männergremium notabene) schon in Frage gestellt wurde. Es gab damals noch keine feministische Kampagne zur Reform des Paragraphen 218, es gab noch keine Neue Frauenbewegung, es war noch zur Adenauerzeit. Aber in den Frankfurter Heften wurden damals schon Gegenstimmen zur offiziellen katholischen Position in Sachen 218 veröffentlicht, die feministisch argumentierten gegen die Geltung der Moraltheologie für das Strafrecht. Weshalb mir Eugen Kogon als geistig unabhängige Figur in Erinnerung geblieben ist, der – so ganz anders als die heute noch gegen das Frauenrecht anschnaubenden «konservativen» Typen, die die Abtreibung als Holocaust bezeichnen und Frauen nach Kirchenrecht kriminalisieren – auch die weibliche Meinungsfreiheit zu respektieren wusste, statt zu diffamieren.  Den unsäglichen (päpstlichen) Holocaustvergleich hätte der ehemalige Häftling von Buchenwald wohl kaum goutiert.

Hier zwei Kommentare aus den Frankfurter Heften zur ersten deutschen Debatte nach dem Zweiten Weltkrieg um das Abtreibungsgesetz, und zwar zunächst um die sog. „Ethische Indikation“  (betreffend Abtreibung nach Vergewaltigung. Das Thema ist wieder aktuell, die Herrenrechtler scharren in den Löchern.)  

Zum Artikel von Otto Gritschneder, der die Strafbarkeit der Abtreibung nach Vergewaltigung vertritt: «Darf man unerwünschte Kinder töten?“ (FH Jg.17, 1962)

Aus den Frankfurter Heften Jg. 18, Heft 3, März 1963, Seiten 181-84:

I.

Es sollte, so hatte die Redaktion es angekündigt, das Thema «Ethische Indikation» behandelt werden. Herr Dr. Gritschneder unternimmt es jedoch schon im Titel seiner Darlegungen, die Folgen von Sexual-Verbrechen, die in der Auseinandersetzung um den Paragraphen 160 des Entwurfes zu einem Neuen Deutschen Strafgesetzbuch zur Debatte stehen, mit den Folgen gleichzusetzen, die aus Mangel an Vorsicht in der Ehe und ausserhalb der Ehe sich ergeben können. Ausserdem ist so von vornherein der Embryo – im Entwurf gehe es um die ersten drei Monate nach der Epfängnis – als Kind bezeichnet, damit die Abtreibung = Kindstötung sei. Das ist kein redlicher Beginn der Kontroverse.

Im Streit um den Personcharakter des Embryos sollte aber jedenfalls feststehen, dass die Frau Personcharakter hat. Nicht einzusehen, warum ihr Wert geringer sein soll als der des befruchteten Eies, selbst wenn man sich dieses als beseelt vorstellt. Die personale Würde der Frau ist ganz gewiss elementar in Mitleidenschaft gezogen.

Die Argumentation Gritschneders gipfelt in der Formulierung «Tötung eines gesunden Kindes im Leib einer gesunden Mutter». (In der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung« sprach ein seelisch ebenso robuster «Experte» von einer «intakten» Schwangerschaft.) Wer den Geschlechtsakt und die Schwangerschaft zu einem nur physiologischen Vorgang degradiert, wie es hier geschieht (obschon man sich, wo es ratsam erscheint, bei anderen Gelegenheiten nicht genugtun kann, auf die Heiligkeit des Geschehens, das durch die Psyche erlebt werden soll, hinzuweisen), der darf sich natürlich auch erkühnen, im Fall der Vergewaltigung, in dem ein Verbrecher der Frau die Schwangerschaft aufzwingt, von einer «gesunden Mutter» zu sprechen. Die Forderung, sie solle, ihrer Menschenwürde sich bewusst, gleichwohl die Folgen der angetanen Schmach auf sich nehmen, und die Nachkommenschaft des Verbrechers austragen, ist unmenschlich, denn sie setzt den Gewaltakt fort, indem sie die Frau in der sie zutiefst verletzenden Objektstellung festhält. Es ist allzu billig, einfach nach dem Rezept zu verfahren, dass nicht ist, was nicht sein soll, und daher den Angriff auf die Frau nach erfolgter Empfängnis als beendet zu erklären. Nach Angriffen jeder Art tut der Mensch, sofern er überlebt, das Menschenmögliche, die Folgen des Angriffs zu beseitigen. Das ist eine Regel des gesunden Menschenverstandes, auf den sich Herr Dr. Gritschneder angeblich bezieht.

Als ganz und gar unerträglich muss man es bezeichnen, wenn die Zahlen der Vergewaltigungsdelikte zur Minimalisdsierung des Problems herangezogen werden. Sie sind im übrigen seit 1959 – dem letzten Jahr, das in dem Artikel angeführt ist – erschreckend im Steigen begriffen; in manchen Gegenden haben sie sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt! …

Was die offiziellen Zahlenangaben betrifft, so ist ausserdem zu bedenken, dass viele Notzuchtsdelikte unaufgeklärt bleiben, weil die Frauen die ihnen gewaltsam zugefügte Schwangerschaft auf illegale – meist lebensgefährdende Weise beseitigen lassen, wegen der gesetzlichen Strafbarkeit der Abtreibung aber gezwungen sind, von einer Anzeige abzusehen. Eine sofortige Anzeige wiederum hätte den Zwang zur Folge, die seelisch unzumutbare Schwangerschaft unter allen Umständen erdulden zu müssen. Aus diesen Gründen, und weil es wenig Schurken gibt, die eine solche Frau auch noch ins Gefängnis bringen wollen, wird eine Anzahl X der Fälle, über deren Grösse wir freilich nur mutmassen können (das Vierfache der statistischen Bekanntgagben?) , niemals «offiziell».

Einen anderen Aspekt der jetzigen Zustände verschweigt man wohlweislich, nämlich die «Arme-Leute-Sittlichkeit», wie es in Juristenversammlungen genannt worden ist. Wer Geld hat, bietet dem Arzt ein entsprechendes Honorar dafür an, dass er, da seine Hilfe gegen die Folgen der Vergewaltigung illegal ist, mit einem Fuss im Gefängnis steht, die mittellose Mutter hingegen ist gezwungen, sich der «sittenprägenden Wirklichkeit» zu beugen.

Hans und Dr. Gertrud Steege, Duisburg

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II.

«Vorweg» (vergleiche Seite 816, Frankfurter Hefte Jahrg. 17, 1962): In wessen Kompetenzbereich fällt die Beantwortung der ursprünglich von der Redaktion gestellten und etwas anders lautenden Frage? Dr. Gritschneder, Mitglied der katholischen Akademie von Bayern, stellt zunächst fest: dass «Gesetzgeber und Richter hierzulande merkwürdigerweise von den Darlegungen der Grundfragen der Abtreibung so gut wie keine Kenntnis nehmen». Da es doch aber, wie das Mitglied der Akademie versichert, «im Kern um eine Rechtssfrage handelt» und nicht um «ein kirchlich-dogmatisches Problem», so scheint es noch merkwürdiger, dass sich die Juristen in der Fachfrage Auskunft holen sollen im Staatslexikon der Goerresgesellschaft, im Lexikon für Theologie und Kirche, bei Dölger: Antike und Christentum, bei Algermissen: Das werdende Menschenleben im Schutze der christlichen Ethik, dazu wird empfohlen: Guardini: die soziale Indikation für die Unterbrechung der Schwangerschaft (FH 1947), Martini und Egenter: Die Schwangerschaftsunterbrechung (Hochland 1953), A. Hartmann SJ etcetera bis zum «Neuen Abendland» (1951, Seite 422: Zur Geschichte der Vernichtung unerwünschten Lebens).

Nach der ziemlich speziellen Literaturangabe aus dem abendländischen Raume liest man jedoch weiter: «Insbesondere liegt kein speziell katholisch-dogmatisches Problem vor!» Dass die Abtreibung in der katholischen Dogmatik kein Problem darstellt, dürfte bekannt sein. Dass die Übernahme der im kanonischen Recht kodifizierten katholischen Moraltheologie ins staatliche Recht von der Dogmatik aus kein Problem ist, besagt eigentlich noch nicht viel über das Problem selbst.

Meine Herren, so geht es nicht: Sie können nicht die Verbindlichkeit einer Rechtsentscheidung auf die Verbindlichkeit moraltheologischer Argumente gründen, welche – da ihnen diese Verbindlichkeit in der sogenannt pluralistischen Gesellschaft doch zu fehlen scheint – selbst wieder als Rechtsargumente ausgegeben werden. Die Basis der moraltheologischen Argumentation, nämlich die Annahme, es handle sich um das Leben des werdenden Kindes und nur um dieses, wird zum Erweis des Rechtscharakters eben dieser Argumentation herangezogen. Es geht somit imgrunde um eine Rechtsfrage, bei deren Begründung es im Grunde um Fragen der Moraltheologie beziehungsweise um deren Antworten geht. Darüber kann kein «imgrunde» oder »im Grunde» hinwegtäuschen.

Um einmal abzusehen von der Naivität, mit der den Lesern zugemutet wird, Rechtsdenken mit Moralgrundätzen zu verwechseln, nehme ich als Leserin solcher Traktate immer wieder zur Kenntnis, dass ihre Verfasser, gleich welcher Konfession – nicht nur Katholiken haben sich ja so exponiert; ich denke auch an die Evangelischen Arbeitskreise und Akademien -, vornehmlich als Männer und nicht als Vertreter nur von Konfessionen auftreten. Vor allem eine Vorstellung scheint die Mannesgemüter zu erregen und schlechthin ihr Fassungsvermögen zu übersteigen: nämlich die Vorstellung, dass eine Frau sich grundsätzlich nicht gewillt zeigt, die Beute des Mannes zu spielen. Im Hintergrund aller männlichen Entrüstung und Moraldiktatur – sie gestatten mir auszusprechen, was ich sehe – regt sich der alte und tief verletzte Autoritätsanspruch des Mannes, der der Frau grundsäzlich die Verfügung über ihren Körper, ihr Leben abspricht und in aller Unschuld das der Frau vom Mann bescherte Los einschliesslich Vergewaltigung samt Folgen mit dem gottgewollten Schicksal gleichsetzt. So auch das Vokabular: Man spricht von Schicksal und meint die Gesetzgebung. Wer hat eigentlich darüber zu befinden, was eine Frau als Schicksal zu betrachten habe, wenn nicht allenfalls das Schicksal; darüber zu reden erübrigt sich…

Unter dem so harmlos und vertrauenerweckend klingenden Stichwort «Schutz des menschlichen Lebens» werden Tausende von Frauen mit Wissen und Willen geopfert; sie werden der illegalen, lebensgefährlichen Abtreibung augeliefert, denn man weiss im Grunde sehr gut, dass gewissen Dinge nicht mehr zumutbar sind – trotz der «ethischen Aritmethik» Dr. Gritschneders (es sei alles so klar wie 2 x 2 = 4).

«Die grundlegenden Erkenntnisse über Recht und Unrecht können«, so meint er, «von jedem Menschen mit seiner natürlichen Erkenntniskraft erfasst werden, was auch die Meinung der katholischen Kirche ist» (Seite 817). Sie sollte die so natürliche Einigkeit der Meinungen, wenn sie trotzdem zu wünschen übrig lässt, nicht mit Hilfe des Staatsanwaltes wiederhergestellt sehen wollen. Die Tatsache, dass auch «die meisten sich an der Diskussion beteiligenden Zeitungen «jenen Standort der Frage verkennen» (indem sie ihn nicht anerkennen), ja dass sich diese Zeitungen trotz den grundlegenden Erkenntnissen Gritschneders, welche laut Gritschneder die natürlichen sind, scheint ihn wie es in einer Fernseh-Diskussion zum Ausdruck kam, die unter Leitung von Professor Kogon zum Thema der Strafrechtsreform am 27. Dezembar 1962 stattfand und an der Herr Dr. Gritschneder teilnahm, zu der Annahme der Widernatürlichkeit der demokratischen Institutionen in dieser Frage verleitet zu haben.

Was die Kompetenz betrifft, so sei abschliessend immerhin bemerkt, dass sich ausser den Mitgliedern das Kabinetts, des Bundesrates, der kirchlichen Akademien, ausser Pater Rochus Spiecker, A. Hartmann SJ und Dr. Otto Gritschneder noch andere zu der akuten Frage geäussert haben: Gegen die Verfügung der Herren im Bundesrat, welche über die Bedeutung der Grossen Strafrechtskommission, des Deutschen Ärztebundes, zahlreicher Gynäkologen und Psychologen hinweg ausdrücklich auf die «ernsten Bedenken kirchlicher Kreise» Rücksicht nahmen, haben Einspruch erhoben: der Deutsche Verband Berufstätiger Frauen, der deutsche Hausfrauenbund, der Deutsche Akademikerinnen-Bund, das Evangelische Frauenwerk, die internationale Organisation der Mütter «WOMAN», um nur einige der wichtigsten zu nennen. Sie alle haben die Ungeheuerlichkeit, die mit der Streichung des Paragraphen 160 (mit Bedacht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das heisst in diesem Falle der Mehrheit, erfolgt, es sei daran erinnert) der Frau zugemutet worden ist, als indiskutabel zurückgewiesen. Aus ihren durchweg kurzen Erklärungen geht hervor, dass sie mit der Wiederaufnahme des unterschlagenen Paragraphen etwas ihnen Selbstverständliches fordern.

Gunhild Schimmel, Basel

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Das ist über ein halbes Jahrhundert her, aber das Abtreibungsverbot, und zwar total, ist noch immer geltendes Kirchenrecht, in katholisch dominierten Staaten wie den lateinamerikanischen ist es rechtsgültig. Dass es nur wenige Schurken gibt, wie im ersten Kommentar vermutet, die eine Frau wegen Abtreibung nach Vergewaltigung ins Gefängnis bringen würden, bezweifle ich allerdings. Es gibt nicht wenige Antifemisten, die die Frauen wieder unter die Knute des alten Eherechts von vor 1956 bringen wünschen und die dazu auch das alte Abtreibungsgesetz wieder gern zurückhätten, d.h. diese Kombination aus Straflosigkeit der Vergewaltigung in der Ehe plus Verbot der Abtreibung. Es gibt auch eine grosse Chance für diese Herren: den Islam.

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