Reichhaltiges Rahmenprogramm – Die Genossen haben’s genossen

Posted on Februar 27, 2011

0


Die ehrenwerte linke Gesellschaft und ihre verehrten Mitglieder im Richtigen Rahmen

Ziegler kommt ins Schwitzen

Zitat der Woche:

(Auf die Frage vom Blick 27.2.11:  Noch einmal, Herr Ziegler: Sie sind kein Sympathisant des libyschen Diktators?):

Ziegler: Für den jungen Hauptmann ­Gaddafi, der 1969 den sozialistischen und panarabischen Visionen des ägyptischen Staatschefs Gamal Abdel Nasser folgte, die libysche Ölindustrie nationalisierte und dem Westen die Stirn bot – für ­diesen Gaddafi hatte ich, wie jeder europäische Linksintellektuelle, durchaus Sympathien.

http://www.blick.ch/news/ausland/gaddafi-ist-nur-noch-ein-psycho-pathischer-moerder-167522

Gaddafifreund Ziegler will jetzt nichts mehr wissen von seiner Bewunderung für die Herren Diktatoren, die immer noch seine Verehrung geniessen – nur Kaddhaffi? Sehr glaubwürdig. Aber es handelt sich nicht nur um den Fall Ziegler, wie echte Linke versichern, die wissen, dass der wahre linke niemals irrt noch abirrt vom wahren linken Wege. Wenn der wahre linke ein Humanist ist, dann ist die Gesamte sozialistische Internationale auf dem Holzweg, oder?

Denn was eine echte Linke ist, die kann nicht irren. Sie hat schliesslich das Monopol auf die richtige Deutung des Gangs der Geschichte. Die wasserdichte Garantie der irrtumsfreiheit für ewig jung bleibende e professionelle Rechthaber. Es handelt sich keineswegs nur um Ziegler. Man lese nur den Artikel „Unsere Linke und Gadaffi“ in der letzten Ausgabe der Weltwoche, 8/11. (Artikel von Pierre Heumann)   

Dort erfährt man, was so mancher gute Mensch, der sich immer auf der richtigen Seite weiss wenn er links wählt und sich damit frei von allen rötlich-totalitärem Rahmenbedingungen wähnt (alle Nicht-Linken erscheinen diesem Mensch in einem bräunlichen Passepartout) sich nicht hat träumen lassen von den Genossen, die doch auf der Seite des Guten Wahren  und Gerechten zu sein vermeinen:

Die arabischen Potentaten in honoriger Gesellschaft als Mitglieder der Sozialistischen Internationale.

Die Einheitspartei des ägyptischen Präsidenten Hosnik Mubarak wurde 1989 in Stockholm in den Kreis der Sozialisten aufgenommen und verblieb dort unwidersprochen bis zum Sturz des Präsidenten,

Auch die tunesische Regierungspartei, das Rassemblement constitutionnel democratique, seit fast 30 Jahren Mitglied im Club der Sozialisten, fiel erst in Ungnade, als auch dieser Präsident das Weite gesucht hatte…  Weltwoche:

  • Auch sie wurde aus der sozialistischen Internationale ausgeschlossen. Allerdings erst, als Parteichef und Staatspräsident Ben Ali aus dem Land geflüchtet war.“

Es scheint im wahren Sozialismus eben nicht so einfach zu sein, ausgestattet mit dem echten marxistischen Instrumentarium, den Gang der Weltgeschichte im Sinne der historischen Not-wendigkeit auch richtig zu interpretieren…

  • Immer noch als Mitglieder toleriert die linke Internationale allerdings die „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“, welche die jüngsten Wahlen so effizient manipulierte, dass sie 82 % der Stimmen erhielt, oder den front populaire ivorien von der Elfenbeinküste…“

Das ist halt das Kreuz der Linken mit dem Volkswillen…

  • WW: Die Ironie ist bemerkenswert: auch die Schweizer SP-Genossen sassen mit den arabischen Potentaten im gleichen Boot – als Mitglieder der sozialistischen Internationalen, des „Zusammenschlusses aller demokratischen Parteien auf Weltebene“, die sich alle vier Jahre zu ihrem Kongress trifft. Bis vor kurzem…

Die Genossen, die zwar beim letzten Kongress über die internen Abläufe, wie die Weltwoche schreibt, „entsetzt“ waren, hätten sich zum Austritt allerdings nicht  durchringen können,  „weil sie, wie ein Arbeitspapier verrät, die ‚internatiionale Atmosphäre’ und auch ‚das reichhaltige Rahmenprogramm’ genossen.. “ (WW)  

Es geht doch nichts über eine rötliche Umrandung.der Diktatorenportraits. Weltwoche:

  • „Was in den letzten Tagen fast vergessen ging: die Militärdiktatur von Muammar Gaddafi nannte sich „sozialistisch“ – Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschmahirija.
  • Gaddafi, den der ehemalige ägyptische Präsident Reagan als „verrückten Clown“ bezeichnet hatte, konnte bei der linken stets mit Nachsicht für seine wirren Wünsche rechnen – zum Beispiel bei Catherine Ashton, EU-Aussenpolitikerin und britische Labour-Frau.
  • Als Gaddafi vor einem Jahr zum heiligen Krieg gegen die Schweiz aufrief, bezeichnete ihre Behörde in Brüssel dies als „unglücklich“ – mehr nicht. Der Schweizer Parteikollege Jean Ziegler gab sich her, um den Kriegsaufruf seines Freundes aus Libyen, der ihn mit einem Preis geehrt hatte, zu relativieren. Gaddafi habe keine „theologische Autorität“, spielte Ziegler den Schlachtruf herunter, und er sei 2nicht befugt, die Muslime zum Dschihad aufzurufen.“

Da wüssste man doch gern, wenn er schon einen Unbefugten so bewundert, wie gross erst die Verehrung Zieglers für die islamischen Autoritäten sein muss, die laut der Ulemma dazu befugt sind, zum Dschihad gegen den Westen aufzurufen…

  • Gaddafi werde von den Gläubigen in der islamischen Welt nicht ernst genommen. Wohl aber von der SP, die mit ihm in der Sozialistischen Internationale sass.

Nicht so ernst wie Karadawi?

_______________________

Und hier noch ein Zückerchen zu Ziegler: (Fundort: das Diskussionsforum von PI):

Der üble Rassist, Judenhasser, Terrorunterstützer und Linksaußen der Schweizer Politik, der sich einen französischen Namen zugelegt hat, darf im übel beleumundeten “Menschenrechtsrat der UNO” (von Moslems, Diktatoren und Potentaten dominiert) gegen die westlichen Demokratien und seine Menschen weiterhetzen.

Das war sogar Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, zuviel und hat einen geharnischten Brief an den Schweizer Botschafter geschrieben:

Sehr geehrter Botschafter,

Mit Bedauern erfuhr ich heute, dass die Schweiz Jean Ziegler als Menschenrechtsexperten für den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen nominiert hat.

Jean Ziegler hat durch seine Unterstützung von Diktatoren wie Mengistu Haile Mariam, Robert Mugabe, Fidel Castro und Moammar Khaddafi unrühmliche Bekanntheit erreicht und ist Mitbegründer des “Moammar Khaddafi Friedenspreises”. Dieser Preis wurde unter Anderem Fidel Castro, Hugo Chavez und dem Anführer der Nation of Islam Louis Farrakhan verliehen.

Jean Ziegler hat sich persönlich für den französischen Stalinisten Roger Garaudy stark gemacht, der in seinem Buch:

” Myths of Modern Israel”,

in dem der Holocaust geleugnet wird, und hat auch sonst die Vereinten Nationen stets als Plattform zur Förderung seiner unlauteren Ziele instrumentalisiert.

All dies wurde beispielsweise ausführlich in der NZZ vom 25. Juni 2006 dokumentiert
(”Zieglers Libyen-Connection”).

Jean Ziegler erfüllt daher in keiner Weise die von Ihm verlangten Kriterien in den Bereichen Menschenrechte, Unabhängigkeit und Objektivität, so dass ich innständig hoffe, dass Ihre Regierung seine Nominierung für den Menschrechtsrat zurückziehen wird.

Hochachtungsvoll,

Alexander Graf Lambsdorff, MdEP

http://blog.unwatch.org/wp-content/uploads/2008/03/mep-letter-protesting-jean-ziegler-appointment.pdf

“Der geborene Kleinbürger Hans Ziegler sagt sich los und konvertiert gleich mehrfach: vom Protestantismus zum Katholizismus, von der deutschen Sprache zur französischen, von der väterlichen SVP zu den Sozialdemokraten, vom feurigen Antikommunisten zum feurigen Marxisten. Aus Hans wurde Jean, und Jean begab sich nach Paris, studierte und begegnete Ernesto Che Guevara, der ihm gemäss eigener Legende den revolutionären Weg wies: Hier, in der Schweiz, müsse er kämpfen. In dieser Sechziger-Jahre-Fantasie bleibt Ziegler stecken.”

Aus der Schweizer Weltwoche 25.3.2008

__________________________________

Schweizerzeit vom 26. März 2004
http://www.schweizerzeit.ch/0704/spalte.htm

Jean Ziegler und die Uno-Menschenrechts-Kommission

Venezuelas Kandidat

Der Aktivismus im Departement Calmy-Rey ,­ teuer, aber wirkungslos, ­ produziert immer wieder neue Skurrilitäten: Gegenwärtig ist die Menschenrechts-Kommission der Uno neu zu bestellen. Als Kandidat drängt sich auch der Genfer Sozialismus-Schwätzer Jean Ziegler, derzeit Hunger-Sonderbotschafter von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, ins Rampenlicht.

Als ihren offiziellen Kandidaten will das EDA Jean Ziegler nicht portieren. Aber Ziegler, versessen auf diesen Sitz, brachte es durch allerlei Ränke fertig, dass er von Venezuela als Kandidat portiert wird. Der Schweiz wurde dies offiziell kundgetan. Während das diplomatische Korps im EDA von diesem schillernden Quereinsteiger ausgesprochen wenig erbaut ist, lässt die Departementschefin ­ Motto: Linke Genferin hilft linkem Genfer ­ die Uno wissen, die Schweiz schätze sich «glücklich» ob der venezolanischen Kandidatur Jean Ziegler.

Man geht zu Bern immerhin davon aus, dass Ziegler der Gruppe südamerikanischer Kandidaten zugeteilt werde, womit er gegen Südamerikaner, nicht aber gegen Kandidaten der westlichen Gruppe (Europa und Amerika) als Kampfkandidat anzutreten hat.

Was immer man von diesen skurrilen Winkelzügen in den Gängen des Uno-Glaspalastes halten mag, so steht für uns Schweizer eines fest: Für die bisher doch einige Reputation geniessende Uno-Menschenrechts-Kommission kandidiert ein unverbesserlicher linker Schwadronierer, ­gebürtiger Schweizer, der ­ hierzulande vor nicht allzu langer Zeit ein grosses Eisenbahnunglück schlicht erfunden (beziehungsweise erstunken und erlogen) hat mit dem einzigen Ziel, der Schweiz schnöde Waffen-Komplizenschaft mit den Nazis unterzuschieben. Und der, der solches böswillig erlogen hat, soll nun also in der Uno-Menschenrechts-Kommission als Schweizer, wenn auch von Venezuela vorgeschlagen, Einsitz nehmen. Lügenhafter Politiker, als Schweizer Kandidat eines mehr als nur zweifelhaften Regimes ­ und diese widerwärtige Sauce wird ausdrücklich abgesegnet von Bundesrätin Calmy-Rey!  Ein skrupelloser Verunglimpfer des eigenen Landes macht damit unter dem Titel «Menschenrechte» Uno-Karriere. Die Schweiz und die Schweizer haben das miese Spiel ohnmächtig über sich ergehen zu lassen.

Ulrich Schlüer

______________________   

Ein paar Infos zu Ziegler Jean (nach „tachles“ 26. August 06)

Ziegler wurde mit 65 (Ende der 80er) Nationalratskandidat der Schweizer Jungsozialisten, die innerhalb der SP relativ unabhängig sind, anders als in Deutschland; nur ein Drittel ist dort Mitglied. Gründung der Juso 2006.

Die Jusos feiern jetzt ihr 100jährige Jubiläum. Ihr Programm (das mit der Generation Wermuth im 21. Jh. wieder aufgefrischt wurde), ist immer noch unverändert die Überwindung des Kapitalismus. Die Erfahrungen mit dem Realsozialismus in Osteuropa  werden ausgeblendet, interessieren sie nicht. Die „Internationale – gegen Globalisierung“ ist eine der Paradoxien dieser „Dialektik“.

Ihr Idol ist Hugo Chavaz  in Venezuela (der Ahmadinedschad umarmt). (Das macht es Sinn, dass Ziegler als Kandidat für Venezuale in den UN-Menschenrechtsrat sollte. Als wahre echte Marxisten führen die Juso keine Diskussionen über die Hyptheken des Sozialismus, die real existierenden totalitären Systeme.

Die Jusos finden sich nicht verantwortlich für das Erbe des  real existierenden Sozialismus . die Diskussion darüber, dass er meist in totalitäre System führt, lehnen sie ab. Dabei sind sie selber totalitär, Ausgrenzung und Gleichschaltung ist Usus.

Alle die damit in Berührung kamen, kennen es. Der Rahmen des Denkens ist abgesteckt.

  • Lenin war voll des Lobes über die Schweizer Juso, die sich zweimal von den Sozialdemokraten abspalteten und den Kommunisten anschlossen.  
  • Als ein Altsozialdemokrat in einer Versammlung wenigstens Respekt für seine grauen Haare verlangte, rief ihm ein Juso entgegen: „Ich habe noch keinen Esel gesehen, der keine grauen Haare hätte.“

(Apomanieren, die die Linksautonomen beibehalten haben und in die faschistische Tat umsetzen. (Unverkennbar auch die Sympathie linker Intellektueller  – mit Leninbild überm Schreibtisch –   für Schlägertypen mit Migru, die auf wehrlose Senioren losgehen  (ey Alter), und sich damit als „nicht spiessig“, nicht „bürgerlich“  erweisen. 

1921 kam es zur Parteispaltung in SP und KP, die Jusos gingen zur KP über.

Ende der 20 baute die SP wieder eine eigene Jugendorganisation auf. Ende der 30er sympathisierten die Juso mit dem Sowjetkommunismus und wurden vom Bundesrat verboten.

Neugründung

Tachles: „Die 68er kümmerten sich nicht um die neuen Jusos und engagierten sich dafür in der SP, die sie für das wichtigere Machtzentrum hielten.

Ende der 70er erlebten die Juso einen neuen  Aufschwung mit Präsident Nationalrat Andreas Gross*, zehn Jahre später traten die Zürcher Jusos mit Ziegler als Nationalratskandidat an.“

(Gross: GSoA – Genossen für Schweiz ohne Armee. Genosse Ziegler hat sich nie für eine Entwaffnung Gaddafis ausgesprochen, bis auch die SPS Gaddafi abschrieb, im Jahr 2011.

Marxisten argumentieren heute gern, man könne nicht zusammen mit Konservativen gegen den Islam sein, so als sei alles Bürgerlich-Konservative „bräunlich.“ Eine der übleren linken  Unterstellungen im Geiste des Totalitarismus, von dem die Linke kontaminiert ist, weshalb sie auch so vom Islam fasziniert ist. Dass ein Lenin-Zitat gegen den Islam einen sonderbaren Rahmen abgibt für eine demokratische Islamkritik, stört da nicht. Christlicher Protest gegen den Islam wird nicht akzeptiert, der widerspricht dem Aufklärungsanspruch. Dass ein Lenin, als islamkritische Instanz zitiert, noch ganz andere Implikationen und Herrschaftsdimensionen mit sich bringt, das sieht der gläubige Marxist nicht ein. Aber der Schweiz blieb zum Glück das Modell der Gesellschaft nach dem Programm der Konferenz von Zimmerwald erspart. Und auch das braune Reich hat die direkte Demokratie nicht eingenommen. Sie bleibt bis heute widerspenstig gegen fremde Herren, gegen linke Welterlöser und rechten nationalen Grössenwahn.

Advertisements