Deutsche Dreckschleudermedien im Denunziantenmodus

Posted on Februar 17, 2015

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Eugen Sorg  in Basler Zeitung 17.2.15

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rvc  Die korrekte deutsche Lügenpresse hofiert den linken Strassenmob. Sie diffamiert die demokratischen gewaltlosen Demonstranten und bewirft sie mit Dreck, während sie den linkskriminellen Krawallmob nicht mit der leisesten Kritik behelligt.

Es herrscht Konsens zwischen dem linken Strassenmob und dem deutschen islamunterwürfigen Medienmob. In der direkten Demokratie der Schweiz kommt man mit Dreckschleudern und Mauern gegen politische Gegner nicht so weit wie in Deutschland. Hier ein guter Artikel aus der NZZ: Ärger mit der „Lügenpresse„.   (Vgl.  >Widerworte «Abendlandspaziergang»,  wo wir schon die Stimmungs-Beschnüfflung anstelle von Fakten kommentierten*):

Ärger mit der «Lügenpresse» von Heribert Seifert, Neue Zürcher Zeitung

http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/aerger-mit-der-luegenpresse-1.18484768

Auszüge:

  • (…) Was bisher aufs Internet beschränkt war und reisserische Pressekritik in Bestsellern wie «Gekaufte Journalisten» befeuert, ist in Dresden und anderswo zu einem Mobilisierungsmotiv für Strassenprotest geworden. Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Medien ist populär, das bestätigt auch eine Untersuchung im Auftrag des NDR-Medienmagazins «Zapp». Eine Zeitlang reagierten Medien darauf mit einer Mischung aus Ignoranz und aggressiven Gegenvorwürfen, welche die Kritiker als Internet-«Trolle», habituelle Querulanten oder politische Extremisten klassifizierten. (…)
  • Verdachtsberichterstattung
  • Gängige Ausgrenzungs- und Abwertungsformeln waren gleich bei der Hand. Da marschierten «brüllende» Verlierer, «die bitteren Greise und die krass schlecht gelaunten Jungen» (Zeit online), verbohrt in «Fremdenfeindschaft», Ausländerhass und Nationalismus, was angesichts der offiziellen Pegida-Forderungen nach kontrollierter Einwanderung und rascherer Ausweisung abgelehnter Asylbewerber schon interpretatorische Kraftakte erforderte. Die Ausforschung der Facebook-Sympathien von Pegida-Anhängern gilt auf Zeit online als Aufklärungsinstrument. Die methodischen Unzulänglichkeiten und der widerwärtige Schnüffelmodus solcher «Enthüllungstools» scheinen niemanden zu stören.
  • Auf das Neue im Erscheinungsbild der Demonstranten, auf ihre unbeholfenen Kommunikationsformen, zu denen lange Zeit auch die bewusste Verweigerung von Medienkontakten gehörte, und auf einige Reizwörter in den Parolen haben die tonangebenden Medien nicht mit ergebnisoffener Recherche, sondern mit gewohnten Reflexen reagiert. Obwohl die klare Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer gewaltfrei und ohne extremistische Forderungen auftrat und obwohl gelegentlich sogar entspannt-ironische Verhaltensweisen zu beobachten waren, herrschte eine Verdachtsberichterstattung, die darauf lauerte, hinter der Fassade den Nazi zu enttarnen.Wo das nicht gelang, gab es unüberprüfbare Unterstellungen wie im Berliner «Tagesspiegel»: «In Dresden ist es mittlerweile schwierig, einzelne Neonazis in der Masse der Pegida-Demonstranten ausmachen zu wollen. Zu sehr ist hier der unpolitische Wutbürger mit dem strammen Rechtsradikalen verschmolzen.» Und wenn man Pegida schon keine fremdenfeindlichen Gewalttaten direkt zurechnen konnte, dann operierte man, wie bei «Report Mainz» vom Südwestrundfunk, mit diffusen Formeln von einem entsprechenden «Klima» und von einer «Stimmung, die Pegida schürt» .
  • (…) Es stört aber die Einbettung der Informationen in die grosse und allzu distanzlos mit der Politik geteilte Rahmenerzählung vom Kampf der Weltoffenheit und Vielfalt gegen bornierte Einfalt. Für die Presse und auch die Sender spricht allerdings, dass der Dresdner Politikwissenschafter Werner Patzelt viel Platz und Zeit bekam für sein Ein-Mann-Aufklärungsunternehmen einer differenzierten Deutung des Pegida-Protests, auch in klarem Widerspruch zu redaktionellen Beiträgen. Für ihn macht Pegida eine politisch-mediale «Repräsentationslücke» deutlich: Zwischen dem zugelassenen öffentlichen Diskurs und der Zone der Alltagskommunikation gesellschaftspolitisch eher rechtsorientierter Bürger gibt es keine Vermittlung. (…)
  • Patzelts optimistische Idee, in Vertrauen auf die Kraft einer unverstellten öffentlichen Meinungsbildung aus Vorurteilen politisch bearbeitbare Argumente und Forderungen zu machen, hat ausgerechnet in den Intelligenzblättern der Republik wüste Gegenrede provoziert. «Nicht aufwerten durch Debatten» heisst es da in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zum Dialogversuch des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Fahrlässig sei es, «dem Vorurteil, schlimmer noch, dem tiefen Ressentiment eine mediale Bühne zu bauen» .
  • Offenbar ist man hier überzeugt davon, es nur mit ein paar reaktionären Randständigen zu tun zu haben, die ihre Kommunikationsbedürfnisse im Kneipengespräch, im «Schimpfen an der Strassenecke» und beim «Grölen im Stadion» befriedigen sollen.
  • Angesichts der Zustimmung, die Pegida-Forderungen bei Meinungsumfragen finden, ist das eine riskante Aussage, die nennenswerte Teile der Bevölkerung einfach abschreibt und ihre Themen für Diskursmüll erklärt. Im «Spiegel» wettert ein Kolumnist gegen das «dauernde Dialoggedusel», das zur Etablierung eines «völkischen Diskurses» beitrage. In der «Frankfurter Rundschau» feiert ein Kommentator «die gute Wut gegen den Fremdenhass», die sich «ruhig auch mal» in lautem und aggressivem Protest entladen dürfe. Die bei einigen Gegendemonstrationen schon rituelle Gewalt nicht nur gegen Sachen wird da als Kollateralschaden bei der Beförderung des Guten gern in Kauf genommen. Die zahlreichen Behinderungen der Pegida-Teilnehmer durch Blockaden ihrer Gegner fand ohnehin kaum jemand kritikbedürftig.
  • Die Aufklärer, die hier auftreten, reden im Gestus strenger Kolonialoffiziere, die ihren noch immer nicht diskurshygienisch stubenreinen Eingeborenen die Leviten lesen, aber auf keinen Fall zuhören wollen. «Die Ansage muss lauten: ‹Jetzt hört ihr mal zu. Und zwar richtig.›» («Süddeutsche Zeitung»)
  • Das argumentative Inventar, mit dem hier ein Deutungsmonopol verteidigt wird, ist mit seinem phrasenhaft erstarrten, abstrakten moralischen Universalismus nicht nur bemerkenswert ausgezehrt, sondern zeigt gelegentlich Züge unfreiwilliger Komik. (…)
  • Legitime Publizistik darf nach der Überzeugung dieses Juste Milieu nur in den Grenzen seiner Wahrnehmungs- und Urteilsmuster stattfinden. Dabei sind die Konturen der einzelnen Medien ebenso abgeschliffen wie im überwältigenden sozialdemokratisch-ökologischen Konsens der deutschen Politik, an den sich Medien gern anlehnen. Explosive Konfliktthemen werden gern ausgeschlossen, wenn ihre öffentliche Erörterung als «nicht hilfreich» gilt. Polarisierungen werden lieber künstlich erzeugt und in Debatten mit bekannter Dramaturgie übergeführt.
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  • http://www.zeit.de/2015/05/konsensgesellschaft-alternativlosigkeit-dagegen/komplettansicht
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* Anmerkung: Zum Schnüffelmodus, den auch Heribert Seifert feststellt:

ad Speit von der TaZDer Pegida-Protest SWR Forum, 15.12.14:

Was will der Watchdog sagen? Da er den Demonstranten kein kriminelles Delikt nachweisen kann, beschnüffelt er die «Stimmung» auf der Strasse und findet sie  nicht nach seinem Geschmack, also gehört sie verboten, oder? Der Stimmungsschnüffler hat zu tun. Es dürfte nicht einfach sein, hier nach Stasimanier fündig zu werden und einen Demonstranten der falschen Stimmung zu überführen, aber so ein Schnüffler weiss, wie man da vorgeht: Wie heisst eigentlich das Delikt, das er ausgemacht hat: «Punkte im schwarzen Loch ignoriert haben» – oder wie?  rvc  Widerworte „Abendlandspaziergang

 

 

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