Hamas zieht den Krieg dem Fortschritt vor

Posted on September 18, 2010

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Hamas zieht den Krieg vor – als  Alternative zum Fortschritt

von Sami Alrabaa

Wieder mal stecken einige von uns Arabern wie gewöhnlich in einer grossen Klemme. Die islamistische extremistischen Gruppe Hamas, die 2006 an die Macht kam durch islamischen politischen Prozess, nämliche demokratische Wahlen, hat seither Gaza an sich gerissen, ihre Raketen Fabriken in Wohngebieten , in Bunkern unter Moscheen, Schulen und Krankenhäusern. Über die letzten drei Jahre haben die Hamas-Dschihadisten und ihre Verbündeten  häufig ihre Kassam Raketen auf Wohngebiete in Israel gerichtet.   Israel. Selbst während des von Ägypten 2008 vermittelten Waffenstillstands schoss die Hamas ihre Raketen auf Israel. Zu alledem bestreitet die Hamas, wie die PLO vor den Osloer Verträgen, die Existenz Israels, eines UN-Mitgliedstaats. Ihr ultimatives Ziel ist die Befreiung ganz Palästinas, was Israel einschliesst, durch das Ausradieren des Jüdischen Staates von der Weltkarte und womöglich genozidale Massaker oder Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung. Der „Kampf” der Hamas  wird von Islamisten rund um den Globus unterstützt”, durch staatskontrollierte Medien der arabischen Welt, und durch einäugige Anti-Kriegs-Kampagnenführer im Westen. Ban Ki-Moon,  der UNO-Generalstaatssekretär, hat die letzte israelische Militäroperation in Gaza als “unverhältnismässig” verurteilt.

Alle dieser Organisationen und Gruppen haben die Hamas-Propaganda gierig geschluckt, sie behaupten, dass die israelische Blockade schauderhaftes Elend in Gaza verursachte habe, die Leute verhungerten dort. Einige vergleichen Gaza mit einem riesigen Gefängnis, mit dem Holocaust. Aber er ist verantwortlich für dieses ganze Unglück.

Israelische Politiker haben wiederholt erklärt, dass die Blockade aufgehoben würden, wenn Hamas ihre terroristischen Aktivitäten und das Abschiessen von Raketen einstellen würde. Das israelische Kabinett stimmte sogar den Hilfsconvoys nach Gaza zu obwohl die Hamas den Raketenbeschusses fortsetzte. Die Führer  der Hamas ignorierten solche israelischen Gesten des Entgegenkommens und fuhren mit den Raketen-Attacken gegen bewohnte israelische gebiete fort.

Wir Araber verstehen und gut darauf, Tatsachen zu Verdrehen und zu übertreiben, wenn es uns passt. Mustafa Barghouthi, ein  Fatah Aktivist, erzählte der CNN, dass „der Waffenstillstand mit Hamas von Israel gebrochen worden sei“. Buthaina Sha’ban, ein Syrischer Kabinetts-Minister, nannte die kürzlichen  israelischen Angriffe auf militärische Ziele der Hamas  „den grausamsten Holocaust in der Geschichte der Menschheit.“

Wir Araber mögen es mysteriös, wir ziehn das Wunschdenken der Realität vor. Waleed Al Tabtaba’i, ein Islamistisches  Mitglied des kuwaitischen Parlaments, hoffte, dass Allah der Bevölkerung von Gaza zur Hilfe käme wie er es mit dem Propheter Mohammed gemacht habe bei all seinen Beutezügen gegen die Ungläubigen.

Yusuf Al Qaradhawi,  der bekannte radikale islamische Geistliche, sagte zu Al Jazeera TV dass “Wir Moslems nur ein , Haufen von Eseln seien, wenn wir nicht aufstehen und die Israelis  und ihre Helfer bekämpfen, wo immer sie sein mögen.“

Die Hamas und ihre Verbündeten nähren das Wunschdenken. Sie glauben, eine Eskalation des Konflikts bringe sie ihrem Ziel näher. Araber und Moslems gehen auf die Strasse und drängen ihre Regierungen, gegen Israel vorzugehen. Islamisten im Iran und Indonesien haben sich registrieren lassen, um den Dschihad gegen die Juden zu führen.

ir Araber haben nichts gelernt von den beiden desaströsesten Kriegen gegen Israel. Einige von uns glauben immer noch, dass die Israelis nur die Sprache des Widerstands und der Gewalt verstehen. Gewalt ist das einzige „Argument“ über das wir verfügen. Rationales, realistisches Denken hat noch nie zu  unserem Diskurs und unseren Aktionen gehört.

Besonders Islamisten erfreuen sich an dem fortgesetzten Verstümmeln und Killen in Gaza, Afghanistan, Pakistan und im Irak. Keiner von diesen Hamas-Sympathisanten hat je die Greuel verurteilt, die an unschuldigen Menschen verübt werden, welche die von Sprengstoff-Attentätern in diesen Länden absichtlich getötet werden im Namen des Islam.

Auf Arabisch sagen wir: , Ja’ja’a bila taheen” (es ist alles Lärm um nichts). Wir Araber sind lärmige, schrille Leute, aber wenig effektiv oder geneigt, pragmatische brauchbare Lösungen zu suchen.

Gemäss einer geheimen Untersuchung durch die Universität Bielefeld, die in Syrien und Ägypten (2006) durchgeführt wurde, wünschen über 70% der Bevölkerung in diesen Ländern Frieden mit Israel. Sie sind „krank  und müde”, wie viele es nennen, von den kriegerischen Reden der Islamisten und der tendenziösen und aufstachelnden Propaganda ihrer nationalen Medien. Sie wagen das natürlich nicht offen zu sagen.

Khaled, der nur mit seinem Vornamen genannt werden möchte, sagte mir,  “Unsere Führer und ihre Verbündeten leiden an einer Art Persönlichkeitsstörung. Sie halten uns in Trab mit Israel um von ihrem Versagen, eine Demokratie zu errichten und die Armut zu beseitigen, abzulenken. Sie unterstützen auch radikale Organisationen wie Hamas und Hizbollah als Mittel, diese Ablenkung aufrechtzuerhalten..”

Fatima sagte, “Israel zog sich zurück aus dem Südlibanon und aus  Gaza.Doch für die Hizbollah und die Hamas ist das nicht genug. Was wollen diese Leute? Sie vermiesen ihren Leuten und uns das Leben. Wir fühlen und von diesen Mördern missbraucht. Wir wollen Frieden.”

Die Hamas und ihre Verbündeten gehören zu den blutigsten in der Geschichte der Menschheit. Das menschliche leben ist ihnen nichts wert. Sie haben die israelische offensive willentlich provoziert, und sie wussten, dass das den Tod von hunderten von Zivilisten kosten würde, die in den Gegenden lebten, wo die Hamas ihre Raketen gestapelt hatte. Die Hamas-Führung kalkulierte die Bilder von Tod und Zerstörung ein als ein Mittel,. Unterstützung auf den arabischen, moslemischen und westlichen Strassen zusammenzubekommen.

Gemäss einer kürzlichen Meinungsumfrage des Emnid-Instituts in Deutschland, machen mehr als 80% der deutschen Bevölkerung die Hamas für die hohe Todesrate unter der Zivilbevölkerung in Gaza verantwortlich. Eier von den Befragten formulierte es so: „Die Hams agiert wie bewaffnete Kriminelle die sich hinter unschuldigen Zivilisten verbarrikadieren und absichtlich auf die Menschen um sie herum schiessen. Da die Kriminellen sich pickelhart weigerten, mit dem Schiessen aufzuhören, hatte die Polizei keine andere Wahl, als das Gelände zu stürmen, die Kriminellen festzunehmen oder sie zu töten. Unglücklicherweise wurden auch einige Unschuldige getötet. Man kann den Tod Unschuldiger nicht der Polizei vorwerfen. Die Kriminellen sind für all das verantwortlich.” Israel muss seine offensive fortsetzen, bis die Hamas-Führer sich ergeben. Es gibt keinen Frieden ohne Opfer. Alle Israelis und anständigen Araber wären der israelischen Armee dankbar, wenn sie uns von diesen Schurken befreite. Wir wollen in frieden leben.

Angesichts der Tatsache, dass in Kuwait und im Libanon ein relative grössere Meinungsfreiheit erlaubt ist, haben Kolumnisten wie Ahemd Al Sarraf, Ali Al Baghli, Hasssan El Essa, Fouad Al Hashem und Khaleel Haidar in diesen Ländern die Hamas und die Islamisten dort für das Elend in Gaza verflucht.

Die arabische Welt hat nie so etwas wie politische Freiheit und Stabilität erlebt. Seit der Unabhängigkeit wurden die Arber in der letzten Hälfte des 20sten Jahrhunderts von Despoten regiert,  entweder militärischen oder erbdynastischen. Demonstrationen sind von Grund auf verboten, der Ruf nach politischen Reformen wird rücksichtslos erstickt. Aber wenn die Leute gegen fremde Mächte demonstrieren —Israel oder die  USA zum Beispiel,. dann sind sie höchst willkommen.

Das syrische Regime erlaubte sogar einer handverlesenen Gruppe von Leuten gegen die ägyptische Botschaft zu protestieren, die Grenze zu Gaza nicht zu öffnen. Die ägyptische Regierung erlaubte auch Demonstrationen gegen die israelischen Schläge gegen die Hamas, während das autoritäre Regime von Husni Mubarak mit den Demonstranten für politische Reformen ohne jede Rücksicht verfährt. Die Arabischen Regime haben immer die “Sache der Palästinenser” vorgeschoben  – —die ”Wunde aller Araber” oder die “Nakba” (Kalamität) wie einige Araber es zu nennen belieben – als ein Vorwand, die Leute vom ruf nach politischen und ökonomischen Reformen daheim abzuhalten. Die Okkupation des Irak und das Hochkommen des Islamismus heben den arabischen Regime neue Gelegenheiten   geliefert, sozio-politische Reformen aufzuschieben.

Übrigens haben arabische Regime wie das ägyptische, das syrische  und die Regierung der Saudis die Islamisten beschwichtigt, indem sie denselben Feind zum Gegner erklärten, nämlich Israel und die USA, zumindest in den Medien. Die radikalen stoppten ihre willkürlichen Attacken in diesen Ländern,  stattdessen überschreiten sie Grenzen um den Dschihad gegen den fremden ungläubigen Feind zu führen: im Irak, in Afghanistan und sonstwo.

Nach alledem wird der Weg zur Demokratie und Freiheit in der arabischen Welt noch eine langer Weg sein, die Araber werden noch Jahrzehnte warten müssen, bevor sie in den Genuss dieser grundlegenden Menschenrechte kommen. .

Bis dahin sind Demagogie, Irrationalismus, politische Schizophrenie, Widerstand und Gewalt an der Tagesordnung.

http://docstalk.blogspot.com/2009/01/sami-alrabaa-hamas-prefers-war-as.html, übers. rw

Dr. Sami Alrabaa ist Professor der Soziologie und Spezialist für arabisch-moslemische Kultur. Er lehrte, ehe er nach Deutschland kam, an der Universität von Kuwait, der König Saud Universität und der Michigan State University.

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