Alte und neue Frauenfeinde

Posted on September 18, 2010

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Antifeministen rüsten auf

In vielen islamkritischen blogs herrscht ein Antifeminismus, der sich nicht nur der kläglichen Unterwerfung der Linken und „Grüninnen“ unter die Ansinnen der Moslemmachos verdankt, die mit der Multikultideologie verbrämt wird und  den Ausverkauf aller Werte der Aufklärung und insbesondere die Aufgabe aller feministischen Positionen bedeutet, sondern der älter ist als der linke Verrat an den Frauenrechten. Der gibt dem altneuen Antifeminismus allerdings Auftrieb, und es ist absurd zu beobachten, wie ausgerechnet die Altpatriarchen aus dem Lager, das noch nie etwas von Frauenrechten hielt, nun gegen die islamische Frauenentrechtung und zugleich gegen „den Feminismus“ antreten, als hätte  dieser jene verursacht. Wahr ist, dass die linken sogenannten „Feministinnen“ den Feminismus diskreditierrt haben, aber er ist ja auch nicht auf ihrem Mist gewachsen. Die Linke hat die Feministinnen zuerst als „bürgerlich“ beschimpft und die „Frauenrechtelei“ (Zetkin & co) bekämpft, ehe sie sich dann, als sie die   Neue Frauenbewegung nicht mehr ignorieren konnte, „feministisch“ nannte.

Will man nun gegen die Scharia streiten, das islamische Männergewaltrecht, mit der Frauenversklavung als der Basis der Unterwerfungsreligion, die sich nur mit Gewalt gegen Frauen verbreitet (sog. Demografie), bedarf es nolens volens auch einiger feministischer Argumente, oder hat der Widerstand der DissidentInnnen aus den islamischen Ländern gegen die Frauenunterwerfung der Männerkultur nichts mit Feminismus zu tun? Den stramm rechten Islamkritikern geht es aber arg gegen den Strich, hier überhaupt von Männerrecht sprechen zu sollen, was auch tunlichst vermieden wird. Das Wort fällt nicht, man sieht vor Bäumen den Wald nicht, auf dessen Boden sie wachsen. Es geht diesen Konservativen Anti-Feministen überhaupt nicht um die Frauenrechtlosigkeit unter dem Islam, gegen die sie nie etwas einzuwenden hatten, ehe ihnen das Wasser bis zum Hals stand und auch sie selbst ins Schussfeld der gewalttätigen Moslems gekommen sind.

Es geht vielmehr um die Restauration der Religion und die Überwindung der Aufklärung im Westen, wie die permanenten Attacken gegen die „Gottlosigkeit“ und die Mordhetze gegen das demokratische liberalisierte Abtreibungsgesetz im Westen bezeugen. Unter Menschenrechten versteht diese Fundifraktion, die sich christlich nennt und katholisch meint, primär das „Personrecht“ des Embryos.  Es ist eine hochpatriarchale Fraktion, die zwar noch einige Islamgegnerinnen pro forma duldet, aber mit Mordparolen gegen sie in ihren Blogs aufwartet, wo immer es gilt, die Einheitsmeinung katholischer Couleur gegen demokratische Mehrheiten andersdenkender Nichtgläubiger zu behaupten, ein mit angeblich  gemeinsamem Kampf gegen den Islam begründeter Theologieprimat gegen die  staatliche Gesetzgebung, der sich in der Tabuisierung jeglicher Papstkritik zu erkennen gibt. Wer Politik der Papstkirche oder gar den Papst persönlich noch  kritisiert– und wehe eine Frau masst sich das an, die dazu noch Bundeskanzlerin ist -, wird von sexistischen Flegeln angepöbelt, die darob von papsthörigen Frauen bejubelt werden, die erklären, es gehe dem Papst nicht um „weltliche Anliegen.“ Da lachen ja die Hühner.

Die Papisten unter den islamkritschen Bloggern haben auch an Beiträgen von  völkischer Vermehrungsideologie so einiges zu bieten an ungebrochener Frauenfeindlichkeit. Vgl.Die neuen Männer und ihre Feinde.

Der antifeministische völkisch angehauchte Beitrag bei Kewil  von „Thatcher“ bewegt sich voll im Fahrwasser  der antifeministen Fjordman und Zemmour oder auch der sogenannten „Theo-van-Gogh-Gesellschaft“, für die Feminismus schlimmer ist als Stalinismus. Das ist die deutsche Variante des Sexualfaschismus. Auch die Hexenjagden wüteten in Deutschland am allerschlimmsten.

Zum Vergleich:

1. “Frauen haben nichts in der politischen Öffentlichkeit zu suchen. In Prinzipien gibt es kein Pardon.” – Tagebucheintrag von Dr. Josef G., 22. Juli 1933

A.H.:
“Das Wort von der Frauenemanzipation ist ein nur vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort, und der Inhalt ist von demselben Geist geprägt. Die deutsche Frau brauchte sich in den wirklich guten Zeiten des deutschen Lebens nie zu emanzipieren, sie hat genau das besessen, was die Natur ihr zwangsläufig als Gut zur Verwaltung und Bewahrung gegeben hat. […] Wir empfinden es nicht als richtig, wenn das Weib in die Welt des Mannes, in sein Hauptgebiet eindringt, sondern wir empfinden es als natürlich, wenn diese beiden Welten geschieden bleiben.”
A.H. auf dem Reichsparteitag der NSDAP am 8. September 1934 in Nürnberg

„Die unvermeidliche Folge des weiblichen Massenstudiums und des Eindringens der Frau in alle männlichen Berufe sind Blaustrumpfkultur und Frauenherrschaft. …“

Nicht wahr, muss doch Musik sein in den Ohren der neuen Herrenmenschen, die das immer schon fanden…

„Welche Tragik wäre es, wenn das deutsche Volk, das männlichste Volk der Welt, das Volk der Dichter und Denker, der Pionier des kulturellen und technischen Fortschritts
mit seiner mehr als tausendjährigen Kultur dem Feminismus anheim fiele und durch diese Volksentartung zugrunde ginge!…“
(Josef Rompel: „Die Frau im Lebensraume des Mannes, Emancipation und
Staatswohl“, Darmstadt 1932)

„Als erreichbares Ziel muss jedoch abgesteckt werden: Die Mutter soll ganz ihren Kindern und der Familie, die Frau sich dem Manne widmen können und das unverheiratete Mädchen soll nur auf solche Berufe angewiesen sein, die der weiblichen Wesensart entsprechen. Im übrigen soll jede Berufstätigkeit dem Manne überlassen bleiben.“ (Rudolf Frick, in Völkischer Beobachter vom 12. Juni 1934)

Und zu der Frau, die es wagt, auch noch den Papst zu kritisieren:

http://www.pi-news.net/2009/02/merkels-kritik-am-papst-ist-unangemessen/?wpc=all#comments

Auch Kardinal Lehmann kritisierte die Papst-Entscheidung scharf. Aber ihn so anzupöbeln wie eine Kanzlerin würde Kirchenkriecher Kewil nicht wagen, nur auf die Frau eindreschen ist risikolos und schafft viele Kumpane am Biertisch. Wir sind deshalb keine Merkelfans…. aber gegenüber den klerikalen Kinderfreunden wird immer der Respekt gewahrt.

Kardinal Lehmann nennt Papst-Entscheidung „Katastrophe“

Selbst einstige Unterstützer erhöhen den Druck auf den Papst: Kardinal Lehmann bezeichnete die Entscheidung, den Holocaust-Leugner Williamson zu rehabilitieren, als „Katastrophe“. Der Vatikan müsse sich entschuldigen.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,605107,00.html

Der antifeministische backlash ist übrigens von rechten wie von linken Männern, von Köppel und Kuhn bis Hollstein und Bolz  in der Mentalität  zum Verwechseln ähnlich.

Männerbilder in der Krise

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