Der Unschuldsgeneralverdacht

Posted on Mai 24, 2011

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Das tätertümliche Talkermilieu  

In den Talk-Runden mit Illner und Will kann man den Typus des deutschen Meutemenschen in Aktion studieren, wenn er im Chor über eine amerikanische Journalistin herfällt. Heather DeLisle, selber Moderatorin, erfuhr es kürzlich wieder bei Illner. Als einzige in der Runde, in der es um die Verhaftung des IWF-Chefs ging, wies sie darauf hin, dass alle sich nur um die Lage des Beschuldigten besorgt zeigten, der Tatvorwurf selbst dagegen kein  Gewicht hatte beim Talkvolk. Illner lachte fröhlich darüber hinweg, Bleiben-Sie-Heiter, als hätte die US-Kollegin gar nichts gesagt, die notorische Täterversteherin Gisela Friedrichsen vom „Spiegel“ schaute tückisch und hochmütig indigniert ob soviel Schmach beim Vergewaltigungsvorwurf, der für die Spiegel-Gerichtserstattung seit eh und je eine ganz besondere Zumutung von seiten eines Opfers  an den Täter ist, um dessen Wohl schon Friedrichsens Vorgänger und Inspirator Mauz zum Gotterbarm auf die Tränendrüsen drückte, und der deutsche Promi-Anwalt namens Schertz  machte  sich zum Hüter der Hoch-Moral made in Germany (Weltmoralstandard), als die amerikanische Journalistin das Justizsystem verteidigte, das keine Rücksicht auf den Rang des Angeklagten nehme. Die  Runde reagierte hysterisch, überschrie die Amerikanerin im Chor, die sich kaum noch verständlich machen konnte, obwohl sie klar und deutlich sprach, aber nicht zugunsten des mutmasslichen Täters, sondern eindeutig des mutmasslichen Opfers.

Nur vordergründig ging es um die „Unschuldsvermutung“, in Wirklichkeit fühlten die Täter-schützertypen sich so innig in den Tatverdächtigen ein, wie nicht nur dessen gesellschaftliche Position, sondern die vermutetet Tat selber es ihnen eingab.

Auch in der entsprechenden Runde mit Anne Will und Alice Schwarzer sowie Matussek vom Spiegel, Ulrich Wickert und Hannelore Kraft zum Thema formierte sich schnell die bekannte Garde der Beschützer „Mächtige Männer als Täter“, selbstverständlich unter dem ehrenwerten Label der „Unschuldsvermutung.“ Als einzige war es die Feministin, die auf das Machtgefälle zwischen dem Sozibonzen und der schwarzen Putzfrau aus der Bronx hinwies, was die Runde eifrig wegzuwischen versuchte, wie diesen  berühmten immer erneuerten Fleck des Gespensts von Canterbury. Das Missverhältnis zwischen dem Mitleid der Machos mit dem armen Mann, der von der bösen Frau ruiniert wird, und der Ignoranz gegemüber dem mutmasslichen Opfer bleibt, da hilft keine Unschuldsvermutung. Was die Täterhüter Matussek und Ulrich Wickert offenbarten, war die pure Anteilnahme für den Täter, die auch für den Fall erwiesener Schuld gilt. Wickerts wirres Gerede von der französischen Lebensart, die mit dergleichen Abenteuer grosszügiger umgehe, bezeugte eine bemerkenswerten Herrenrechtsmentalität. Der deutsche Moralmensch kann nicht zwischen Eros und Gewalt unterscheiden, die Vergewaltigte ist die Dumme, wenn sie ehrlich ist und nicht auf eine Anzeige verzichtet, nicht wahr. Die Motive, die solche Wirrköpfe befeuern, müssen ja aufschlussreich sein. Wickert wie auch Matussek konnten die die Gegenrede von Schwarzer kaum ertragen, die an die früheren Gewaltattacken des Beschuldigten erinnerte, die alle nicht angezeigt wurden, aber in Frankreich bekannt sind.  Im Klima einer exzessiven Sexualgewalttoleranz ist eine Anzeige meist ruinös für das Opfer. Schwarzers Argumentation war hier klar und dringend nötig, auch wenn ich der Behauptung, dass es bei sexueller Gewalt nicht um Sexualität gehe, sondern nur um Gewalt, (eine leider ideologisch verrannte Fixierung zur Beschönigung der abgründigen Seite der Sexualität – dem Kindesschänder etwa geht es nicht um Macht über den Säugling, sondern um die nackte Triebbefriedigung) nicht zustimmen kann. Aber sie war wieder die einzige, die die Partei des mutmasslichen Opfers vertrat, sehr zum Ärger der erregten Männer in der Runde. Matussek ergriff vehement die Partei des mutmasslichen Täters, den er als Opfer der Justiz hinstellte und herzerwärmend verteidigte, im Stil von „Ich als Christ.“ Der katholische Christ Matussek, notorischer Antifeminist vom „Spiegel“, den nichts so schockiert wie Frauen, die sich wehren gegen männliche Gewalt (man lese nur mal seine Erschütterung zum Film Thelma und Luise, der für Matussek die Welt aus den Fugen bringt, die Welt des patriarchalen Christenmannes) war es, der zusammen mit Wickert immer wieder der Feministin ins Wort fiel und versuchte, sie auszuschalten. Sie habe das schon mal gesagt u.ä. (Dass Matussek gern Sachen sagt, die andere schon vor ihm gesagt haben, z.B. die Islamkritiker, deren Argumente er ohne Quellen-angaben im Spiegel übernimmt, das sagte niemand) Das Interesse des „Christen“ Matussek galt exklusiv dem mächtigen Mann, der der Vergewaltigung beschuldigt worden ist, die kleine Putzfrau interessiert den Christen nicht. Ein interessantes und bekanntes christliches Machomuster.  

Weniger „christlich“ als originär antifeministisch mobilisiert der Fall auch das Männerhaus der „Weltwoche“ (ich sah nur den Titel, muss es gar nicht erst lesen, ist alles so bestbekannt – diese Tragödie der mächtigen Männer, die durch Frauen zu Fall gebracht werden, wie Köppel wehklagte, der es so ungerecht findet, dass Männerkarrieren immer wieder durch die Weiber-affären ruiniert würden – womit er wohl an solche „Affären“ wie die von Chappaquiddick zu denken scheint, die einen Senator um die Präsidentschaftskandidatur brachten, so ein Pech…).

Im Zürcher Männerhaus weiss man noch wo Gott hockt und wo der Platz der Frau ist, und da wagt es wieder eine Putzfrau, sich an der Karriere eines Alphatiers im grossen Affenstall der Welt zu vergreifen. Die Affäre muss die Zürcher Redaktion ja regelrecht elektrisiert haben! Wieder so ein sozial  unwichtige Person, die sich erfrecht, wieder ein wichtiges Männchen anzuzeigen, eines von denen, die so unentbehrlich sind, um immer die Wirtschafstkrisen zu lösen, die von den Putzfrauen verursacht werden. Und das ohne jeden Respekt vor Köppels Männerhausmoral! Da beginnt’s zu scharren in der Zürcher Redaktion, für die nicht nur die   eindeutig geschlechtsspezifische Seite der Gewalt, sondern auch die auffallende soziale Diskrepanz ein rotes Tuch ist. Ob die Putzfrau neidisch war?

Nichts mobilisiert soviel täterzentrierte Anteilnahme bei patriarchal strukturierten Personen wie der männliche Sexualdelinquent, der bei der Anschuldigung der Vergewaltigung unter reflexartig hohen Unschuldsverdacht gerät bei seinen Sympathisanten. Ob mutmasslich oder erwiesen – das Interesse am Befinden des Opfer ist dagegen geringfügig, wenn es überhaupt vorhanden ist, seine Erwähnung nur ärgerlich, wie die Reaktion auf Heather deLisle klar bei Illner vor Augen führte, aber das „Schicksal“ eines „mutmasslichen“ Täters, der sich durch die Tat, so er sie begangen hat, selber in die Situation des Angeklagten gebracht hat, bringt die Truppe der Täterschützer völlig aus dem Häuschen.          

Anwalt Schertz verplauderte sich bei Illner ein wenig, als er zu verstehen gab, dass es ihm nicht nur um die sog. Unschuldsvermutung ging, die auch in diesem Fall bis zum Urteil gelte, sondern dass er auch im Fall erwiesener Schuld der Täter daran interessiert ist, dass ein Täter niemals „lebenslänglich“ zu erwarten hat, was es in Deutschland gar nicht vorgesehen ist, die Bezeichnung täuscht. Die Sorge gilt gar nicht der möglichen Unschuld eines Angeklagten, sie gilt dem Täter schlechthin, auch dem überführten, und zwar egal wie schwer die Tat, und egal wie gross die Gefährdung der Umwelt ist. Als die Amerikanerin angesichts der Blähungen der deutschen Rechtsmoral auf die Absurdität des sog. „Lebenslänglich“, das keines ist, hinwies, schwoll der Gegenchor erst recht an, denn sie hatte nicht Geringeres als die Überlegenheit der deutschen Rechtsmoral bezweifelt. Der Meutedeutsche versteht nicht, was daran so absurd ist, denn er ist Teil dieser Absurdität, die sich aufbläht gegenüber den erstaunten Blicken von aussen, in diesem Fall der Beobachterin, die nicht am deutschen Justizwesen genesen will.

Das deutsche Recht ist bekanntlich schon von seinem Ursprung her dem amerikanischen haushoch überlegen. Wie auch die deutsche Demokratie. Wir kenne das aus den Medien-lektionen für Israel. DeLisle hatte nur daran erinnert, dass ein zu „lebenslänglich“ verurteilter Täter in Deutschland nach spätestens 15 Jahren  wieder frei ist, während genau das nach dem  amerikanischem Recht ausgeschlossen werden soll, wenn ein ungewöhnlich hohes Strafmass sicherstellen kann, dass ein Schwerverbrecher nicht nach ein paar Jahren Scheinlebenslang abzüglich Untersuchungshaft und zusätzlicher Belohnung für gute Führung freikommt.

Anwalt Schertz betonte noch triumphierend, er sei stolz er auf die deutschen Verhältnisse. Zustände, die auch für Taten mit hohem Widerholungsrisiko nach Ablauf der Haftzeit mit freiheit winken. Der Täterschutztyp ist stolz auf die Kriminellenfreiheit, Opferschutz ist da gänzlich nebensächlich. Man bildet sich etwas ein auf die Verbrecherschonung der extrem täterfreundliche Justiz, was in Deutschland als rechts-staatliche Musterübung gilt, eine quasi  „antifaschistische“ Dauerdemonstration. In Wahrheit ist die als Humanität verkaufte sorgsam gepflegte Schonung brutalster Gewalttäter eher Fortsetzung faschistischer Gewaltfaszination als deren rechtsstaatliches Gegenstück, als das sie offiziell  ausgegeben wird. Wobei deutsche  Täterschützer eine um so höhere Meinung von sich haben, je weiter sieh sich ostentativ von „Volkes Stimme“ in den Gerichten distanzieren. Auch diese Demonstration der Distanz zum “populistischen“ Volk gilt als Beweis korrekten Rechtsbewusstseins. Seltsamerweise wird aber „im Namen des Volkes“ Recht gesprochen. Wobei das Volk das allerverächtlichste ist für die hoch über dem Populus stehenden Herrschaften in den Gerichtssälen, in denen über Jahrzehnte der sentimentaler Täterschutztprototyp Mauz  sein Unwesen trieb. (Der Spiegel über den Spiegel-Gerichtsberichterstatter: „Deutschland hat ein Gewissen, solange Gerhard Mauz in den Gerichtssälen sitzt.“ Es handelte sich um das sexualfaschistische Gewissen, das stets zugunsten der Täter grunzte und die Strafsanktionen für Sexualgewaltdelikte als die wahre Zumutung empfand. Nachfolgerin in der Täterschutzgenealogie ist Gisela Friedrichsen, die warme Worte des Verstehens für einen Mann fand, der ein sprachbehindertes Kind zu Tode quälte; die eine sadistische Bande von jungen Männern um die 20 (und darüber), welche einen anderen Jugendlichen sadistisch zu Tode folterten, als „Kinder“ umschleimte u.drgl. Unappetitlichkeiten.) Mit von der deutschen Mauzpartie ist auch der deutsche Pyschologie-Prof. Rauchfleisch, der schon zusammen mit dem Sentimentalo Mauz als einem „Experten“ vor einer Schweizer Frauenversammlung auftrat, die sich von den beiden Herren artig über „Gewalt“ belehren liessen. Wobei die Männergewalt gegen Frauen mit vereinten Kräften des Teams ausgeblendet wurde. Ich muss mir nur vorstellen, wie belämmert dieses weibliche Publikum den Worten der komischen Gewaltspezialisten lauschte und wische mir noch heute verschämt eine Lachträne aus dem Auge. Ahnlich stelle ich mir das Publikum vor, dass in Deutschland einem Vortrag von Prof. Brückner selig (dem RAF-Gastgeber) zum Thema Gewalt lauschte. Ein Radioreporter bemängelte in seinem Bericht darüber, dass eine alte Dame „mit Kapotthütchen“ (unvergesslich) bei dem Vortrag eingeschlafen sei. Offenbar passte das dem forschen deutschen Reporter nicht. Ich versuche mir die Szene vorzustellen, wie diese alte Dame auf den Vortrag des Gewaltexperten so genial reagierte, und freue mich noch heute an dem Bild. 

Heather de Lisle zum deutschen Buhwort „Populismus“: 

http://www.youtube.com/watch?v=hUAgMdWCDBI

  • Exkurs: Einen Tieffstand deutschen Rechtsverständnisses erleben zur Zeit die Bürger von Waldrode – diesmal war ein Grüner das Kriminellenopfer, also kein Täterschützer zur Abwechslung (der Täter war ja auch ein deutscher Rechter, kein schützenswerter Kulturbereicherer mit dem  bekanntem Hintergrund), und dieser Grüne, der sich gegen den Terror der Hells-Angels zu wehren versuchte und bedroht wird, wurde von den Täterschützern seiner Partei politisch im Stich gelassen. Der Skandal von Waldrode, wo die Einwohner sich nicht mehr trauen, gegen die Gang öffentlich aufzustehen, ist ein  symptomatischer Fall, an dem sich die Verkommenheit des totalen Täterschutzes aufzeigen lässt; wo ein krimineller Banden-Anführer, mehrfacher Bordellbesitzer und Schreck aller Bürger, die ihre Kinder vor dem Einfluss der Beande beschützen wollen, mit juristischer Deckung weitermachen kann, nachdem eine Staatsanwältin ihn bereits hatte verhaften lassen. Aber der Oberstaatsanwalt liess den Mann, der mittlerweile eine ganze Kleinstadt terrorisieren kann, wieder frei, mit der Begründung, die Justiz diene ja der Rehabilitation und man müsse dem Manne doch Gelegenheit geben, sich ein normales Leben aufzubauen….! Hatte er dazu bisher vielleicht keine Gelegenheit?  Haben die verkauften Frauen im Bordell ihn daran gehindert? Die Begründung könnte vermuten lassen, dass die Justiz dieser Art eher zur Bordellkundschaft gehört als auf seiten besorgter Eltern ist, oder wie ist diese Perfidie zu verstehen, der Staatsanwältin in den Rücken zu fallen, dass es jedem Rechtsinn Hohn spricht. Die totale Verbrecher- freiheit für die Agentur der Bordellkundschaft –  als „Chance“ für ein normales Leben, sprich ungehinderte, durch keine Strafsanktionen beeinträchtigte Fortsetzung des ganz  normalen Verbrecherlebens. Ein Musterbeispiel deutscher Justiz und Kriminellen-förderung, der ganze Stolz der nicht „populistischen“ Justiz.                   

 In „Bild“ wurde dem Prominentenanwalt bescheinigt, er habe „sehr ruhig und sehr präzise“ gesprochen. Wenn das von einer Person in jeder Hinsicht zutraf, dann war es Heather deLisle   die mit weniger Worten als die Meute der Wortabschneider klar und präzise argumentierte, aber dabei von der Gegenseite geschlossen überschrieen wurde. Alles begann zu gackern, als sie ins Nest des deutschen Anti-Amerikanismus stach und die Runde damit  aufscheuchte.                    

http://www.bild.de/politik/inland/maybrit-illner/sex-talk-bei-illner-maenner-macht-triebe-17990508.bild.html

Andreas Thewalt in Bild:  

  • Christian Schertz saß dabei mit zunehmend schmerzvoller Miene und warf dann irgendwann ein, solcherlei Motivforschung finde er als Anwalt „problematisch“. Das war an dieser Stelle sehr höflich ausgedrückt.

Thewalt war es offensichtlich nicht gegeben, in der Miene der Amerikanerin lesen zu können,  die freilich etwas disziplinierter diskutierte als die gegen sie anschnaubende Runde. Sowenig wie ihm der selbstgefällige deutsche Dünkelausdruck des Anwalts auffiel, mit dem der seinen vermeintlichen Trumph gegenüber dem amerikanischen Recht auskostete. Von alldem bekam Thewalt, der dem Anwalt gegen die Amerikanerin beipflichtete, nichts mit.     

  • (…)  Schertz machte das Problem deutlich, dass bei Prominenten Lebensentwürfe „radikal zerstört“ sein könnten, selbst wenn es nicht zu einem Schuldspruch komme.
  • Hier nun fuhr  Heather De Lisle, Deutschland-Korrespondentin des US-Fernsehsenders ABC-News, dazwischen sie sei gerade „etwas schockiert“.

Dass sie überhaupt zu Wort kam in der Runde, die sie dann kaum mehr aussprechen liess, heisst für den Mann von Bild: sie fuhr dazwischen! 

  • (…) mit Schertz und De Lisle  prallten Welten aufeinander, zwei unterschiedliche Vorstellungen von Rechtssystemen.
  • Schertz hatte so manche Kritik am amerikanischen Justizsystem, argumentierte sehr ruhig und sehr präzise. Abführen in Handschellen, in der Art wie bei Strauss-Kahn gesehen, solche Bilder etwa seien für kontinentaleuropäische Juristen schon „sehr absurd“ und im deutschen Rechtsstaat auch eher undenkbar, warf Schertz ein.
  • Die Journalistin trat auf als knallharte Verteidigerin des amerikanischen Rechtssystems und konterte, in den USA gebe es keine Sonderregeln für Prominente: „Bei uns gilt, alle Angeklagten werden gleich behandelt.“

Dass hier Welten aufeinanderprallten, das sieht Thewalt ganz richtig. Die Welt der deutschen Täterschützer und hemmungslosen Wort-abschneider, die deutsche Dünkelwelt der Arroganz gegenüber allem was als amerikanisch verabscheut wird, und die Welt der intellektuell sehr viel disziplinierteren Diskussion und kritischer Argumentation, wie man sie bei Journalisten aus den USA in deutschen TV-Runden antrifft, während die deutsche Seite sich ihnen hoch  überlegen wähnt, was eher peinlich wirken muss auf die Gäste. Die deutsche Diskussions-seite, die im Chor argumentierte, wird als die präzise und besonnene dargestellt (!), die  Frau, die contra gibt, „fährt dazwischen“, wie die Wortwahl insinuiert, weil sie sich nicht überfahren lassen will….           

  • FAZIT von Thewalt:
  • Was in der Talkrunde übersehen wurde: Wer als Unbekannter unter einen fürchterlichen Verdacht gerät, ist in seiner kleinen Welt womöglich am Ende genauso hart in seiner Existenz getroffen wie ein Prominenter im Scheinwerferlicht. Denn auch für den kleinen Mann kann unabhängig vom Urteil genauso gelten: Irgendetwas bleibt vielleicht.

Es geht auch beim „kleinen“ Verdächtigten um den „kleinen Mann“, der mit dem „grossen Mann“ dessen schreckliches Schicksal teilen muss, der Vergewaltigung angeklagt zu werden, was das Schicksal sowohl so vieler kleiner als auch grosser Männer zu sein scheint, seit es eine Frauenbewegung gegeben hat, die die verbreitete Wickert-Wirrnis zu entwirren versuchte und den Unterschied zwischen Flirt und Gewalt klarstellte, zwischen erotischem „Abenteuer“ und Sexualverbrechen. Was die Herren vom Spiegel bis Bild und Weltwoche,  die Matusseks, Thewalts und Köppels der Welt zum Erbeben bringt ob soviel Unrecht gegenüber Männern und Repektlosigkeit vor Männerkarrieren. Sie sollten vielleicht der Feigenblatt der generellen Unschuldsvermutung fallen lassen und sich der Antifeministen-AG-anschliessen, es gibt ja schon einen deutschen Verein als Verstärkung des Schweizerischen. Das Schicksal nimmt offenbar keine Rücksicht darauf, ob der Mann klein oder gross ist, mächtig oder unbekannt, es scheint beide Sorten mit einer ganz besonderen Begabung und Neigung ausgestattet zu haben, es immer wieder herauszufordern, dieses blinde grausame Schicksal, dass schon Gerhard Mauz in markerschütternd schmalzigen Worten in Spiegel bewehklagte, Frau Friedrichsens Souffleur aus dem Grabe heraus. Mauz über einen Ehefrauenmörder: „Er war wie ein armer Mann, der nur ein Schaf besass.“ Alles klar? Drum durfte er das schlachten, der arme kleine Mann. Nicht nur den grossen gilt das brennende Verständnis für ihre Taten, auch die kleinen Täter geniessen die grossen Sympathien bei ihren Mentalitätsverwandten, denen das Täterwohl ein inneres  Herzensanliegen ist, das sie als Rechtsverstand verkaufen. Zum Glück gibt’s noch amerikanische JournalistInnen, die dem Gemütsmenschen nicht jeden Kitsch abkaufen und nicht in der Machomoralsauce versaufen, sondern klaren Kopf behalten.

Es ist ein spezieller Genuss, eine deutsche Talk-Runde mit dem amerikanischen Teilnehmern zu erleben, wie Gedmin oder Kornblum, dessen Mimik mich für viele dieser Veranstaltungen entschädigt, wenn man z.B. versucht, ihn in der Sauce aus deutscher Sentimentalität und Arroganz zu ertränken. Er verzieht kaum merklich eine Miene, und schweigt die meiste Zeit, aber dieses Schweigen ist beredt. (Unerträglich wird es, wenn ein Daniel Dagan von einem dt. Prof. Hacke über die „Würrrrde“ der Palästinenser belehrt wird und höflich antwortet, wie viele Juden aus den arabischen Ländern vertrieben wurden, was die deutsche von Weltmoral triefende Runde nicht hören will) 

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  • Anm. Mittlerweile sind die deutschen Sülzer und Täterversteher auch als Süssmittel in Schweizer Talkclubs gefragt, wenn’s darum geht, den Terror gegen Israel soft zu moderieren. So hatte Moderatorin Christine Meyer neulich ein deutsches Trio von Terror-Schönrednern im „Club“  versammelt, mit dem linksforschen deutschen chronischen Israelinstruktor Zumach, mit dem arg guten Menschen Todenhöfer als nortorischer Ankläger der USA (ruchloser Mord am mutmasslichen  Terroristen unter Unschuldsvermutung statt „fairer“ Prozess, möglichst mit Pilgerstätte für die frommen Verehrer, u. drgl. Schmalz und Schnulz) und dem obligaten Islam-Apologeten, Terrorerklärer und Schariabeschöniger Schulze, im linken Filz der Islam-Lobby als „Experte“ und Gutachter für alle Fälle sehr geschätzt. Dieses Team legt jede kritische Diskussion lahm und bringt den Schweizer „Club“ auf  Gleichlang mit den deutschen Talk-Runden. Die Auswahl der pro-arabischen, anti-amerikanischen und anti-israelischen Teilnehmer, im Sinne des Club Helvétique,  könnte direkt von de Weck sein.       
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