„Differenzierte“ Diffamierung

Posted on Oktober 22, 2010

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NZZ mit Dialügen gegen „Rechtspopulisten“

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 18:10:44 Uhr, NZZ Online

http://www.nzz.ch/hintergrund/dossiers/der_islam_und_europa/kommentare/kein_kalter_krieg_mit_dem_islam_1.8017513.html

16. Oktober 2010, Neue Zürcher Zeitung

Kein kalter Krieg mit dem Islam (von Eric Gujer)

In Europa grassiert eine Kulturkampfstimmung gegen den Islam.

In westlichen Medien herrscht Kampfstimmung gegen Islamkritik

Doch eine Auseinandersetzung, die sich in Pauschalurteilen erschöpft, nützt weder der Integration noch der Mehrheitsgesellschaft. Von Eric Gujer

Die wahre Auseinandersetzung kommt mit der  NZZ.

Der Westen hadert mit dem Islam, mit seiner doktrinären Strenge und orthodoxen Auslegung, mit den Gesetzen der Scharia und der Unterdrückung der Frau.

Nicht so Eric Gujer, er hat gegen all das nichts, Gujer hadert nicht mit der Scharia, nicht mit  der Unterdrückung der Frau, er hat nur etwas gegen die Gegner der Scharia, das sind „Rechtspopulisten“. Die Scharia scheint ja für Gujer links zu sein:

Rechtspopulisten erzielen überall in Europa Wahlerfolge mit ihren Warnungen vor der Eroberung des Kontinents unter dem grünen Banner. Die Muslime ihrerseits fühlen sich in die Defensive gedrängt. An einem vom aserbeidschanischen Aussenministerium organisierten Kongress zum Verhältnis der Religionen beklagten Teilnehmer die kulturelle Hegemonie des Westens, seine aggressive Politik im Nahen Osten und die Voreingenommenheit westlicher Medien.

Na so was. Die Voreingenommenheit westlicher Medien wie der NZZ und ihrer Hofberichterstatter gegen die Islamkritiker können doch nicht vom aserbeidschanischen Aussenministerium beklagt werden, das muss ein Missverständnis sein. Lesen sie dort die NZZ nicht? Wenn das Aussenministerium nur Herrn Gujer kennte, würde es diesen Schnitzer nicht machen.

Jemand zitierte aus dem Alten Testament gewalttätige Stellen – so wie auch im Westen manche den Koran als Steinbruch verstehen, in dem sich geeignete Wurfgeschosse für den politischen Tagesgebrauch auflesen lassen.

Wen mag Gujer mit „manchen“ meinen, die sich aus dem Koran „Wurfgeschosse“ auflesen? Die islamischen Terroristen? Juden lesen sich jedenfalls keine Wurfgeschosse gegen die nicht jüdische Bevölkerung aus dem AT auf. Aber Herr Gujer hat schon mal die Wurfgeschosse der Islamkritikbasher aufgelesen aus den Medien,  die dort alle griffbereit herumliegen, vom Rechtspopulismus bis zum Rassismus.

An Feindbildern herrscht auf beiden Seiten kein Mangel. Die Konstellation erinnert an den vor zwanzig Jahren zu Ende gegangenen Kalten Krieg, in dem sich Ost und West misstrauisch belauerten und sich ihre Fehler vorrechneten.

Gujer hat nur ein Feindbild, die „Rechtspopulisten. Der Islamofaschismus ist sein  Feindbild nicht. Denn Herr Gujer ist wahrheitsliebend, lügen tun nur die Islamkritiker, die er mit dem Wurfgeschoss „Rechtspopulisten“ attackiert. Wie folgt:

Lebenslügen der Rechtspopulisten

Im Unterschied zum Kalten Krieg steht dem, was sich neuerdings wieder vermehrt als «Abendland» definiert, diesmal kein kompakter Block gegenüber. Der Islam ist alles andere als homogen, er bildet ein buntes Patchwork aus religiösen Strömungen und nationalen Traditionen.

Auch wenn die buntern Strömungen zu bunt werden und in die schwarzen Burka münden, wird es Herrn Gujer nicht zu bunt. Das bunte Bild der schwarzen Gespenster  irritiert ihn nicht. Auch die Zwangsheiraten unterm „Patchwork“ der Scharia sind ihm noch nie in ihrer Ähnlichkeit aufgefallen. Gewiss ist das Frauenversklaven und Dissidentenermorden immer ganz individuell, je nach Interpretartion, aber der Koran ist nicht so bunt, wie Gujer meint.

Das schiitisch geprägte Aserbeidschan, ein Land zwischen Europa und Asien, ist ein Beispiel hierfür. Zu seinem sowjetischen Erbteil gehören Säkularismus, Miniröcke und unverschleierte Frauen. Die Regierung sucht den Status quo zu erhalten, weil sie unkontrollierte Frömmigkeit als Bedrohung ihrer Herrschaft empfindet. Sie sieht sich als Bollwerk gegen den Islamismus des Nachbarlandes Iran und fördert grosszügig Moscheen unter staatlicher Aufsicht. Für die Renovation der zentralen Moschee in der Hauptstadt Baku spendierte sie 200 Kilogramm Blattgold. In der Türkei existiert ein relativ fortschrittlicher Islam.

Das sieht man an Anatolien, wo fast jede Frau zwangsverheiratet ist, oft schon als Kind an einen Mann verschachert. Für die Lebenslügen der Kollaborateure kein Thema. Gujer lebt ja auch nicht als Frau in Anatolien und muss nicht befürchten, bei Ungehorsam umgebracht zu werden.  Auch musste er noch nicht aus einem islamischen Land als Dissident flüchten. Er wäre ein zu guter Gläubiger der herrschenden Staatsdoktrin, von Kopf bis Fuss servil. Gujer würde überall nur schreiben oder sagen, was die offiziell vorgeschriebene Meinung ist.

Auf dem indischen Subkontinent findet man Anhänger aller Spielarten des Islam: Puritaner, Mystiker, Modernisten. Nördlich von Aserbeidschan, in Tschetschenien, lässt sich allerdings auch beobachten, wie sich unter dem Eindruck von täglicher Gewalt der laxe Islam sowjetischer Provenienz radikalisiert und dem Jihadismus zuwendet.

Die “Spielarten“ der Scharia, unter der moslemische Frauen auf dem indischen Subkontinent  leben müssen, sind jenes Sonderrecht, unter dem Millionen Frauen in Indien demokratisches  Recht verweigert wird, worauf als einer der ersten übrigens Bassam Tibi hingewiesen hat. Für die Frauen war die Praxis der Scharia noch nie „lax“. Das ist Schönfärberei wie von Emanuel Todd. Es folgt die Platte von der Vielfalt des Islam, mit der jeder einfältige Apologet Kritik weggewischt zu haben glaubt.

Die Vielfalt des Islam anzuerkennen, hilft nicht nur in der Aussenpolitik. Die Fähigkeit zur Differenzierung ist auch eine Voraussetzung für jede Debatte über Einwanderung. Nicht jede Kopftuchträgerin ist eine Integrations-Verweigerin.

Oh, das Kopftuch hilft jeder Verschleierungsfrau bei der Aussenpolitik. Das macht sie auch noch freiwillig, sie ist keine Integrationsverweigerin… Von den zum Kopftuch gezwungenen Mädchen fällt Gujer nichts ein. Das islamische Kopftuch ist bei den Vertretern der Islamlobby ein Zeichen der Integration, der „Selbstbestimmung“.

Umgekehrt ist nicht jeder Muslim, der sich von seinem Glauben entfernt, deswegen besser assimiliert – obwohl Frömmigkeit im agnostischen Westeuropa zusehends als Kuriosum gilt. Auch ist nicht jede muslimische Familie bildungsfern. Iranische und afghanische Schüler erzielen in deutschen Schulen gute Leistungen, weil sie meist einer gebildeten, städtischen Mittelschicht entstammen. Aber auch türkische Eltern befreien sich aus den Fesseln der dörflichen Kultur Anatoliens und lernen den Wert guter Schulen zu schätzen.

Wieder mal wird das Problem der Integrationsresistenz des Islam ausgeblendet und durch positive Beispiele ersetzt, die erstens niemand bestreitet und die zweitens nicht das Problem sind.

Trotz 50 Jahren Einwanderung nach Europa ist das muslimische Leben den Europäern unbekannt.

Woran mag das liegen? Ob das vielleicht mit dem Islam zusammenhängt? Denn das Leben der italienischen Katholiken ist den Schweizern nicht unbekannt. Soweng wie das der Tessiner. Dafür ist dem Islam die Demokratie unbekannt.

Umfragen belegen, dass die Vorbehalte gegen Muslime bei denjenigen am grössten sind, die selbst keine Muslime kennen.

Die Umfragen unter Muslimen, die die Vorbehalte der Moslems gegen den Westen und die Bevorzugung der Scharia an den Tag bringen, lässt Gujer der Einfachheit halber aus. Dass die „Vorbehalte gegen Muslime“ eine Reaktion darauf sein könnten, darauf kommt er erst nicht…

Überall in Europa gedeiht aus einer Urangst gegen das Fremde, dem Unbehagen seit dem 11. September 2001 und aus der Furcht vor einer Überforderung des Sozialstaats ein Klima, das Züge eines Kulturkampfes trägt.

Hier wird wieder tendenziös und simpel vermixt: Der Verfasser unterstellt implizit, dass die  bestbegründeten Vorbehalte gegen die Ausnutzung des Sozialstaats, die sich rechnerisch gut  belegen lassen, mit irrationalen „Urängsten“ zu tun hätten, eine so perfide wie einfältige Insinuation, die den Islamkritikern einmal mehr so etwas wie pure Unzurechnungsfähigkeit sprich „Rechtspopulismus“ bescheinigt. Die „Züge eines Kulturkampfs“ entdeckt er natürlich nicht im Koran und im Dschihad.

Natürlich verhalten sich manche Migranten in inakzeptabler Weise.

Ein völlig nichtssagender Wischi-Waschi- Satz, der für alle möglichen Migrantengruppen gilt.   Es gibt überhaupt keine Migrantengruppe, in der sich nicht „manche“ inakzeptabel verhalten. Nur sind unter den Migrantengruppen ganz bestimmte, und zwar die aus dem islamischen Kulturkreis, die sich inakzeptabler verhalten als alle anderen und Sonderrechte fordern, die für einen Rechtsstaat inakzeptabel sind. Über diesen Sachverhalt wabert der Artikel hinweg.

Die Lehrergewerkschaft in Berlin, einst eine Speerspitze des Multikulturalismus, beklagt sich heute über Deutschen-Feindlichkeit an Schulen mit hohem Ausländeranteil. Deutsche Schüler würden gehänselt und terrorisiert.

Die Darstellung der Reaktion der Lehrergewerkschaft sieht im Artikel von Regina Mönch in der FAZ, der nicht die Dinge vernebelt, allerdings etwas anders aus. Es ist nicht die  GEW, die die Dinge publik gemacht hat, die sie bei heute noch zu vertuschen und zu relativieren sucht, wie die Vizepräsidentin der GEW, Marianne Demmer, deren Rolle Regina Mönch in ihrem Artikel „Das Schweigen der Schulen über Deutschenfeindlichkeit“ beschrieben hat.

Der NZZ-Artikel stellt fünf Tage später die Dinge auf den Kopf  und verwässert die Fakten mit der übliche Weichspülbrühe. Während  Regina Mönch den Rassismus auf den Schulhöfen gegen deutsche Schüler deutlich macht, der von den Schulen systematisch ignoriert und verschwiegen wurde, stellt der NZZ-Artikel die jugendlichen Deutschenbasher als die Opfer hin, die wieder mal „keine Perspektive“ hätten. Die Migrantenkinder  besuchen dieselben Schulen wie die deutsche Schüler, denen sie die Perspektive auf eine gewaltfreie Schulzeit und ungestörtes Lernen verderben. Die Lügen der NZZ wiederholen die der verlogenen GEW.

Die Machtdemonstration auf dem Pausenhof ist ein Zeichen der Schwäche von Jugendlichen ohne Perspektive, so wie die hysterischen Reaktionen in der arabischen Welt auf Karikaturen und Papst-Worte den verletzten Stolz rückständiger Gesellschaften verraten. Auch die Funktionäre islamischer Verbände sind Meister im Beleidigtsein.

Wie oft wird uns noch nach Moslemart das weinerliche Märchen vom verletzten Stolz der islamischen Rassisten aufgetischt? Einen „verletzten Stolz“ der sog. „Rechtspopulisten“ gibt’s nicht. Nur Moslems haben Dauergründe, „verletzt“ zu sein durch die Existenz von Nicht-Moslems, die sich nicht ihrer Gesetze aufzwingen lassen wollen. Dann kommt eine fulminante Erkenntnis, die das Ergebnis der vereinten NZZ-Bemühungen um Erkenntnisse über die Schädlichkeit der Islamkritik sein dürfte, der lautet:

Der Dialog mit dem Islam ist daher nicht leicht.

Welche eine profunde Banalität, die endlich die Debatte voranbringt, auf die wir so lange gewartet haben. Denn der Dialog mit der NZZ ist nicht leicht. Und immer wenn man meint, sie hätte auch die Leserbriefe, die sie nicht veröffentlicht, wenigstens gelesen, fällt sie wieder auf die Ausgangsstufe ihrer Ausgewogenheit zurück.

Doch welche Alternative gibt es? Zu den Lebenslügen von Geert Wilders und anderen Populisten gehört der Glaube, man könne die ungeliebten Muslime wieder loswerden.

Mit Medien der Islamlobby wie der NZZ und ihren katzbuckelnden Höflingen kann man das alles überhaupt nichts loswerden, was nicht zum Rechtsstaat gehört. Weder die Scharia noch die Islamistenvereine. Denn zu den Medienlügen der Islamlobby gehört flankierend die Tatsache, dass man Leute wie Gujer und andere Islambeschöniger nicht mehr loswird.

Dies ist illusorisch und schon wegen des demografischen Wandels nicht wünschbar. Im Gegenteil, die überalterten Gesellschaften Europas benötigen Einwanderung, wollen sie ihren Lebensstandard halten. Die muslimischen Migranten haben ihren Platz in Europa gefunden, und damit auch der Islam.

Welchen Platz hat das Recht dieser Gesetzesreligion in europäischen Rechtstaaten gefunden? Die eingesperrten Frauen haben ihren Platz, und die Scharia hat ihren Platz in den Köpfen der Kollaborateure gefunden, und von dort kann sie nicht mehr entfernt werden, und damit hat das islamische Recht seinen Platz im Rechtsstaat gefunden, und Herr Gujer findet daran nichts auszusetzen, nur an den „Rechtspopulisten“ nimmt er Anstoss, weil sie der Barbarei der Scharia keinen Platz im europäischen Rechtssystem einräumen, über die die NZZ hinweglügt. Aber sie versteht auch etwas von Werten, die das gewöhnliche Stimmvolk nicht versteht:

Diese simple Feststellung sagt allerdings noch nichts darüber aus, in welchem Mass sich der Islam mit den Werten der europäischen Aufklärung verträgt.

Sie sagt sehr viel darüber aus, was die Islamlobby unter Aufklärung und Debatte versteht: die Diffamierung der Islamkritik als rechtspopulistisch.

Darüber kann und soll gestritten werden.

So? Seit wann denn? Seit wann werden Islamkritiker nicht mehr von der NZZ-Redaktion mit dem Rassismus-Artikel bedroht? Die Verlogenheit des Lügenblatts ist schamlos. Diffamierer und Kriminalisierer der Islamkritik spielen sich noch als Schiedsrichter über die Debatte auf.

Zu den Minimalstandards der Demokratie gehören aber Differenzierungsvermögen und rationaler Diskurs. Wer diese Mindestanforderungen als elitär denunziert und stattdessen empfiehlt, mehr auf des Volkes Stimme und Stimmungen zu hören, macht vernünftige Politik unmöglich. Auch in Migrationsfragen müssen Postulate plausibel sein und den langfristigen Interessen einer Gesellschaft dienen und nicht einfach den Wunsch nach Selbstvergewisserung bedienen.

Das ist die Quintessens der ganzen Verlogenheit dieser vermeintlichen Aufforderung zum „rationalen Diskurs“. Die NZZ wünscht einen rationalen Diskurs? Dann empfehlen wir ihr das Buch „Feindbild Islamkritik.  Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden.“ Verlag Hintergrund, Herausgeber  Hartmut Krauss, zur Rezension.  Da kann die linkspopulistische Redaktion etwas über rationalen Diskurs lernen.

Den Schlussabsatz des NZZ-Artikels, der die Billdung der Islamischen Parallelgesellschaften  als Reaktion auf deren Beschreibung hinstellt und das Kopftuch als Reaktion auf die Kränkungen der Moslems im Westen (die man ohne Kopftuch und Rechtsbrüche nach Scharia   gar nicht so kränkend erkennen könnte), ist derart provozierend verlogen, dass ihn selber lesen soll, wer sich das antun will.

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