Hochschulreifer Islam

Posted on Juni 12, 2013

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Wenn ihr nicht werdet wie diese Theologen 

 

In der FAZ v. 7. Juni 13 wird das Werk des Islamschönschreibers Khorchide, der in Münster als Religionspädagoge Märchen über den Islam erzählt, wie „Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit“ u.drgl. , von einem anderen  Islamwissenschaftler, Hans Thomas Tillscheider, der am islamwissenschaftlichen Institut der Uni Bayreuth als Assistent wirkt, unter dem Titel „Fragwürdiges Plädoyer für eine infantile Theologie“  vorgeführt. Wie haben wir uns denn eine nicht infantile islamische Theologie vorzustellen? Eine respektable, eine  glaubwürdige, wissenschaftlich haltbare oder wie meint der Assistent der  Islamwissenschaft, der Khorchide seinen dilettantischen Umgang mit dem Koran vorhält und zugleich zu verstehn gibt, dass auch die „vielgescholtene Islamkritik“ dergleichen tue –  und nicht theologisch kompetent sei. Womit  Hans Thomas Tillschneider sich der pauschalen Schelte der Islamkritik anschliesst, die er mit einem der dümmsten Texte der Islamagenturen vergleicht. Das könnte auch von  Frau Schiffer aus Erlangen sein. Welche der bekannten Islamkritiker meint Tillschneider?

 

Der Vorwurf „genau so wie…  –  nur mit umgekehrten Vorzeichen“ erinnert stark an die Hetze gegen Dissidenten, denen die Kritikbasher nachsagen, sie seien wie islamische Extremisten, – so der Spiegel über Hirsi Ali. Der peinliche deutsche Islamverherrlicher Thorsten Gerald Schneiders, der sich als dummdreister Dissidentendenunzierer profilierte und im DLF als Zensor wirkt, warf der islamverfolgten Menschenrechtlerin Hirsi Ali mit der Arroganz des wichtgtuenden Wichts vor, sie sei keine Theologin. Womit dieser vor Theologendünkel  strotzende deutsche Pascha sagen wollte, die Frau ist wohl nicht berechtigt, sich überhaupt zum Islam zu äussern. Nur Islamagentinnen wie Lamya Kaddor und Konsorten von der IslamApologetik sind dort erwünscht.

 

Wer sich nicht als Islamgelehrter vorstellt, ist nicht kompetent zur Kritik der Djihadreligion? Oder wie meint Hans Thomas Tillschneider, wenn er Islamkritiker pauschal als umgekehrte Khorchides hinstellt?  Will er sagen, Apostaten wie Ibn Warraq oder Mark A. Gabriel kennen den Islam nicht so gut wie man ihn in Bayreuth kennt? Oder muss  Robert Spencer noch theologische Nachhilfe bekommen vom dortigen Islaminstitut? Oder von Prof. Schulze in Bern?

 

Nach allen vorliegenden zahlreichen fundierten islamkritischen Analysen, von Ali Dashti bis Ibn Warraq, von Bat Ye’Or bis  Andrew Bostom, von Hans Peter Raddatz bis Robert Spencer, von Yaja Gopal bis Lars Hedegaar und vielen anderen  ist der Vergleich „der Islamkritik“ (notabene ohne jeder Namensnennung) mit dem süsslichen Gewäsch von Khorchide eine Anmassung.

 

Tillschneider erzählt uns da, Khorchide wolle den Islam von der Scharia befreien. Damit der angeblich wahre Islam übrigbleibe? Der reine Koran? Wer befreit den Islam denn von dem?

 

Khorchide ist alles andere als ein Befreier, er ist ein Verschleierer. Fällt Tillschneider darauf im Ernst herein, weil der Schleier nicht theologisch kunstgereicht zurechtgeschneidert ist?

 

Die billige Apologetik von Khorchide zu beurteilen ist keine Kunst. Aber Tillschneider ist es ernst mit dem Islam, wenn er schreibt:

  • Dabei müsste Khorchide mit dem Islam ringen, so wie Bultmann mit der protestantischen Theologie gerungen hat“. 

Ringt Tillschneider etwa mit dem Islam? Oder tun das nicht vielmehr die islamverfolgten Kritiker, Apostaten und Dissidenten?

 

Ob der Islam besser wird, wenn ein Islamverteidiger mit ihm „ringt“, ist zu bezweifeln. Es mag ja  Hans Thomas Tillschneider und alle, für die der Islam unentbehrlich einträglich  ist, beeindrucken, aber wenn ich mir diese Männerringkämpfe mit ihrem Männergott  und ihrem Männergewaltrecht in religiösem Gewand so vor Augen führe, stellt sich mir die Frage: was wollen die Gottesgelehrten im säkularen Staat und an seinen Hochschulen?

 

Was Tillschneider am Khorchide beanstandet, sind nicht seine (angeblichen Befreiungs-) Absichten, ist nicht nur der süssliche Kitsch, mit dem er die Gewaltreligion übergiesst, sondern er findet den Khorchide intellektuell zu dürftig, er spräche nicht wie ein Theologe. Wäre das vielleicht besser?!

Wäre er dann geniessbarer? Für w e n bitte? Wer hat hier Bedarf an islamischer Theologie? Die ungläubigen Frauen? Die Apostaten? Die islamverfolgten Dissidenten? Die Kritiker, die wie Hamed Abdel Samad mit Fatwen bedroht werden von theologisch bewährten Mullahs? War der Ajatollah aus der Schule von Ghom theologisch nicht kompetent genug? Oder ist die Al Azhar intellektuell qualifiziert genug?

 

Tillschneider wörtlich: „Khorchide spricht  nicht wie ein Theologe, sondern wie ein Profet, der aufgrund höherer Autorisierung sagen kann, wie es ist.“ Dieser feine Unterschied wird nicht näher erläutert. Welcher Theologe fühlt sich denn nicht von höherer Stelle autorisiert zu sagen wie es ist? Beruht die Gotteslehre etwa auf Wissenschaft?  Tillschneider spricht wie ein Theologe. Das macht die Sache keineswegs verdaulicher.

 

Und wie bitte soll eine nicht intellektuell dürftige theologische Islamverkündung  aussehen? Was haben die Islamgelehrten uns bloss zu sagen? Wer hat sie autorisiert? Was will der Mann?

 

Der Monogottglaube bedarf vieler tausend Theologen, die den Religionskritiker gern der theologischen Unwissenheit bezichtigen, als könnten sie damit einen Gottesbeweis führen.

 

Nun hat Tillschneider aber auch ein negatives Gegenbeispiel zu Khorchide parat, das ist der Islamprofet Bauer von Osnabrück, ein Islamobskurant, der ein Buch geschrieben hat mit dem Titel: „Aischas Grundlegungen der Islamrechtsergründung“. Mit Islamrechtsergründung“ meint Bauer kaum die Ergründung des islamischen Kindereherechts, das mit der Heirat der sechsjährigen Aischa als Profetenfrau grundgelegt wurde. Die islamlegale  Vergewaltigung  der Ehefrauen stören einen deutschen Bauer nicht, für den die Frau ein Acker ist, den der Mann bestellen kann wie und wann er will. Oder ist die Frau vom Bauer kein Acker wie die Frauen des Profeten? Bauer plädiert dafür, die Überlieferung von Aisha  stärker zu berücksichtigen. Genügt es nicht, dass die Kinderheiraten, die millionenfach unter dem Islam verbrochen werden, die Geschichte von Aischa schon hinreichend als Vorbild „berücksichtigen“? Reicht’s nicht?

 

Tillschneider stellt fest, dass „die ultraorthodoxe Arbeit“ von Bauer nicht die leiseste Kritik hervorgerufen habe. Nun, das wundert keine Islamkritiker. Denn Kritik ruft in Deutschland nur die Islam-Kritik hervor. Aber Islamkritik ist ja nicht „theologisch“ kompetent, nicht wahr.

 

Da fragt sich doch: Wie ultraorthodox ist denn der Islam? Und was geschieht, wen öffentlich Kritik am Koran geübt würde? Dann kommen die Fatwen der Medienmullahs, und die Kritiker brauchen Polizeischutz. Weder Hans Thomas Tillschneider noch Thorsten Gerald Schneiders leben im Bunker, das ist der kleine Unterschied zwischen den (für wen?) zuständigen Islam-Theologen und der Gottlosigkeit.

 

Tillschneider spricht zuweilen wie ein Islamkritiker:

 

„Das was Kritik hervorruft und was nicht, bemisst sich mittlerweile weniger nach dem gesunden Menschenverstand oder nach den Bedürfnissen der Mehrheitsgesellschaft, sondern folgt den Befindlichkeiten der Islamverbände.“

 

Ach was – der gesunde Menschenverstand? Wo kommt denn der auf einmal her? Es geht doch um die Kompetenz der Theologen, die den Menschenverstand so lange dummschwatzen, bis er den Geist aufgibt. Seit wann fragt die Islamlobby nach den Bedürfnissen der Mehrheits-gesellschaft? Und was bitte hätte ein theologisch „intellektuell“ aufgerüsteter Khorchide der zu sagen? Soll die auch mit dem Islam ringen wie Bultmann mit der protestantischen Theologie?

 

Dass die Islamverbände gefragt werden und nicht die Mehrheitsbevölkerung, das sagen die Islamkritiker übrigens schon lange, das ist ja nun nicht so neu. Und nun die Empfehlung, wie es denn sein sollte:

 

„Was wir brauchten, wäre weder Khorchides süssliche Prosa noch Bauers hölzerner Fundamentalismus, sondern Khorchides Absichten mit einer Begründung, die an die Wurzeln islamischer Tradition und moderner Theologie gleichermassen geht.“

 

Wie bitte? Das brauchen nicht  w i r, das brauchen vielleicht die Schneiders und Tillschneider. Was heisst hier „An die Wurzeln gehen“? Sie radikal ausreissen oder zu den Wurzeln zurück? Back to the Roots zum wahren Islam??? Tillschneider wünscht sich sicher keinen Apostaten, sondern einen Khorchide, der es nur etwas schlauer formuliert, nicht wahr., wenn uns jemand wieder einen Euroislam aufschwatzen will. Von Islamkritik ist keine Rede. Tillschneider  muss noch mit dem Profeten  Khorchide ringen, bis ihm klar wird, was der wirklich will.

Den Islamkritikern ist das schon klar.

 

Und nun zum  Clou:

 

„Bülent Ucar, der Direktor des Instituts für islamische Theologie der Universität Osnabrück, hat in der Herder-Korrespondenz spezial (gewusst wo . Red.) geschrieben: Ich halte es mit dem Propheten, der empfiehlt, dass der Glaube eines Muslims wie der einer alten Frau zu sein habe: so einfach, so rein, so klar, vielleicht auch kindlich.

Hat eine in diesem Sinne infantile Theologie einen Platz im Wissenschaftsbetrieb und an staatlichen Hochschulen?“

 

Worauf Tillschneider mit dem Gedanken schliesst, was der islamischen Theologie fehle, sei „kein Recht auf Infantilität, sondern intellektuelle Reife.“

 

Nun, die islamische Theologie, die schon lange herangereift ist an deutschen Hochschulen, ist  nichts für ältere Frauen, da fühlen sich eher junge Männer und hormongesteuerte macho-religionsrechtfaszinierte Konvertitinnen angezogen. Diese Lehre, die da von bärtigen Männern an der Wurzel verabreicht  wird, hat sich auch keine alte Frau ausgedacht.  Was den einfachen, den  „kindlichen“ Glauben angeht –  wie kommt Herr Tillschneider rauf die Idee,  dass alte Frauen kindlicher sind als die jugendlichen Herrenmenschen, an deren puerilen Grössenwahn die Testosteronreligion appelliert und dank denen sie expandiert.

 

Zudem dürfte die Kindlichkeit doch den Theologen willkommener sein als jede intellektuelle Reife, die mit dem Islam nichts am Hut hat. Die führt beim Islam eher zur Apostasie als zur Theologie. Und was hat die Theologie im Wissenschaftsbetrieb zu suchen? Begründet sie den Glauben?

 

Wenn man schon mit der Theologie“ringen“ soll, wie Tillschneider meint, dann müsste man wissen, dass es auch heisst: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“– das richtete sich nicht an  Theologen, das war kein Hochschulprodukt. Es eignet sich auch nicht für den Hochmut, mit dem die Theologiehochstapler mit ihrem Papageien-Wissen  aufschneiden. Oder halten die Herrn, die den mutmasslich theologisch korrekten Glauben alter Frauen für infantil halten, die Kinder für senil? Denn die sollen doch glauben, was die Bartgreise vom Gottesfach ihnen erzählen.

 

Was wir brauchen, sind weder Khorchides Absichten noch Khorchides Ansichten zum Islam, wir brauchen auch keinen Koranunterricht und keine politisch korrekte Islamwissenschaft, die den Islam für den Hochschulbetrieb zurechtschneidert. Was an den Hochschulen fehlt, sind Lehrstühle für wissenschaftliche Aufklärung über den menschenrechtsvernichtenden Islam. Aber dazu muss man nicht mit dem Islam ringen, sondern mit der politischen Islamloby.

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